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Aus dem Facharchiv: Fachbegriffe aus der Elektrotechnik
Was versteht man unter Abisolieren und Automatische Wiedereinschaltung?

Automatische Wiedereinschaltung: Schaltzyklus, bei dem ein im Störungsfall abgeschaltetes Gerät bereits nach wenigen Augenblicken selbsttätig wieder einschaltet.

Abisolieren und Automatische Wiedereinschaltung

(Symbolfoto: ETAJOE/stock.adobe.com)

Automatische Wiedereinschaltung

Niederspannungsanlagen

In Niederspannungsanlagen findet das Prinzip der automatischen Wiedereinschaltung (AWE) zuweilen in Verbindung mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) Anwendung. Eine z. B. durch Blitzschlag ausgelöste RCD schaltet innerhalb kurzer Zeit wieder selbsttätig ein, nachdem die Schutzeinrichtung durch Prüfung die Intaktheit (Funktionsfähigkeit) des betreffenden Stromkreises festgestellt hat. Bei einem sicherheitsrelevanten Fehler, z. B. Erdschluss, wird die AWE automatisch gesperrt.

Hochspannungsnetze

In Hochspannungs-Freileitungsnetzen treten die meisten Fehler, z. B. Blitzüberschläge, nur verhältnismäßig kurze Zeit und ohne bleibenden Schaden an den Isolatoren auf. Deshalb werden die für die Energieversorgung wichtigen Hochspannungsnetze meist sofort nach dem Abschalten des Fehlers selbsttätig wieder eingeschaltet. Die stromlose Pause zwischen dem Abschalten des Fehlers durch die jeweiligen Schutzeinrichtungen (Überstromzeit- sowie Distanzrelais) und der automatischen Wiedereinschaltung des betreffenden Netzes soll mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Folgen eines Versorgungsausfalls möglichst kurz sein. Die ein- oder dreipolige Kurzunterbrechung (KU) beträgt meist nur wenige Sekunden. Die „schnelle AWE“ (Schnellwiedereinschaltung) erfolgt bereits 0,3 ... 1 s nach Abschaltung des Störfalls. Nach dieser Zeit ist die Lichtbogenfehlerstrecke völlig entionisiert und deshalb die extrem kurzzeitige Wiedereinschaltung möglich. Eine erfolglose AWE wegen eines fort-bestehenden Fehlers führt im Allgemeinen zu einer endgültigen Abschaltung des Netzes. Ein nochmaliger (zweiter) Wiedereinschaltversuch nach entsprechender Pausenzeit ist eher die Ausnahme.

Abisolieren

(von Kabeln und Leitungen)

Entfernen der Isolierhülle eines elektrischen Leiters an dessen Anschluss- oder Verbindungsstelle. Dabei dürfen der Leiter und die verbleibende Isolierhülle nicht beschädigt werden. Typische Abisolierfehler zeigen die Bilder 1b) bis 1g). Diese Fehler können bei Benutzung geeigneter, auf den jeweiligen Leiterquerschnitt und Isolierwerkstoff abgestimmter Abisolierwerkzeuge weitgehend vermieden werden. Gute Abisolierwerkzeuge tragen zugleich den neuesten ergonomischen und physiologischen Erkenntnissen Rechnung; sie gewährleisten ein ermüdungsfreies Arbeiten. Vom Abisolieren mittels Kabel- oder Taschenmessern ist grundsätzlich abzuraten, vor allem bei fein- und feinstdrähtigen Leitern, weil hierbei die AbisoIierqualität ausschließlich vom manuellen Geschick des Anwenders abhängt.

Autor: R. Müller

Der vollständige Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Abisolierte Leitungen (Adern)

a) ordnungsgemäß – b) bis g) fehlerhaft

b) Isolierung nicht einwandfrei eingeschnitten

c) Isolierstoffreste auf dem abisolierten Leiter

d) Beschädigung der Leiterisolierung durch das Abisolierwerkzeug

e) Einzeldrähte beschädigt

f) Leiter zu intensiv verdrillt

g) Leiter zu wenig oder gar nicht verdrill

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