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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Verlängern eines E30-Brandmeldekabels

Dürfen Brandmeldekabel nur von qualifizierten und zertifizierten Firmen getrennt, verlängert bzw. mit einer Abzweigdose versehen werden?

(Bild: boitano/stock.adobe.com)

Frage:
Auf einer Baustelle wurde eine Trockenbauwand abgerissen. In dieser Wand sind senkrecht 14 Kabel vom Typ JE-H(ST)H 2 × 2 × 0,8 E30 verlegt. Die Kabel gehören zur Brandmeldeanlage und müssen nun geschwenkt werden. Dazu ist es notwendig, die Kabel zu durchtrennen und deren Enden mit einer Abzweigdose zu versehen. Eigentlich sollte diese Arbeiten die „Brandmelde“-Firma übernehmen. Auf Nachfrage bei dieser Firma sagte diese jedoch, sie könne Brandmeldekabel nicht auftrennen und verlängern, weil man dafür ein entsprechendes Zertifikat/eine Qualifizierung benötige. Stimmt das?

Antwort:
Für die Verlegung von E30-Leitungen muss der Errichter für sich als Person kein spezielles Zertifikat seiner Ausbildung besitzen. Allerdings muss er für jede Arbeit, die er durchführt, so auch für die Verlegung von E30-Leitungen, qualifiziert sein und er muss die korrekte Installation auch bestätigen. Diese Bestätigung ist sicherlich das Zertifikat, dass die vom Anfragenden angefragte Firma meinte. Hintergrund ist, dass für den Funktionserhalt nur Leitungen angewendet werden dürfen, die nach DIN 4102-12[1] geprüft wurden und ein Zeugnis dieser Prüfungen besitzen. Bei diesen Prüfungen werden bezüglich der Montage bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten. Nur bei Einhaltung dieser Rahmenbedingungen wird der Funktionserhalt garantiert. D. h., bei der Errichtung dieser Leitungen muss beispielsweise unbedingt ein korrektes Verlegesystem zum Einsatz kommen. Dass diese Rahmenbedingungen eingehalten werden, d. h. die Verlegung der Leitung entsprechend des Prüfzeugnisses erfolgte, bestätigt der Errichter mit einem Kennzeichnungsschild in der Nähe der Anlage. Außerdem sollte er die prüfungsgerechte Installation in einer Übereinstimmungserklärung bzw. Werksbescheinigung dokumentieren. Auf dem Kennzeichnungsschild müssen die Herstellerfirma der E30-Leitung, die dazugehörige Prüfzeugnisnummer sowie das Installationsunternehmen, dass die Anlage errichtet hat, und das Herstellungsjahr vermerkt sein.
Die Arbeiten können also von einem Elektriker etc. durchgeführt werden, wenn er dafür qualifiziert ist. Er benötig dafür jedoch kein Zertifikat für seine Person.
Welche Qualifikation ausreichend ist, ist beim Hersteller der E30-Leitung zu erfragen oder den Angaben des Herstellers der Leitung zu entnehmen. Meistens bieten die Hersteller kurze Schulungen für die Errichtung von Leitungsanlagen für den Funktionserhalt an. Auch wenn diese Schulungen eventuell vom Hersteller nicht gefordert werden, so ist eine Teilnahme an diesen Schulungen auf jeden Fall zu empfehlen.

Autor: K. Callondann

Literatur:

[1] DIN 4102-12:1998-11 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen – Teil 12: Funktionserhalt von elektrischen Kabelanlagen; Anforderungen und Prüfungen.

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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