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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Multisensor Sens‘it – ein Schritt ins Internet der Dinge

Begriffe wie Industrie 4.0 oder Kürzel wie IoT und IIoT sind aus dem aktuellen Sprachgebrauch kaum mehr wegzudenken. Aber was verbirgt sich dahinter? Ein großes allumfassendes Konzept wohl kaum. Eher viele kleine und auch größere Schritte, ein Puzzle von Ideen und Produkten.

Sens'it – ein Multisensor (Quelle: Sigfox/Conrad)

Eines ist aber dabei schon heute sicher, die Verfügbarkeit von Kommunikationsmöglichkeiten bildet die Basis eines jeglichen Internets der Dinge.

Der Versandhändler Conrad-Electronic ist nicht zuletzt wegen der Aktualität der angebotenen Produkte und eines guten Gespürs für kommenden Entwicklungen bekannt. Regelmäßige Besuche der Webseite des Unternehmens vermitteln der interessierten Fachkraft viele nützliche Informationen und regen dazu an sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Das gilt auch für den seit einiger Zeit angebotenen Multisensor Sens‘it [1]. Das Gerät wird seitens des Herstellers [2] ausdrücklich mit der Intention angeboten, Anwendern die Möglichkeiten zu geben, die Vorzüge des Sigfox-Kommunikationsnetzwerkes (siehe Kasten) kennen zu lernen. Sens‘it wird zwar ausdrücklich als Demo-Kit bezeichnet, wegen der Vielfalt an integrierter Sensorik bietet es aber auch eine Fülle praktischer Anwendungsmöglichkeiten und damit die Chance, das Notwendige mit dem Nützlichen zu verbinden.

 

Gerätetechnik

Der Multisensor ist in einem kompakten Gehäuse untergebracht und verfügt über eine USB-Schnittstelle (Bild). Die Speisung des Gerätes erfolgt mittels einer Batterie bzw. durch einen Akku, der über die Micro-USB-Schnittstelle aufgeladen werden kann.

 

 

Sensorik

Der Multisensor ist insbesondere mit Sensorik zur Erfassung von Umgebungsbedingungen ausgestattet, wie

  • Temperatur,
  • Luftfeuchtigkeit und
  • Helligkeit

Darüber hinaus können mit dem

  • Magnetdetektor,
  • Beschleunigungssensor und
  • Reed-Kontakt

Ortsveränderungen des Gerätes bzw. technische Veränderungen in dessen Umfeld detektiert werden.

Anwendungen

Die Einstellung des Gerätes für eine Anwendung erfolgt mittels einer Taste. Seitens des Anbieters werden 5 Möglichkeiten der Anwendung gewissermaßen als Standardanwendungen vorgegeben.

  • Im Klimamodus werden Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte gemessen und gesendet. Je nach Einstellung kann das alle 10 Minuten, jede Stunde, alle 6 Stunden oder 1 x täglich erfolgen.
  • Bei der Lichtüberwachung können Helligkeitswerte entweder in den zuvor genannten Intervallen erfasst werden oder es wird nur die Unter-/Überschreitung von Werten erfasst und übermittelt.
  • Im Tür-/Fenstermodus wird – bei entsprechender Installation des Gerätes – jede Öffnung gemeldet.
  • Bei der Magneterkennung erzeugt das Gerät eine Meldung bei der Entfernung von einem Magneten.
  • Bewegung und Vibrationen oberhalb eines bestimmten Grenzwertes können mittels der Vibrationserkennung gemeldet werden.

Darüber hinaus kann aber auch mittels der Gerätetaste manuell der Versand einer Nachricht ausgelöst werden. Abgeleitet davon ist eine Vielzahl praktischer Anwendungen denkbar. Im Eintrag zu Sigfox in der Wikipedia [3] werden praktische Nutzungsmöglichkeiten genannt, wie:

  • Kfz-Diebstahlschutz,
  • Überwachung von Parkplatz-Belegungen,
  • Füllstandsüberwachung,
  • Überwachung von Kühlketten,
  • Patientenüberwachung oder
  • Überwachung von Ausrüstung (z. B. Brandmelder, Defibrilatoren).

Datenübermittlung und 
-bereitstellung

Der Multisensor kann pro Tag bis zu 140 Nachrichten (max. 6 Nachrichten pro Stunde) mit einer Länge von bis zu 12 Bytes versenden. Der Versand der Nachrichten erfolgt – unter Nutzung unterschiedlicher Frequenzbereiche – parallel an etwa drei Sigfox-Basisstationen. Eine Bestätigung des Empfangs der Nachricht erfolgt nicht. Von den Sigfox-Basisstationen erfolgt deren Weiterleitung ins Internet. Für den Nutzer werden die Informationen als Zeitreihen dargestellt und können per PC, Tablet oder Smartphone abgerufen werden. Bestimmte Ereignisse können aber auch – ggf. unter Nutzung des Dienstes IFTTT – zur Erzeugung von Push-Nachrichten genutzt werden, die dann per E-Mail, SMS, Facebook oder Twitter versandt werden.

Energieversorgung

Das Gerät wird über einen wiederaufladbaren Akku gespeist. Wie lange eine Aufladung reicht, wird vor allem durch die Anzahl der abgesetzten Nachrichten bestimmt. Das resultiert aus der Tatsache, dass das Gerät in den Zeiten zwischen dem Versand von Nachrichten weitgehend inaktiv ist und in dieser Zeit daher kaum Energie verbraucht.

Fazit

Sens‘it ist ein absolut innovatives Angebot. Der interessierten Fachkraft bietet das Gerät die Chance, sich mit neuen Kommunikationsmöglichkeitenzu beschäftigen und so deren Vorzüge und Grenzen zu erkennen. Der dazu nötige zeitlich und finanzielle Aufwand ist durchaus überschaubar. Wegen der absehbar weitreichenden Konsequenzen der Verfügbarkeit neuer und andersgearteter Kommunikationsmöglichkeiten sollte dieses Gerät auch in der Ausbildung Berücksichtigung finden.

Autor: H. Möbus

Literatur:

[1] Informationen zum Multisensor Sens‘it auf der Firmenhomepage conrad.de.

[2] Informationen zu Sens‘it und Sigfox auf sigfox.com.

[3] Wikipediaeintrag zu Sigfox auf https://de.wikipedia.org/wiki/Sigfox.

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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