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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Leuchten in Räumen mit Badewanne oder Dusche

Dürfen 230 V-Leuchten in unmittelbarer Nähe einer Dusche angebracht werden? Ist der Einbau einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung notwendig?

Leuchten in Räumen mit Badewanne oder Dusche

(Foto: Adrien Villez/Pixabay.com)

Frage:

Darf ich in einer Decke, direkt über einer Dusche in einer Höhe > 2,25 m eine Leuchte mit AC 230 V installieren? Welche Anforderungen werden an Leuchten außerhalb der Bereiche 0, 1 und 2 gestellt? Muss dieser Stromkreis durch eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung geschützt werden?

Antwort:

Vorweg. Die Bereiche 1 und 2 in Räumen mit Badewanne oder Dusche enden nach Abschnitt 701.30.3 und Abschnitt 701.30.4 von DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701) [1] im Allgemeinen in einer Höhe von 2,25 m. Befindet sich jedoch ein Wasserauslass, z. B. der Anschluss eines Duschkopfes in einer Höhe über 2,25 m, so gehört auch dieser Bereich noch zu den jeweiligen Bereichen, d. h. der Bereich 1 und 2 endet dann in der Höhe der festen Wasserauslassstelle, siehe Bild.

Der Bereich über 2,25 m bzw. über dem höchsten Wasserauslass, sofern er über 2,25 m angeordnet ist, gilt als „außerhalb der Bereiche“. Außerhalb der Bereiche dürfen alle elektrischen Betriebsmittel/Verbrauchsmittel errichtet werden. Selbst Steckdosen dürften in dieser Höhe errichtet werden, was natürlich als etwas sinnlos zu betrachten ist, weil solche Steckdosen dann kaum verwendet werden können. Aber für einen steckerfertigen Heizstrahler könnte eine solche Steckdose geeignet sein.

Leuchten in einer Decke, die sich in 2,3 m über dem Fußboden befindet. Wenn die vorgesehene Leuchte in oder an der Decke befestigt wird und nicht in den Bereich 1 (bis 2,25 m bzw. unter Berücksichtigung eines höheren Wasserauslasses) oder in den Bereich 2 hineinreicht, dann darf eine Leuchte auch mit 230 V dort errichtet werden.

Schutzart. Bezüglich der notwendigen Schutzart außerhalb der Bereiche gibt es in DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701) [1] keine direkten Vorgaben. Hier gelten die allgemeinen Festlegungen von Anhang ZA. 1 von DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510) [2], dass die elektrischen Betriebsmittel entsprechend den zu erwartenden Umgebungsbedingungen auszuwählen sind.

In diesen Bereichen „außerhalb der Bereiche“ kann nach meiner Meinung die Schutzart IP20 ausreichend sein, da nicht damit gerechnet werden muss, dass über längere Zeit jemand bewusst die Decke mit dem Brauseschlauch abspritzen wird. Im Zweifelsfall sollte aber eine höhere Schutzart in Erwägung gezogen werden.

Tabelle 1 gibt eine Übersicht der Mindestschutzarten in Räumen mit Badewanne oder Dusche.

Sofern aber mit Strahlwasser gerechnet werden muss, beträgt die vorgegebene Schutzart in den Bereichen 1 und 2 mindestens IPX5.

Hierbei ist zu beachten, dass die Schutzarten für die elektrischen Betriebsmittel/Verbrauchsmittel unabhängig von der Höhe der Spannungen berücksichtigt werden müssen.

Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Alle Stromkreise, die elektrische Betriebsmittel/Verbrauchsmittel in einem Raum mit Badewanne oder Dusche versorgen, müssen durch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCDs) mit einem Bemessungsdifferenzstrom nicht größer als 30 mA geschützt sein.

Von dieser Forderung sind ausgenommen:

  • Stromkreise zur Versorgung von Wassererwärmern;
  • Stromkreise mit SELV oder PELV;
  • Stromkreise mit Schutz durch Schutztrennung.

Autor: W. Hörmann

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Bild Mitte rechts: Ausdehnung der Bereiche in der Höhe am Beispiel einer Dusche ohne Wanne (Quelle: Werner Hörmann; ep)


Literatur:

[1] DIN VDE 0100-701 (VDE 0100-701):2008-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 7-701: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art – Räume mit Badewanne oder Dusche.
[2] DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510):2014-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-51: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Allgemeine Bestimmungen.

Tafel: {1}
Mindestschutzarten in Räumen mit Badewanne oder Dusche (Quelle: Werner Hörmann)

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