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Meisterbonus
Sachsen folgt Bayern – 1.000 Euro für den Meisterbrief

Nach Bayern führt auch Sachsen den Meisterbonus ein. Thüringen lehnt den Bonus ab. Die Begründung ist originell.

Am 9. August 2016 beschloss die sächsische Landesregierung das Förderprogramm Meisterbonus. Wer seine Meisterprüfungen erfolgreich absolviert, erhält ab 1. September 2016 einen Zuschuss von 1.000 Euro.

Das sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) stellt dafür 1,65 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Damit können 1.650 Meister unterstützt werden.

Von 1993 bis 2015 sanken die Meisterprüfungen in Sachsen von 5.635 auf 2.244. Nicht jede Prüfung ist erfolgreich, 1.650 neue Meister pro Jahr sind deshalb durchaus realistisch.

Gefördert werden Handwerks-, Industrie- und Fachmeister, außerdem Meister der Land-, Forst- und Hauswirtschaft. Sie müssen ihren Hauptwohn- und Beschäftigungsort in Sachsen haben. Eine detaillierte Auflistung aller förderfähigen Meisterabschlüsse hat das SMWA noch nicht veröffentlicht.

Bayern fördert Meister seit 2013

In Bayern werden erfolgreiche Meisterabschlüsse seit 1. September 2013 mit 1.000 Euro gefördert. Den Meisterbonus der Bayerischen Staatsregierung erhält jeder Absolvent, der die Prüfungen bestanden hat. Das Geld wird ihm unbürokratisch überwiesen, ohne zusätzliche Anträge ausfüllen zu müssen. Voraussetzungen sind Hauptwohnsitz und Prüfungsabnahme in Bayern.

Die Bayerische Staatsregierung hat alle förderfähigen Abschlüsse in der Richtlinien zur Vergabe des Meisterbonus und des Meisterpreises aufgelistet.

Thüringen lässt Meister zappeln

Bis September 2014 regierte in Thüringen eine SPD-CDU-Koalition, FDP, Linke und Grüne waren in der Opposition.

Im April 2014 brachte die FDP im Landtag einen Antrag ein, mit dem sie die Einführung des Meisterbonus in Thüringen forderte. Die Fraktion der Grünen schloss sich dem Antrag an. Er wurde von der Regierungskoalition abgelehnt.

Seit der Wahl im September 2014 wird Thüringen von einer Koalition aus Linken, SPD und Grünen regiert. Im März 2015 erinnerte sich die CDU an den Meisterbonus. Als jetzige Oppositionspartei brachte sie jenen Antrag ein, den sie ein Jahr zuvor als Regierungspartei abgelehnt hatte: Die Koalition möge den Meisterbonus einführen.

Der Antrag wurde von der neuen Landesregierung abgelehnt – auch von den Grünen, die 2014 noch den Meisterbonus unterstützten.

Für die Linke begründete der wirtschaftspolitische Sprecher Dieter Hausold die Ablehnung damit, dass man die Evaluierung des Meisterbonus in Bayern abwarten wolle, die 2016 erfolgen soll.

Hausolds Rede ist dokumentiert (hier im Original, hier sprachlich geglättet). Sie liest sich, als hätte der Wirtschaftsexperte im Landesparlament eine Büttenrede gehalten. In sinnfreien Sätzen schiebt er die zukünftigen Meister auf die Nudel.

Früher war auch die Linke für den Meisterbonus. In der Opposition.

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