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Risiken der Digitalisierung
Massiver Internetausfall in Seoul

Vergangenen Samstag wurden in der südkoreanischen Hauptstadt über 210.000 Haushalte vom Internet abgeschnitten.

Sungnyemun Namdaemun Gate in Seoul (Fot: Eyetronic/stock.adobe.com)

Schuld war ein Brand in einem unterirdischen Kabeltunnel, der spürbare Ausfälle bei der Telekom-Tochter KT zur Folge hatte. Am 24.11.2018 brach ein Feuer in einem Kabelsystem ohne automatische Löschfunktion aus. Laut Korea Times gibt es ein solches System erst ab einer Tunnellänge von 500 Metern. Die betroffene Stelle war jedoch kürzer und deshalb nicht genügend gegen einen möglichen Brand geschützt.

Mehr als 200 Feuerwehrleute waren mit der Bekämpfung des Brandes über zehn Stunden beschäftigt. Am Sonntag hatte man 60 Prozent der Mobilfunkverbindungen und 70 Prozent der Internetanschlüsse zwar wiederhergestellt, aber die Reparaturarbeiten zur vollständigen Instandsetzung ziehen sich laut Provider noch mehrere Wochen hin.

Der Zusammenbruch des Internets offenbarte die Risiken der Digitalisierung unserer Wirtschaft und unseres Privatlebens. Der Polizeinotruf fiel in den Dienststellen aus. In den betroffenen Krankenhäusern konnte Personal nicht kontaktiert und musste über die hauseigene Lautsprecheranlage ausgerufen werden. Kreditkartenzahlungen waren nicht möglich, Sicherheitssysteme versagten, Läden spielten keine Hintergrundmusik, da die Streaming-Dienste nicht mehr erreichbar waren, Navigationssysteme versagten, Lieferdienste mussten ihre Arbeit einstellen.

Kurios: Vor sonst verwaisten Telefonzellen bildeten sich lange Schlangen – allerdings nur an denen, wo man mit Bargeld zahlen konnte.

Im betroffenen Stadtteil leben nur 325.000 Menschen. Eine vergleichsweise geringe Zahl zur gesamten Einwohnerzahl Seouls mit 10 Millionen Menschen. Doch die zunehmende Abhängigkeit der Gesellschaft von der digitalen Kommunikation stellt die Provider vor neue Herausforderungen. Künftig müssen u. a. die Brandschutzregelung geändert werden. Der zuständige Minister sprach in einer eilig einberufenen Konferenz mit Vertretern der Provider und will hinsichtlich des Brandschutzes alle Telekommunikationsanbieter untersuchen lassen.

Ebenso müssen die Systeme gegen Hackerangriffe besser geschützt werden, wie das Jahr 2014 bewies. Damals fiel neun Stunden lang in Nordkorea das Internet komplett aus. Der Fall sorgte für reichliche Spekulationen, denn nur wenige Tage zuvor wurde das Filmstudio Sony Pictures in Hollywood Ziel eines Hacker-Angriffs, hinter dem die USA Nordkorea aufgrund des Filmstarts von „The Interview“ vermuteten.

Lesen Sie zum Thema Brandschutz unser Sonderheft „Vorbeugender Brandschutz“, dass die Themen Baulicher Brandschutz, Technischer Brandschutz (Anlagentechnik), Organisatorischer Brandschutz (Brandschutz-Management) sowie Praxiswissen abhandelt.

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