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Isolationsmessung ohne Abschalten der Anlage
Leserkommentar: "Unvermögen des Herstellers, das Problem zu lösen"

Zur Leseranfrage "Isolationsmessung ohne Abschalten der Anlage" erreichte uns der folgende Leserkommentar. Wir veröffentlichen ihn ungekürzt (*)

Messgeräte

Messgeräte (Symbolbild) (Foto: mihalec/stock.adobe.com)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Interesse habe ich im Elektropraktiker 08/2017 auf Seite 626-627 den Artikel Isolationsmessung ohne Abschalten der Anlage gelesen.

Das Problem mit den Ableitströmen an Industriemaschinen ist mir bekannt. Je mehr nichtlineare Verbraucher hinzukommen und je moderner diese werden, desto höher werden die Ableitströme.

Das ist zunächst mal ein technischer Fakt, der sich nicht komplett verhindern lässt. Allerdings kann die Höhe der Ableitströme erheblich beeinflusst werden.

Aus meiner Sicht gibt es folgende Ursachen für die teilweise unnötig hohen Ableitströme:

1. Fehlende normative Festlegungen, welche die Hersteller von nichtlinearen Betriebsmitteln verpflichten, die Ableitströme auf ein technisch mögliches und wirtschaftlich zumutbares Mindestmaß zu reduzieren.

2. Fehlende normative Festlegungen, welche die Hersteller von Maschinen und Anlagen verpflichten, die Ableitströme auf ein technisch mögliches und wirtschaftlich zumutbares Mindestmaß zu reduzieren.

3. Fehlendes Fachwissen bei den Hersteller von Maschinen und Anlagen. Dies betrifft häufig kleinere Hersteller und solche, welche die Steuerungen von einem externen Dienstleister konstruieren und zuliefern lassen. Der externe Dienstleister hat dann teilweise keine Detailkenntnis von dem, was außerhalb des Schaltschrankes stattfindet und keinen Auftrag vom (mechanisch geprägten) Maschinenhersteller, die EMV-Problematik incl. der Ableitströme im System zu koordinieren.

Wir haben selbst schon überforderte Maschinenhersteller erlebt, die Probleme mit zu hohen Ableitströmen nicht lösen konnten oder wollten.

Beispiel:

Wir bekamen eine mobile Öl-Filteranlage geliefert, die bedarfsweise für Instandhaltungszwecke an verschiedenen Maschinen eingesetzt werden sollte. Die mobile Öl-Filteranlage hatte für den Elektroanschluss einen 5-poligen Stecker CEE-16A. Leider konnte die mobile Öl-Filteranlage bei uns nirgendwo betrieben werden, weil an sämtlichen CEE-16A-Steckdosen die vorgelagerten FI-Schutzschalter (30 mA) auslösten. Aufgrund des Unvermögens des Herstellers, das Problem zu lösen, musste unsere Instandhaltung dann die Anlage so umbauen, daß die Ableitströme unterhalb der Auslöseschwelle der FI-Schutzschalter blieben.

Eine Methode, um Ableitströme zu reduzieren, sind z. B. Motorleitungen mit symmetrischen Schutzleitern. Die Existenz und Wirkungsweise solcher Leitungstypen scheint jedoch diversen Maschinenherstellern nicht bekannt zu sein. Statt dessen werden lieber abgeschirmte Leitungen mit einem Schutzleiter verwendet, zur Freude der Ableitströme.

Mein Vorschlag:

In entsprechenden Normen sollten nicht nur Forderungen aufgestellt werden, sondern auch stichpunktartig Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

(*) Der Name des Lesers ist der Redaktion bekannt.

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