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Leuchtmittelhersteller droht das Aus
Osram-Tochter Ledvance – Massiver Abbau von Arbeitsplätzen in Deutschland

Chinesische Investoren wollen zwei ehemalige Osram-Werke in Deutschland schließen. Die zwei weiteren deutschen Standorte müssen mit einem deutlichen Personalabbau rechnen. Nach Angaben des Unternehmens sollen rund 1.300 von den etwa 2.300 Mitarbeitern gehen.

Foto: Ledvance

Die Werke in Augsburg und Berlin sollen komplett geschlossen werden. Dort streicht das Unternehmen insgesamt 850 Arbeitsplätze. Die zwei weiteren Standorte Wipperfürth und Eichstätt mit rund 700 Mitarbeitern bleiben vorerst erhalten. Allerdings sei mit einem drastischem Personalabbau zu rechnen. 100 weitere Stellen streicht Ledvance am Unternehmenssitz Garching bei München.

Rückgang des Marktvolumens des traditionellen Lampengeschäfts

Die Einschnitte seien wegen des Einbruchs am Markt für Glühlampen und einer immer geringeren Auslastung der Werke unausweichlich, heißt es aus Industriekreisen. Das Unternehmen schreibt mit einem Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro hohe Verluste. Das Geschäft mit traditionellen Glüh-, Halogen-, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren wird durch die Leuchtdiodentechnologien (LED) ersetzt. Die Werke sind nach eigenen Angaben nur noch zu 20 bis 40 Prozent ausgelastet. Das traditionelle Geschäft gehe bis 2025 um 90 Prozent zurück, heißt es weiter.

Ledvance, Hersteller von LED-, Halogen- und Energiesparlampen für den Allgemeinbedarf, gehörte ursprünglich zu Osram. In den vergangenen Jahren waren bereits unter der Osram-Führung mehr als 3.000 Stellen allein in Deutschland abgebaut worden. 2016 wurde das traditionelle Lampengeschäft abgespalten und als eigenständiges Tochterunternehmen weiter geführt.

Untergang auf Raten

Im Sommer desselben Jahres verkündete man den Verkauf der Sparte mit den weltweit 9.000 Mitarbeitern an ein Konsortium des chinesischen LED-Spezialisten MLS und die Finanzinvestoren IDG sowie Yiwu für 400 Millionen Euro. Für die Nutzung der Namensrechte sollte Osram zudem Lizenzgebühren erhalten. Als einen „Meilenstein für Osram in seiner Aufstellung hin zum High-Tech-Unternehmen" bezeichnete Olaf Berlien, Osram-Vorstandschef, die Übernahme damals. Osram habe den „besten Eigentümer" für sein Lampengeschäft gefunden.

Nach der Trennung von seinem Lampengeschäft konzentriert sich Osram nun auf andere Geschäfte. Wie kürzlich bekannt wurde, möchte der Konzern demnächst eine hochmoderne LED-Chip-Fabrik in Malaysia eröffnen. Mit dem Autozulieferer Continental wurde gleichzeitig eine Kooperation für Beleuchtung und Sensoren für Autos beschlossen.

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