Anzeige

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
RCDs für elektrischen Durchlauferhitzer

Welche normativen Anforderungen für Fehlerstromschutzschalter für Durchlauferhitzer in Haushalt und Kindergärten müssen beachtet werden? Was für RCDs kommen dabei zum Einsatz?

(Bild: reverent/pixabay)

(Bild: reverent/pixabay)

Frage: Welche Art von Fehlerstromschutzschalter müssen für Durchlauferhitzer in Haushalt und Kindergarten installiert sein. Welche Normen gelten hier?

Antwort: In den Normen der Reihe DIN VDE 0100 (VDE 0100) gibt es keine „globale“ Forderung für Stromkreise, die fest errichtete elektrische Betriebsmittel versorgen, Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) vorzusehen.

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) können in elektrischen Anlagen, die aus einem TT-System versorgt werden, fast immer gefordert sein. Dann sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) auch für Stromkreise, die elektrische Verbrauchsmittel, wie z. B. Durchlauferhitzer versorgen, gefordert.

Für elektrische Anlagen, die aus einem TN-System versorgt werden, gibt es aber keine Forderungen nach Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) auch nicht in Räumen mit Badewanne oder Dusche.

Aber auch in TN-Systemen gibt es bestimmte Bereiche/Orte wo auch für Durchlauferhitzer Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) gefordert sein können. Das trifft z. B. für feuergefährdete Bereiche zu, wo Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 300 mA gefordert sein können. Auch für Schwimmbäder/Schwimmhallen ist eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA gefordert, sofern der Durchlauferhitzer im Bereich 2 (wo er errichtet werden darf) errichtet wird.

Fazit: Im TN-System wird der Anfragende – mit obigen Ausnahmen – den Stromkreis zur Versorgung eines Durchlauferhitzers nicht mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) schützen müssen.

Diese Aussagen gelten auch für Kindergärten, sofern nicht der Gemeindeunfallversicherer (GUV) andere Vorgaben macht. Solche Vorgaben können von Region zu Region unterschiedlich sein.

Wenn sich die Frage „Welche Art von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) notwendig sind“ auf den Typ (Typ A oder B) bezieht, dann gilt, dass hierzu der Hersteller entsprechende Vorgaben machen muss. Wobei ich aber davon ausgehe, dass sich bei Durchlauferhitzern – sofern überhaupt eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) notwendig sein sollte – diese Frage nicht ergeben dürfte.

Autor: W. Hörmann

Dieser Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Blitzschutzsystembauteile (LPSC): Die Norm DIN EN IEC 62561-7 2018-10 (VDE 0185-561-7) beschreibt die Anforderungen an Mittel zur Verbesserung der Erdung.

Weiter lesen

Vor einiger Zeit wurden im Elektropraktiker einige Probleme sowohl mit der Begrifflichkeit als auch mit der Berechnung des Spannungsfalls dargestellt [1]. In der Zwischenzeit konnten die Rätsel zum Teil geklärt und mögliche Lösungsansätze gefunden...

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Wiederholungsprüfung nach DGUV Vorschrift 3

Sind Wiederholungsprüfungen für ortsveränderliche Geräte notwendig, wenn eine Erstprüfbescheinigung durch eine Geräte-Leasing-Firma vorliegt?

Weiter lesen

Das Druckausgleichselement (DAE) sorgt für eine konstante Be- und Entlüftung von Gehäusen, sodass die Leckgrenze der Dichtung von ca. 70 mbar nicht überschritten wird.

Weiter lesen

Diese Normen enthalten Eigenschaften von anwendungsneutralen Kommunikationskabelanlagen sowie Festlegungen zum tertiären (horizontalen) Teilsystem der Verkabelung.

Weiter lesen
Anzeige