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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Technisat – Smarthome 
mit Z-Wave und WLAN

Das Thema Hausautomation hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Was noch vor wenigen Jahren etwas für besser betuchte Bauherren war, ist heute ein Angebot für Jedermann. Dabei ist die Technik nicht nur preisgünstiger geworden, sondern immer wieder von neuen Ideen geprägt.

Zentraleinheit – je nach Bedarf (Quelle: Technisat)

Immer wieder neue Ideen sind ebenfalls die Basis des Geschäftserfolgs der Technisat GmbH. Die Gesellschaft wurde vor mehr als drei Jahrzehnten in der rheinland-pfälzischen Kreisstadt Daun (Vulkaneifel) gegründet und ist dort nach wie vor beheimatet. Zunächst hat alles mit der Sat-Empfangstechnik begonnen. Im Laufe der Jahre ist daraus eine umfangreiche Palette an Unterhaltungselektronik und Informationstechnik entstanden. Die Firma hat sich zu einem der führenden Hersteller von digitalen Empfängern und TVs entwickelt. Das Unternehmen verfügt inzwischen über mehrere Standorte in Deutschland sowie Produktionsstätten in Polen, Ungarn und China. Seit zwei Jahren ist Technisat auf dem Smarthome-Markt aktiv und hat auf der IFA 2017/2018 sein Systemkonzept präsentiert. Das Angebot richtet sich an Endkunden, es ist aber – vor allem wegen des gelungenen technischen Konzeptes und der daraus resultierenden Einsatzmöglichkeiten – für Installationsbetriebe des Elektrohandwerks interessant.

Gerätetechnik

Das funkbasierte System setzt auf einer klassischen Elektroinstallation auf und ist daher für Renovierungen und Nachrüstungen insbesondere im Wohnbereich (Einfamilienhäuser und Mietwohnungen) konzipiert. Dabei steht die Erhöhung von Komfort und Sicherheit im Mittelpunkt, das wird schnell anhand der im Infokasten aufgeführten Anwendungsvorschläge deutlich.

Systemkonzept

Das vorgestellte System setzt ein WLAN-Heimnetz voraus. Für die Anbindung von Kameras und die Nutzung von Tablets/Smartphones zur Inbetriebnahme und Bedienung wird dieses Netz ebenso gebraucht wie für die ggf. gewünschte Einrichtung eines Fernzugriffes. Sensoren und Aktoren werden über das speziell für die Hausautomation konzipierte Funksystem Z-Wave mit einer Zentrale verbunden. Dieses Konzept verbindet die Vorzüge zweier Funksysteme in gelungener Weise. WLAN ist in der Regel ohnehin vorhanden und bietet eine hohe Übertragungsrate für die Bildübertragung. Mit Z-Wave wird ein Funkstandard verwendet, der speziell für die Hausautomation geschaffen wurde. Dieser wird von einer großen Anzahl von Herstellern unterstützt und hat in der Form von Z-Wave-Plus in den letzten Jahren eine deutliche Weiterentwicklung erfahren. Das Angebot an Geräten umfasst neben verschiedenen Zentraleinheiten auch Sensoren und Aktoren sowie Kameras.

Zentraleinheiten

Die vorgestellte Lösung ist eng mit dem Angebot des Unternehmens an Fernsehern verbunden. Dies wird an den Zentralgeräten deutlich (Bild):

Z-Wave-Stick. Mit dem Z-Wave-Stick können ausgewählte TVs einfach und kostengünstig zur Smarthome-Zentrale aufgerüstet werden.

Digipal-Smarthome. Geschickt vereint dieses Gerät die Funktionen eines Multimedia-Receivers und einer Smarthome-Zentrale. Mit WLAN und Bluetooth ist der Receiver zudem für das Streamen von Filmen und Musik geeignet und ermöglicht den Zugriff auf das Internet über das angeschlossene Fernsehgerät.

Zentraleinheit. Mit der schlichten Bezeichnung „Zentraleinheit 2“ steht eine Vorrichtung zur Verfügung, welches nicht zwingend ein TV-Gerät voraussetzt und hinsichtlich der Bedienung auf Tablets und Smartphones orientiert.

