Anzeige

Elektromobilität
Telekom baut 12.000 Verteilerkästen um

Es fehlt in Deutschland an öffentlichen Ladestationen für Elektroautos, das Netz weist große Lücken auf. Um dem Mangel entgegenzuwirken, will die Deutsche Telekom Verteilerkästen umbauen.

Elektroauto an der Ladestation

Elektroauto an einer Ladestation (Bild: andrea lehmkuhl/stock.adobe.com)

Mit der Umrüstung von 12.000 Kabelverzweigern (KVz) der neuen Generation will der Bonner Konzern das Angebot an Ladestationen mehr als verdoppeln. Der Startschuss für den Ausbau soll bereits im Sommer 2018 erfolgen, wie eine Sprecherin des Unternehmens laut einem Bericht der Automobilwoche mitteilte. Grundsätzliche Pläne dafür liegen bereits seit November 2017 der Öffentlichkeit vor.

Prototypen bereits im Einsatz

Derzeit stehen den Besitzern von Stromern etwa 10.800 Ladepunkte landesweit zur Verfügung. Etwa 380.000 Verteilerkästen unterhält die Deutsche Telekom in Deutschland. Der Ausbau von 12.000 Verteilerkästen der Generation Multifunktionsgehäuse (MFG) würde das Ladeangebot mehr als verdoppeln und somit das Argument der fehlenden öffentlichen Lademöglichkeiten merklich entkräften. In den Multifunktionsgehäusen liegen keine Kupferkabel wie in den alten Kabelverzweigern, sondern superschnelle Glasfaserleitungen. Die dort verwendete moderne Technik macht das Umrüsten möglich.

Im mecklenburgischen Wittenburg an der A24 und am Olympiaturm in München werden Prototypen bereits im öffentlichen Betrieb erprobt. Die ersten Tests waren erfolgreich, die Technik funktioniert reibungslos. Allerdings kann man nur rund 500 der möglichen 12.000 Stromverteiler in als Ladestationen mit einer Leistung von 100 Kilowatt (Schnellader) umrüsten. Hier zapft der Kunde zukünftig seinen Strom in nur zehn Minuten für eine Reichweite von etwa 100 Kilometern. Der Rest lädt mit 22 Kilowatt, was etwa 45 bis 90 Minuten Ladezeit für die gleiche Reichweite bedeutet.

Verbraucherfreundliche Infrastruktur

Offen ist bislang die Finanzierung des Vorhabens. Das Programm soll bis 2020 laufen und bis dahin etwa 300 Millionen Euro kosten. Bürokratische Hürden müssen ebenfalls noch gemeistert werden. Vor allem muss über Straßennutzungsrechte und Parkraum gesprochen werden. Grundsätzliche sprechen sich der Deutsche Städte- und Gemeindebund für das Projekt aus.

Lokale Stromversorger sollen nach der Umrüstung die Energie liefern und die Abrechnung übernehmen. Ziel des Telekommunikationskonzerns ist es, eine deutschlandweite reisefreundliche Infrastruktur aufzubauen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

+++ News +++ Dekarbonisierung CO2-freie Städte – Studie zeigt Wege auf

Schneider Electric, Enel und das Weltwirtschaftsforum empfehlen in ihrem Bericht „Net Zero Carbon Cities: An Integrated Approach“ einen integrierten Energieansatz, definiert als „systemische Effizienz“, als Lösung für die aktuellen ökologischen,...

Weiter lesen

Eine Power-to-X-Anlage mit 24 MW Leistung soll erneuerbare Energien zur Erzeugung von grünem Wasserstoff zur Dekarbonisierung von Industrie, Verkehr und Transport im industriellen Maßstab nutzen.

Weiter lesen

Das Transportunternehmen Rhyner Logistik, das sich stark für nachhaltigen Transport einsetzt, beliefert die Schweizer Denner-Supermärkte nun auch mit einem vollelektrischen Renault Trucks D Wide Z.E. Das besondere dabei: Das Kühlsystem des...

Weiter lesen

Bisher konnten wir in unseren Heizkesseln oder Autos Kohlendioxid produzieren, ohne dafür zahlen zu müssen. Weil das Gas den Klimawandel vorantreibt, hat jede ausgestoßene Tonne CO2 ab Januar 2021 einen Preis.

Weiter lesen

Plug-in-Hybride schneiden bei ihren Verbrauchswerten oft nur mittelmäßig gut ab. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im ADAC Ecotest.

Weiter lesen
Anzeige