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Fachbegriffe aus der Elektrotechnik
Was versteht man unter Zwickel? (& weitere Begriffe)

Neben Begriffen für Hohlräume zwischen Adern von Kabeln und Überschlägen infolge stoßartiger Potentialanhebung wird erläutert, was Potentialverlauf bedeutet.

Wir erklären Fachbegriffe aus der Elektrotechnik

Wir erklären Fachbegriffe aus der Elektrotechnik (Bild:vege/stock.adobe.com)

Zwickel

Hohlraum zwischen den verseilten Adern von Kabeln und Leitungen.

Elektrische Kabel und Leitungen sollen möglichst rund, kompakt und ohne Hohlräume sein. Deshalb sind die durch das schraubenlinienförmige Verwinden (Verseilen) der Adern entstehenden keilförmigen Hohlräume (Zwickel) zweckdienlich auszufüllen, s. Bild 1. Die Ausfüllung der Zwickel (engl. gusset) erfolgt in der Regel mit Faserstoffen, z. B. Textilkordeln (Beiläufe), oder einer extrudierten Füllmischung, z. B. Kunststoff.

Starkstromkabel mit annähernd kreissektorförmigen Leitern (Sektorleiter) ergeben nach dem Verseilen der Adern meist wesentlich kleinere Zwickel als z.B. Kabel mit Rundleitern.

Ablesbarkeit (einer Anzeige)

Eigenschaft, alphanumerische Zeichen und Zeichenfolgen mit der erforderlichen Genauigkeit und Lesegeschwindigkeit, z. B. bei „Laufschrift“, von einem Gerät oder einer Einrichtung (Anzeige) ablesen zu können.

Maßgebend für eine gute Lesbarkeit und Merkfähigkeit der auf Anzeigen dargestellten alphanumerischen Zeichen (Informationen) sind hauptsächlich:

  • die Zeichengestaltung, z. B. Computerschrift,
  • die Zeichenhöhe und -breite, möglichst im Verhältnis (2 ... 1): 1,
  • die Helligkeit und der Kontrast (Schärfe) der Anzeige in Abhängigkeit von der jeweiligen Umgebung sowie
  • der Leseabstand.

Abhängig vom Leseabstand wird folgende Zeichenhöhe empfohlen:

  • Zeichenhöhe ≥ Leseabstand / 200

Bei einem maximalen Leseabstand von beispielsweise 50 cm oder 10 m beträgt die empfohlene Zeichenhöhe demnach ≥ 2,5 mm bzw. ≥ 5 cm. Bei Anzeigen mit guter Helligkeit, z. B. bei selbstleuchtenden Anzeigen, sind die Zeichen mitunter wesentlich kleiner.

Rückwärtiger Überschlag

Überschlag infolge stoßartiger Potentialanhebung bei Blitzeinschlägen in Freileitungsnetze zwischen geerdeten Anlagenteilen einerseits, z. B. Erdseilen von Freileitungen, Erdungsleitern an Holzmasten, Stahlbeton- und Stahlmasten, sowie betriebsmäßig unter Spannung stehenden Teilen andererseits.

Rückwärtige Überschläge – mitunter auch „Rücküberschläge“ genannt1) – sind i. Allg. nicht zu erwarten, wenn der Stoßerdungswiderstand Rst der Bedingung nach GI. (1) genügt. In diesem Fall überschreitet der durch den Blitzstrom am (Stoß-)Erdungswiderstand hervorgerufene Spannungsfall die Bemessungs-Blitzstoßspannung der Isolierung der Leiterseile nicht.

Rst≤Ust /Ist(1)

Darin bedeuten:

  • Rst Stoßerdungswiderstand der Mast- oder Gerüsterdung
  • Bei Tiefenerdern bis etwa 10 m und Strahlenerdern mit EinzeIstrahlen bis etwa 20 m Länge entspricht der Stoßerdungswiderstand näherungsweise dem Ausbreitungswiderstand RA der Erder.
  • Ust Bemessungs-Blitzstoßspannung
  • Ist Scheitelwert des Blitzstroms.

Potentialverlauf

Verlauf des Potentials entlang einer Strecke, z.B. an einem Isolator oder an der Erdoberfläche. Letzterenfalls wird der Potentialverlauf (Verlauf des Erdoberflächenpotentials) von der Bezugserde in Richtung zu einer Erdungsanlage oder einem Erder hin gemessen, s. Bild

  • Der Potentialverlauf kann entweder beabsichtigt durch Potentialsteuerung oder Potentialausgleich (Linearisierung der Potentialverteilung) zweckdienlich beeinflusst oder
  • unbeabsichtigt durch Potentialverschleppung, z. B. über metallene Versorgungsleitungen, gestört werden. In diesem Fall muss die leitende Verbindung u. U. durch Isoliermuffen oder Isolierzwischenstücke unterbrochen werden (Potentialtrennung).

Autor: R. Müller

1) Achtung! Rücküberschläge sind keine „Rückenüberschläge“; letztere treten am Rücken einer angelegten Stoßspannung auf.

Dieser Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

 

Bilder:

Bild 1: Zwickel zwischen verseilten Adern von Starkstromkabeln mit Sektorleitern (Bild: R. Müller/ep)

Bild 2: Verlauf des Erdoberflächenpotentials links: ohne Potentialsteuerung, rechts: mit Potentialsteuerung (Bild: R. Müller/ep)

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