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Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung
Sensible elektronische Geräte finanziell absichern - Was die Elektronikpolice und ihre Zusatzbausteine auffangen können

Ein Teil der elektronischen Geräte und Anlagen wird wegen der hohen Anschaffungskosten häufig geleast oder fremdfinanziert. Umso mehr ist es angeraten, sich vor Schäden oder gar Verlust dieser Technik finanziell abzusichern.

Serverraum für Computernetzwerk

Im Zuge der Digitalisierung der Wirtschaft investieren auch Handwerksbetriebe zunehmend in modernste Servertechnik, elektronische Mess- und Prüfgeräte und mobile High-End-Geräte. Laut einer aktuellen KfW-Studie belaufen sich die Investitionen des deutschen Mittelstandes zum Ausbau der Digitalisierung auf derzeit 10 Milliarden Euro im Jahr (Bild 1).

Inventarversicherung hilft nur begrenzt

Versichert ist die Hightech in vielen Fällen über die Firmeninhaltsversicherung. Sie deckt in der Regel Schäden ab, die durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser und Sturm und Hagel an elektronischen Geräten entstehen.

Experten sprechen aus Erfahrung

„Absicherung der klassischen Totalschadenrisiken wie Feuer und Einbruchdiebstahl. Das macht fast jeder“, so René Schmidt, Experte für technische Versicherungen bei der Inter. Häufig steigt das Risiko für die empfindliche Technik aber auch wegen fahrlässiger, unsachgemäßer Handhabung. Hohe Sturzgefahr besteht für mobile Geräte im Außeneinsatz: auf Baustellen etwa, wo sensible Messtechnik zum Einsatz kommt oder beim Kunden vor Ort, wo Notebooks und Tablet-PCs zu Präsentationszwecken eingesetzt werden. Ob vom Baugerüst oder vom Autodach – kurz abgelegt und bei Abfahrt vergessen – „Das sind die Klassiker“, weiß Schmidt. Pechvögel sind wohl auch schon über ihre Messtechnik – Laser- oder Nivelliergeräte – gefahren.

Auch schon dagewesen: Kondenswasser tropft aus der Klimaanlage auf den Rechner und erzeugt einen Kurzschluss. „Das sind Pannen, die Unternehmen oft nicht im Blick haben“, so Versicherungsexperte Martin Gayda von der Continentale (vgl. Beispiele – Aus den Schadensakten der Versicherer).

Das andere ist der Diebstahl von IT- oder Telekommunikationsgeräten wie Notebooks oder Smartphones. Fast jedes dritte Unternehmen hierzulande war davon in den vergangenen beiden Jahren betroffen, so eine aktuelle Studie des Digitalverbandes Bitkom. Dabei sei in der Regel unklar, ob die Täter es auf die Geräte an sich oder auf die darauf gespeicherten Daten abgesehen hätten.

Elektronikpolice bietet mehr Schutz

In solchen und anderen Fällen kommt die Elektronikversicherung zum Zug, die ebenso einfachen Diebstahl abdeckt. Das heißt: Es muss kein Einbruch vorausgegangen sein.

„Wir reden hier von einer sogenannten Allriskdeckung. Da ist alles versichert mit wenigen Ausnahmen – wie beispielsweise Vorsatz, Verschleiß und Krieg“, zieht Schmidt den Vergleich zur betrieblichen Inhaltsversicherung. Über die Elektronikversicherung können sämtliche technische Einrichtungen, die der Erzeugung und Umwandlung, dem Transport oder der Speicherung von Informationen dienen, versichert werden (Vgl. Kasten: Elektronikversicherung – Risikodeckung).

In erster Linie denkt dabei wohl jeder an die klassische Büro- und Informationstechnik – wie Telefonanlagen, das Rechnernetzwerk, sowie Kopierer, Drucker und Scanner. „Was gedanklich relativ schnell außen vor bleibt – auch die Meldetechnik, beispielsweise für Brand und Einbruch, gehört mit in den Versicherungsschutz“, sagt Gayda.

