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Produktsicherheit: Die elf häufigsten Mängel
VDE warnt vor billigen Elektroartikeln

Im Internet ist alles zu bekommen. Auch sehr preiswerte Elektroartikel, oftmals in Fernost hergestellt. Was viele Verbraucher ahnen, bestätigten Recherchen des VDE-Instituts. Die mangelhaften Produkte sind brandgefährlich und bergen die Gefahr eines elektrischen Schlags.

Mangelhafte Tischsteckdose

Mangelhafte Tischsteckdose (Bild: Hannibal/VDE)

Schon Oma wusste: "Das billigste ist immer das teuerste." Damit hat sie heute mehr Recht denn je. So ist die Freude über die vermeintlichen Schnäppchen nur kurz, wenn ungeeignete Materialien verwendet und Sicherheitsaspekte nicht berücksichtigt werden oder die Verarbeitung fehlerhaft ist. Das kann nicht nur gesundheitsschädlich, sondern sogar lebensbedrohlich sein.

Allein über die Produktabbildungen im Internet kann der Verbraucher nicht einschätzen, ob es sich um qualitativ hochwertige Ware handelt. Dank Photoshop und anderer Bildbearbeitungsprogramme werden Farben verändert und Mängel einfach retuschie

Lebensgefährliche LED-Lampen

Bei Überprüfungen von Stichproben durch das VDE-Institut entsprachen sechs von sieben Lampen nicht den gültigen Sicherheitsanforderungen. Bei den geprüften Geräten handelte es sich um eine Unterbauleuchte und mehrere LED-Lampen, die unter anderem als Ersatz für Halogenstäbe in Außenleuchten und Baustrahlern genutzt werden können.

Smarte Produkte werden zu Spionen

Viele Haushaltsprodukte und Spielzeuge sind heute in der Lage, sich mit dem Internet zu verbinden. Ansgar Hinz, Vorstandsvorsitzender des VDE, gibt zu bedenken: "Kann das Produkt nicht mit Hilfe etablierter Sicherheitsmethoden geschützt werden und kann Software nicht aktualisiert werden, öffnet das Hackern Tür und Tor ins Zuhause."

Betroffene Verwender werden unbemerkt überwacht. Das Gerät kann mit Malware infiziert werden. Dieses Schadprogramm sucht selbstständig nach unsicheren WLAN-Netzen. Hacker missbrauchen die WLAN-Zugänge für eigene Zwecke und können Angriffe auf Unternehmen starten. So geschehen im Oktober 2016 bei großen Internetdiensten wie Twitter, Paypal, Netflix und Spotify, wo schlecht abgesicherte Geräte wie Überwachungskameras, digitale Videorecorder und private Router infiltriert worden sein könnten (Heise berichtete). Und wer möchte schon Teil eines kriminellen Netzwerks sein?

Überprüfung durch unabhängige Institute

Verbraucher, die beim Kauf von Elektroprodukten sichergehen wollen, sollten auf Prüfsiegel von unabhängigen Einrichtungen achten. Ansgar Hinz merkt an, dass das VDE-Dreieck nicht leicht zu bekommen sei: "Wir sind hart. Wer das VDE-Dreieck als Prüfsiegel erhalten will, muss solange nachbessern, bis unsere Prüfingenieure zufrieden sind." 

Die vom VDE-Institut entdeckten häufigsten Mängel 

  • fehlende oder mangelhafte Schutzleiterverbindungen, Schutzeinrichtungen lösen nicht aus
  • mangelhafte Konstruktion und Zuverlässigkeit eingesetzter ungeprüfter Bauteile wie Temperaturregler und Kondensatoren
  • zu geringe Sicherheitsabstände zu unter Spannung stehenden Teilen
  • Einbau ungeeigneter Kondensatoren, die nicht für die Betriebsbedingungen des jeweiligen Gerätes ausgelegt sind
  • Einsatz von mangelhaftem Material bei Kontakten in Schaltern und Temperaturreglern
  • Verwendung von Kunststoffmaterialien und Leiterplatten, die thermischen Belastungen nicht gewachsen sind und brandtechnische Anforderungen nicht erfüllen
  • Einsatz von Gehäusedichtungen, die Anforderungen an den Wasserschutz nicht erfüllen (z. B. undichte Außenleuchten und Pumpensteuerungen, die die Spritzwasserprüfung nicht erfüllen)
  • mangelhafte Tischsteckdosen, die thermisch nicht belastbar sind und deren Leitungen schlecht angecrimpt sind
  • schlechtes Auslöseverhalten von Leitungsschutzschaltern
  • funktionsuntüchtige Thermosicherungen, die bei Kurzschluss nicht auslösen
  • nicht normgerechte Glühfassungen, wodurch die Berührung des Schraubgewindes möglich wird 

CE steht nicht für Sicherheit

Dabei trägt die Vielzahl der Prüfsiegel nicht zur Sicherheit bei der Kaufentscheidung bei. Viele Verbraucher denken, dass die CE-Kennzeichnung für Sicherheit steht. Aber das ist nicht der Fall. Sie ist lediglich eine Erklärung des Herstellers, dass sein Produkt den Sicherheitsanforderungen genügt. "Ob das überprüft wurde, erkennt keiner", warnt Hinz.

Hersteller von Billigprodukten wissen um den Einfluss von Prüfsiegeln auf die Kaufentscheidung der Kunden. Deshalb ist auch das VDE-Kennzeichen nicht vor Fälschungen gefeit. Diese Problematik ist dem VDE bekannt. Wer sichergehen will, kann auf den Internetseiten des VDE recherchieren, ob ein Produkt das Prüfsiegel regulär erhalten hat. Dort gibt es auch eine Missbrauchsdatenbank. 

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