Sensoren

Das Angebot des Herstellers umfasst 4 Sensoren:

1 Tür-/Fensterkontakt,

1 Rauchwarnmelder,

1 Wassersensor und

1 Multisensor.

Alle Geräte werden mit Batterien betrieben. Der Multisensor ist ein echtes Multitalent, der Umweltgrößen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit, Bewegung, UV-Strahlung sowie Vibrationen/Erschütterungen erfasst. Geschickt platziert lassen sich damit eine Fülle von Komfort- und Sicherheitsfunktionen realisieren. Hier eröffnen sich für den kreativen „Programmierer“ nahezu unendlich viele Möglichkeiten. Die übrige Sensorik deckt die üblichen Einsatzfälle ab und dient vor allem Sicherheitsfunktionen.

Kameras

Ergänzend zur Sensorik werden eine Außen- und eine Innenkamera angeboten. Damit ist die Beobachtung beliebiger Innen- (z. B. Kinderzimmer) oder Außenbereiche (z. B. Garagenzufahrt oder Garten) anhand von Live-Bildern über ein TV-Gerät oder das Smartphone/Tablet möglich. Die Nachtsichtfunktion erlaubt dies auch bei Dunkelheit. Die Geräte können wahlweise über LAN oder WLAN in das Heimnetz eingebunden werden.

Aktoren

Der Hersteller stellt 3 Aktoren zur Verfügung:

Heizkörperthermostat. Der Thermostat wird über Batterie versorgt und ist zu diversen Heizkörperventilen mechanisch kompatibel.

Zwischenstecker. Mit dem Zwischenstecker können Lasten bis zu 3 000 W geschaltet werden.

Innensirene. Die Sirene wird über ein USB-Netzteil versorgt und ist für einen Stromausfall mit einem Notstromakkumulator ausgerüstet.

Bediengeräte

Das besprochene Smarthome-System bietet gleich 4 Bedienvarianten:

Taster. Die einfachste Möglichkeit ist der Szenenschalter. Das Bedienfeld des Schalters umfasst 4 Tasten und unter Nutzung von Tastenkombinationen können damit bis zu 8 definierte Funktionen aufgerufen werden.

App. Zeitgemäß ist die Bedienung per App mit Hilfe eines Smartphones oder Tablets.

IR-Fernbedienung. Es kann auch die Bedienung mittels IR-Fernbedienung und geeignetem TV-Gerät erfolgen.

Sprachsteuerung. Last but not least kann eine Anlage – bei Vorhandensein der entsprechenden Technik – auch mit der Alexa-Sprachsteuerung bedient werden. Hierzu wird eine entsprechende Kommunikationskomponente (Echo Dot) benötigt.

Inbetriebnahme

Für die Inbetriebnahme der Smarthome-Komponenten und die Vereinbarung von Funktionen steht in der Connect-App ein eigener Anwendungsbereich zur Verfügung. Damit können Sensoren und Aktoren eingelernt, Funktionen und Szenen vereinbart sowie Timer definiert werden. Die App ist weitgehend intuitiv bedienbar, nicht zuletzt deshalb, weil deren Entwicklung ausdrücklich mit Blick auf die Nutzung durch Laien realisiert wurde. Eventuell auftretende Reichweitenprobleme können recht unkompliziert mittels des Zwischensteckers, der zugleich als Repeater wirkt, gelöst werden. Für die Einbindung der Kameras sind Netzwerkkenntnisse unverzichtbar. Handhabung und Funktion der Komponenten werden anhand der Unterlagen und in Form diverser Videoanleitung umfassend erläutert. Der Einstieg in das Angebot wird zudem durch einige Aufrüst- und Startpakete (siehe Kasten) erleichtert.

Fazit

Die Smarthome-Lösung des Unternehmens Technisat ist ein interessantes Angebot – auch für den Elektrotechniker. Mit dem System lassen sich ganz gezielt unterschiedliche Kundenwünsche zu einem vergleichsweise günstigen Preis-/Leistungsverhältnis erfüllen. Jedoch sind Netzwerkkenntnisse unerlässlich, auch wenn man auf die Einrichtung des Fernzugriffes verzichtet. Mit der Sprachsteuerung steht zudem eine spannende – wenn auch nicht ganz unumstrittene – Bedienalternative zur Verfügung. Das System ist noch vergleichsweise neu am Markt und verfügt vom Konzept her über erhebliches Potential zur Weiterentwicklung. Man darf also gespannt sein, was auf der IFA 2019 diesbezüglich vorgestellt wird.

Autor: H. Möbus

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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