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Energietechnik
Solarbranche: Sorgen trotz neuem Rekord

Das sonnige Wetter bescherte Deutschland einen neuen Rekord: Im ersten Halbjahr 2019 lieferten die mehr als 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen rund 24,5 Milliarden Kilowattstunden sauberen Strom.

Die Solarenergie sicherte im 1. Halbjahr 2019 etwa 8 % des Bruttostromverbrauchs in Deutschland (Foto: BSW Solar)

Die Solarenergie sicherte im 1. Halbjahr 2019 etwa 8 % des Bruttostromverbrauchs in Deutschland (Foto: BSW Solar)

Keine sonnigen Aussichten für Solarbranche in Deutschland

Das ist ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund vier Prozent und entspricht 8,8 Prozent am Gesamtvolumen des erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2019.

Mit dieser Menge Solarstrom lässt sich rechnerisch der Jahresbedarf von sieben Mio. Drei-Personen-Haushalten decken. Doch der Bundesverband Solarwirtschaft ist besorgt: „Der neue Solarstromrekord darf nicht davon ablenken, dass es für die Bundesregierung höchste Zeit zum Handeln ist: Das ganze Klimakabinett weiß, dass wir in den ersten Monaten des nächsten Jahres auf einen herben Einbruch des Solarausbaus zusteuern, wenn nicht endlich der nahende Förderstopp für Solardächer beseitigt wird. Die Bundesregierung kann ihre Klimaziele nur mit der Vervielfachung und Entfesselung der Solarenergie erreichen, nicht aber mit einer bevorstehenden Vollbremsung beim Ausbau“, so Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Windkraftanlagen auf Platz – Ausbau stagniert

Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde im Jahr 2012 ein Förderstopp für Solardächer bei dem Erreichen einer Bemessungsleistung von 52 Gigawatt eingeführt. Zwar steht im Gesetz, dass „rechtzeitig“ eine Anschlussregelung geschaffen werden solle. Aber bis heute hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie noch keine Vorlage für den künftigen Solarausbau veröffentlicht. Wissenschaftliche Regierungsberater erwarten, dass der Ausbau von Solardächern ohne Anschlussregelung auf ein Drittel des derzeitigen Ausbauvolumens schrumpft.

Der Anteil erneuerbarer Energien stieg im ersten Halbjahr 2019 auf insgesamt 47,3 Prozent. Die Windenergie konnte ebenfalls kräftig zulegen. Sie belegt Platz eins der Quellen für Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Die gute „Windernte“ erzeugte knapp 55,8 Milliarden Kilowattstunden der Gesamterzeugung des Stroms, was eine Steigerung um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Windkraftanlagen auf dem Wasser legten um 30 Prozent auf 12 Milliarden Kilowattstunden zu. Beim Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen herrscht allerdings Flaute. Auf Platz zwei folgen die Solaranlagen. Biomasseanlagen liegen auf Platz drei mit 8,4 Prozent. Wasserkraftwerke erzeugten knapp fünf Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen.

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