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Fachbegriffe der Elektrotechnik
Was versteht man unter Zweiphasenlauf und Bewegliche Leitung?

Fehlerhafter Betrieb einer drehenden elektrischen Maschine in einem Dreiphasen-Wechselstromsystem, in dem ein Außenleiter unterbrochen ist.

Zweiphasenlauf und Bewegliche Leitung

(Bild: alexlmx/stock.adobe.com)

Zweiphasenlauf

Dreiphasen-Asynchronmotoren benötigen für den einwandfreien Betrieb ein intaktes Drehstromnetz. Wird ein Außenleiter während des Betriebs unterbrochen, z. B. durch das Auslösen einer Sicherung (s. Bild 1), so laufen Drehstrommotoren ohne Phasenausfallschutz mit praktisch unveränderter Drehzahl in der bisherigen Richtung weiter. Dabei geht das Drehmoment nur unwesentlich zurück. Die Maschine stellt praktisch die gleiche mechanische Leistung an der Motorwelle zur Verfügung wie bei dreiphasiger Speisung. Da diese Leistung aus dem elektrischen Netz entnommen wird, nehmen bei Ausfall eines Außenleiters die beiden anderen (fehlerfreien) Außenleiter einen etwas höheren Strom auf, der die durchflossenen Wicklungen je nach Belastung mehr oder weniger stark erwärmt.

Deshalb ist der zeitverzögerte Thermo-Bimetallauslöser des Motorstarters exakt auf den Motornennstrom einzustellen, damit der Schalter (Starter) den gefährdeten Elektromotor auch bei einem fehlerhaften Zweiphasenlauf rasch allpolig abschalten kann. Der Selbstanlauf eines Drehstrommotors ist bei (nur) zwei Außenleitern nicht möglich; der Motor erzeugt beim Einschalten ein stark brummendes Geräusch. Er kann jedoch in diesem Fall (unzulässigerweise) in jede beliebige Drehrichtung von Hand angeworfen werden.

Bewegliche Leitung

Elektrische Leitung, vorzugsweise für den Anschluss an Steckvorrichtungen oder Schleifkontakten, die bestimmungsgemäß zwischen den Anschlussstellen bewegt werden kann. Bewegliche Leitungen sind umgangssprachlich „flexible Leitungen“ (engl. flexible cabels and cords) mit einem fein- oder feinstdrähtigen Kupferleiter.
Es werden unterschieden:

Leitungen für schwere Beanspruchungen.

Diese Leitungen, z. B. Gummischlauchleitungen mit dem Bauartenkurzzeichen H07RN-F für den Anschluss an Industriemaschinen, sind für vergleichsweise hohe mechanische Beanspruchungen bestimmt. Zu den Leitungen für schwere Beanspruchungen zählen auch Schleppleitungen. Das sind flexible Leitungen, die von einem ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel, z. B. Kran oder Bagger, bei seinen Bewegungen ohne Führung durch eine Leiteinrichtung hinter sich hergezogen (geschleppt) werden. Bei sehr hohen mechanischen Beanspruchungen kommen meist Leitungstrossen zum Einsatz, z. B. für Fördereinrichtungen im Bergbau unter Tage.

Leitungen für mittlere Beanspruchungen.

Diese Leitungen, meist PVC-Schlauchleitungen H05VV-F oder Gummischlauchleitungen H05RT-F, sind für den Anschluss kleiner bis mittelgroßer elektrischer Geräte in häuslichen, gewerblichen oder kleinindustrielIen Bereichen bestimmt, z. B. Waschmaschinen, Kühlschränke, Elektroherde, Nähmaschinen und gewerblich genutzte Bodenreinigungsgeräte.

Leitungen für leichte Beanspruchungen.

Diese Leitungen, z. B. PVC-Schlauchleitungen H03VV-F oder Gummiaderschnüre H03RT-F, sind für Einsatzgebiete bestimmt, bei denen die Gefahr einer mechanischen Beschädigung der Leitungen vergleichsweise gering ist. Das ist üblicherweise der Fall bei Verwendung der Leitungen in Haushalten und Büros, z. B. als Anschlussleitungen für Haushaltsstaubsauger, Küchenmaschinen, Rundfunkgeräte, Tisch- oder Stehleuchten.

Leitungen für sehr leichte Beanspruchungen.

Diese Leitungen, z. B. leichte Zwillingsleitungen H03VH-Y, sind für Einsatzgebiete bestimmt, bei denen die Gefahr einer mechanischen Beschädigung der Leitungen praktisch ausgeschlossen werden kann. Das ist üblicherweise beim Anschluss besonders leichter Handgeräte mit Nennströmen bis etwa 0,2 A der Fall, z. B. elektrische Rasiergeräte oder Bartschneider.

Autor: R. Müller
Der vollständige Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Zweiphasenlauf eines Drehstrommotors (Störfall), Bild: Müller/ep

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