Darüber hinaus lassen sich je nach Bedarf beim Großteil der Anbieter auch weitere Gerätegruppen wie beispielsweise Mess-, Prüf- und Regeltechnik versichern (ep-Tipp).

Versichert sind die elektronischen Geräte und Anlagen auf den vereinbarten Betriebsgrundstücken – je nach Anbieter auch inklusive Home-Offices. Wird dort ein Gerät zum Beispiel durch einen Transport auf dem Betriebsgelände beschädigt, ist das in der Regel über die Elektronikpolice mit gedeckt.

Beim Vertragsabschluss beachten

Nach Baukastenprinzip absichern

Die jeweils passende Versicherungslösung ist bei den vielfältigen und unübersichtlichen Angeboten allerdings nicht einfach zu finden. Das gängige Baukastenprinzip lässt viele Varianten zu – mit der Elektronikversicherung für Hardware und Betriebssoftware als Fundament (Vgl. Kasten: Bausteine für Hard- und Softwareschutz).

Marktgängig für diesen Basisschutz ist eine Mindestprämie von 150 bis 250 Euro für Versicherungssummen zwischen 20.000 bis 30.000 Euro – bei Selbstbehalten zwischen 150 und 500 Euro.

Wer es bei der Elektronikversicherung ein paar Nummern kleiner und Werte zwischen 10 000 und 15 000 Euro absichern will, kann das bei einigen Gesellschaften aber auch mit einem Zusatzbaustein zur Inhaltsversicherung. „Große Betriebe dagegen brauchen weiterhin einen eigenständigen Vertrag“, erklärt Martin Gayda vom Anbieter Continentale.

Versicherungssumme richtig bestimmen

Egal, welche Variante man wählt, die Versicherung funktioniert nur dann, wenn die Versicherungssumme stimmt. Das ist aus Sicht der Experten immer noch eine der größten Achillesfersen. Hier sollte sich der Unternehmer wirklich Zeit nehmen und genau prüfen, ob tatsächlich das gesamte versicherbare Equipment erfasst ist. Es wäre nichts gewonnen, wenn im Schadenfall infolge einer Unterversicherung Tausende Euro bei der Erstattung gekappt werden – so Gayda.

Vorzeitigen Deckungsbeginn vereinbaren

Standardmäßig greift der Risikoschutz erst, wenn die Geräte betriebsfertig installiert sind. Das bedeutet, sie müssen auf dem Schreibtisch stehen und für die Arbeit bereit sein. Es besteht beispielsweise kein Risikoschutz für neue EDV-Bürotechnik, die noch in Kartons verpackt ist und abhandenkommt.

Tipp: Sinnvoll ist daher ein vorzeitiger Deckungsbeginn, das heißt Schutz schon ab Anlieferung.

Klausel für Technologiefortschritt beachten

Die Elektronikversicherung bezahlt die schadensbedingten Wiederherstellungskosten und bei Totalverlust den Kaufpreis, den das Gerät zu diesem Zeitpunkt neu kostet.

Tipp: Die Police sollte auf jeden Fall dem technischen Fortschritt Rechnung tragen: Gibt es das zerstörte Gerät im Handel nicht mehr, besteht so Anspruch auf ein Gerät der aktuellen Nachfolgegeneration – und zwar ohne Abzüge aufgrund verbesserter Leistungen.

Dass der Elektronikvertrag bei Totalschaden auch die Mehrkosten für die aktuelle Nachfolgegeneration des Geräts abdeckt, davon könne man jedoch nicht standardmäßig ausgehen, merkt Gayda an. „Gerade in älteren Verträgen könnte diese Klausel für Technologiefortschritt fehlen.“ Sie sollten deshalb daraufhin überprüft werden.

Die Digitalisierung der Prozesse gewinnt auch in den kleineren Unternehmen zunehmend an Bedeutung (Grafik: Gothaer KMU-Studie 2017)

Autor: C. Fritz

Der vollständige Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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