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Fachbegriffe aus der Elektrotechnik
Was versteht man unter Befähigte Person?

Nicht jeder darf alle Tätigkeiten ausführen. Insbesondere im Bereich der Elektrotechnik gibt es Bestimmungen, was beispielsweise eine „Befähigte Person“ kennzeichnet und zu welchen Handlungen diese berechtigt und „befähigt“ ist.

Sonderheft "Rechtssicherheit für Elektrofachkräfte"

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Befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Kenntnisse zur Prüfung von Arbeitsmitteln verfügt.

Berufsausbildung. Die TRBS 1203 fordert im Punkt 2.1 ganz allgemein:

„Die befähigte Person muss eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, die es ermöglicht, ihre beruflichen Kenntnisse nachvollziehbar festzustellen. Als abgeschlossene Berufsausbildung gilt auch ein abgeschlossenes Studium. Die Feststellung soll auf ­Berufsabschlüssen oder vergleichbaren Qualifikationsnachweisen beruhen.“

Die Berufsausbildung der befähigten Person wird im Punkt 3.3 der TRBS 1203 für den Bereich der elektrischen Gefährdungen wie folgt konkretisiert:

„Ergänzend zu Ziffer 2.1 muss die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen eine elektrotechnische Berufsausbildung (Elektroniker der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik oder Informations- und Telekommunikationstechnik, Systemelektroniker, Informationselektroniker, Schwerpunkt Bürosystemtechnik oder Geräte- und Systemtechnik, Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik sowie vergleichbare ­industrielle Ausbildungen) abgeschlossen haben, ein abgeschlossenes Studium der Elektrotechnik oder eine andere für die vorgesehenen Prüfaufgaben vergleichbare elektrotechnische Qualifikation besitzen.“

Berufserfahrung. Bezüglich der geforderten Berufserfahrung wird die TRBS 1203 sehr konkret und führt aus:

„Bezogen auf ihre Berufserfahrung muss die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen eine mindestens einjährige Erfahrung mit der ­Errichtung, dem Zusammenbau oder der Instandhaltung von elektrischen Arbeits­mitteln und/oder Anlagen besitzen.“

Die Aussage wird insofern ergänzt und relativiert, als dass die TRBS 1203 im darauffolgenden Absatz unterstellt, dass Personen mit einer der oben genannten Ausbildungen die erforderliche Berufserfahrung im jeweiligen Tätigkeitsfeld aufweisen. Die TRBS 1203 unterstellt weiterhin folgendes:

„Berufserfahrung schließt ein, beurteilen zu können, ob ein vorgeschlagenes Prüfverfahren für die durchzuführende Prüfung des Arbeitsmittels geeignet ist. Hierzu gehört auch, dass die Gefährdungen durch die Prüftätigkeit und das zu prüfende Arbeitsmittel erkannt werden können.“

Auswahlverantwortung für die eingesetzten befähigten Personen. Welche Anforderungen an befähigte Personen auch insbesondere bezüglich der Regelwerkskenntnis gestellt werden, beschreibt der folgende Abschnitt deutlich:

Zeitnahe berufliche Tätigkeit. Die befähigte Person für die Prüfungen zum Schutz vor elektrischen Gefährdungen muss über die für die vorgesehenen Prüfaufgaben im Einzelnen erforderlichen Kenntnisse der Elektrotechnik sowie der relevanten technischen Regeln verfügen und diese Kenntnisse aktualisieren, zum Beispiel durch Teilnahme an Schulungen oder an einem einschlägigen Erfahrungsaustausch. Das umfasst gemäß der neuen TRBS 1203 im Einzelnen konkret:

Die Ausübung einer Tätigkeit im Umfeld der anstehenden Prüfung des Prüfgegenstandes wie auch eine angemessene Weiterbildung.

Zur zeitnahen beruflichen Tätigkeit gehört zum Erhalt der Prüfpraxis auch die Durchführung von mehreren Prüfungen pro Jahr.

Bei längerer Unterbrechung der Prüftätigkeit müssen durch die Teilnahme an Prüfungen Dritter erneut Erfahrungen mit Prüfungen gesammelt und die notwendigen fachlichen Kenntnisse erneuert werden.

Die befähigte Person muss über Kenntnisse zum Stand der Technik hinsichtlich des zu prüfenden Arbeitsmittels und der zu betrachtenden Gefährdungen verfügen und diese aufrechterhalten. Sie muss mit staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (beispielsweise ArbSchG, BetrSichV), Anforderungen an die Beschaffenheit (beispielsweise GPSG, einschlägige GPSGV), Regelungen der Unfallversicherungsträger und anderen Regelungen (Technische Regeln, BG-Regeln, DIN-Normen usw.) soweit vertraut sein, dass sie den arbeits­sicheren Zustand des Arbeitsmittels beurteilen kann.

 

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