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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Stromversorgung für Rettungsfahrzeuge

Welche Stromversorgung sieht die entsprechende Norm für Einsatzfahrzeuge von Rettungsdiensten vor?

(Bild Thaut Images/stock.adobe.com)

Frage:
Wir sind in unserem Landkreis Träger des Rettungsdienstes. Jetzt kam bei uns die Frage der richtigen Stromversorgung der Einsatzfahrzeuge auf. Ein Hersteller hat mit dem Hinweis auf die DIN 0100 bemängelt, dass die Einspeisekabel nur in H07RN-F 3×1,5 und nicht in 3×2,5 ausgeführt sind. Ist für unseren Anwendungsfall die Norm DIN VDE 0100-717 (VDE 0100-717) verpflichtend oder bildet eine andere Norm unseren Anwendungsfall ab? Die Einspeisung am Fahrzeug dient Hauptsächlich der Ladehaltung, es ist aber auch ein 230-V-Heizlüfter verbaut, der jedoch nur bei ausgeschalteten Motor funktioniert.

Antwort:
Vorweg.
Einsatzfahrzeuge und ähnliche Fahrzeuge stellen ein Problem dar, für welches es normativ immer noch keine praktikable Lösung gibt. Dies betrifft insbesondere solche Fahrzeuge, wie sie beim Anfragenden zum Einsatz kommen, aber auch Feuerwehrfahrzeuge und ähnliche, da darin wenig elektrische Betriebsmittel zur Anwendung kommen, aber formal ein Transformator in der Einspeisung notwendig werden kann.

Gerade das Formale macht Probleme, da solche Einrichtungen in den Anwendungsbereich der DIN VDE 0100-717 (VDE 0100-717) [1] fallen, siehe Text aus dem Anwendungsbereich von DIN VDE 0100-717 (VDE 0100-717):2010-10, wo folgendes festgelegt ist: „Beispiele sind Baueinheiten für Fernsehen und Rundfunk, medizinische Bereiche, Werbung, Feuerwehr, Verwendung für spezielle Informationstechniken, Baueinheiten für Katastrophenhilfe, Partyservice und Ähnliches.“

Somit dürfte immer ein Transformator in der Einspeisung notwendig werden, es sei denn, der Anschluss erfolgt immer über einen „Speisepunkt“ bei dem die Schutzmaßnahme wirksam ist, was durch eine Elektrofachkraft nachgewiesen sein muss.

Zum Einspeisekabel. Im Abschnitt 717.52.1 von DIN VDE 0100-717 (VDE 0100-717) [1] ist folgendes festgelegt: „Kabel/Leitungen vom Typ H07RN-F in Übereinstimmung mit DIN VDE 0282-4 (VDE 0282-4) oder Kabel/Leitungen mit gleichwertiger Ausführung mit einem Mindestquerschnitt von 2,5 mm2 Cu müssen für die Verbindung der Baueinheit mit der Stromversorgung verwendet werden.“

Daraus ergibt sich, dass die Beanstandung des Herstellers formal berechtigt ist.

Fazit. Die Einsatzfahrzeuge des Anfragenden fallen in den Anwendungsbereich der DIN VDE 0100-717 (VDE 0100-717) [1]. Somit muss für die Zuleitung eine Leitung vom Typ H07RN-F (oder gleichwertig) mit einem Querschnitt von mindestens 2,5 mm2 zur Anwendung kommen.

Ob alle übrigen Anforderungen aus der DIN VDE 0100-717 (VDE 0100-717) [1] eingehalten wurden, kann, wegen fehlender Informationen, nicht betrachtet werden.

Autor: W. Hörmann

Literatur:

[1] DIN VDE 0100-717 (VDE 0100-717):2010-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-717: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Ortsveränderliche oder transportable Baueinheiten.

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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