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Verbraucherschutzverband warnt
Smart Home – eine Gefahr für das Zuhause?

Viele Hersteller versuchen zurzeit Smart-Home-Komponenten am Markt zu platzieren. Jetzt warnt der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum e. V. (WiE) vor Risiken durch vernetzte Geräte.

Smart Home-Steuerung per Tablet

Die Funktionen des Smart Homes können per Tablet gesteuert werden (Bild: exclusive-design/stock.adobe.com)

In einem Smart Home ist es möglich, Haushalts- und Multimedia-Geräte  miteinander interagieren zu lassen und diese zentral fernzusteuern. Alltägliche Vorgänge wie das Öffnen und Schließen der Rollläden sowie die Steuerung von Heizung, Licht und Lautsprechern können per Computer, Smartphone oder Tablet an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Die Kommunikation ist per WLAN oder Bluetooth möglich. Damit empfangen und senden die Geräte Informationen.

Das vernetzte, intelligente Heim sorgt für mehr Sicherheit, spart wertvolle Zeit und senkt Energiekosten – so das Versprechen der Industrie. Studien sagen ein starkes Wachstum des Marktes voraus. Laut ECO und ADL werden sich die Smart-Home-Umsätze bis 2022 auf 4,3 Milliarden Euro verdreifachen, berichtet die Fachzeitschrift Moderne Gebäudetechnik (Studie: Smart-Home-Markt floriert).

Augen auf beim Kauf

Experten warnen allerdings vor dem übereifrigen Einsatz, denn oft werden Sicherheitsaspekte nicht ausreichend berücksichtigt. Ein weiteres Problem ist der fehlende Standard. Verschiedene Geräte sind nicht miteinander kompatibel. 

Die WiE-Geschäftsführerin Gabriele Heinrich warnt sogar vor unausgereifter Software. Dadurch entstehen Sicherheitslücken, über die ein Angreifer sensible Daten ausspähen könnte. Ob eine Software mangelhaft ist, lässt sich für Anwender nur schwer entdecken. Eine andere Schwachstelle stellen die Server der Hersteller dar. Diese können gehackt werden oder einfach nur ausfallen.

Deshalb rät Heinrich, dass Verbraucher erst einmal kritisch hinterfragen, ob sie die vernetzten Geräte wirklich benötigen. "Denn es mag sein, dass sie durch eine automatische Heizungssteuerung später einmal Geld für Energie sparen – aber erst einmal werden sie eine Menge Geld ausgeben, um ihr Haus 'smart' zu machen." 

Außerdem ist zu beachten, dass auch die neue Technik anfällig für Störung sein kann. 

Manko Extra-Kosten

Gabriele Heinrich weist darauf hin, dass Kunden beim Kauf auf die Nebenkosten für Apps und Datenspeicherung achten sollen. Einzelne Anbieter lassen sich die Gerätesteuerung per App zusätzlich bezahlen. Auch die Speicherung von Daten, z. B. Aufnahmen von Überwachungskameras, kann kostenpflichtig sein.

Es empfiehlt sie nach dem Kauf von smarten Geräten, unbedingt voreingestellte Passwörter zu ändern. Diese sollten aus großen und kleinen Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen bestehen. Die Sicherheit erhöht sich zusätzlich, wenn das Passwort regelmäßig gewechselt wird. Smart-Home-Geräte sollten nicht im gleichen Netzwerk betrieben wie der eigene Computer mit privaten Daten. Wichtig ist es zudem, regelmäßig die Updates der Hersteller aufzuspielen, um Sicherheitslücken zu schließen.

Wiwo empfiehlt deutsche Systeme

Das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche ließ schon 2014 die Firma AV-Test verschiedene Systeme auf Schwachstellen durchleuchten ("Die Hacker kommen durch den Kühlschrank"). Die Magdeburger konnten schließlich nur die Smart-Home-Systeme, die in Deutschland entwickelt wurden, empfehlen. Mit dabei im Test Gigaset, RWE und Qivicon von der Telekom. Diese Firmen beauftragen Dienstleister mit dem Test auf Schwachstellen, bevor sie in den Verkauf gehen. Die Web-Dienste laufen auf deutschen Servern.

Langfristige Nutzung

Die Stiftung Warentest testete in der Juli-Ausgabe 2017 acht Systeme: Apple, AVM, Deutsche Telekom, Devolo, Digital­Strom, eQ-3, Innogy und Nest Labs. ("Smart Home: Acht Einsteiger-Systeme im Vergleich"). Potentielle Kunden fragen sich, ob die Installation bereits in einigen Jahren überholt ist und sich die Investition lohnt. Nur ein Anbieter im Test sichert eine Nutzungsdauer von zehn Jahren zu.

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