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Leseranfrage
Leiterkennzeichnung von Anschlüssen autarker Kochfelder

Unser Fachautor W. Hörmann beantwortet die Leseranfrage: Wie genau schließt man ein autarkes Kochfeld an?

(Bild: Turi/stock.adobe.com)

Frage: In den Herstellerunterlagen für ein autarkes Kochfeld wird dessen Anschluss über ein fünfadriges Kabel empfohlen. Der graue Leiter soll als N-Leiter zusammen mit dem blauen Leiter angeschlossen werden. Ist es zulässig, die graue Ader als N-Leiter anzuschließen? Wäre es nicht sinnvoller, den grauen Leiter wegzulassen und nur den blauen Leiter als Neutralleiter anzuschließen? Aufgrund der Phasenverschiebung sollte es nicht zu einer Überlastung kommen. Wie ist hier die korrekte Anschlussweise?

Antwort: Der Anfragende zeigt ein Problem auf, dass immer wieder zu Leseranfragen führt, weil insbesondere die Hersteller von elektrischen Verbrauchsmitteln – wie sie in den Normen der Reihe DIN EN 60305 (VDE 0700) beschrieben werden – sich nicht an Pilotnormen, wie DIN EN 60445 (VDE 0197) [1] halten, geschweige denn die DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510) [2] berücksichtigen.

Im Abschnitt 6.2.2 von DIN EN 60445 (VDE 0197) [1] ist festgelegt, dass ein durch Farbe gekennzeichneter Neutral- oder Mittelleiter in der Farbe Blau ausgeführt sein muss, wobei die blaue Farbe – bis auf wenige Ausnahmen – sogar durchgehend vorhanden sein muss. Wenn es also um den Anschluss des fünfadrigen Kabels/der fünfadrigen Leitung geht, das/die in der elektrischen Anlage fest verlegt ist, bzw. um die Herdanschlussleitung zur Herdanschlussdose geht, dann muss DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510) [2] berücksichtigt werden. Somit gibt es Probleme, ein solches Kochfeld normgerecht anzuschließen.

Abweichende Festlegung der Hersteller. Meine Meinung, dass ein solches Gerät bezüglich der Leiterkennzeichnung nicht angeschlossen werden sollte, muss ich nun jedoch revidieren. Aufgrund der häufigen Anfragen zu diesem Problem mit einem „grauen“ Neutralleiter, habe ich mich mit dem für Kochfelder zuständigen Unterkomitee in Verbindung gesetzt. Von diesem Unterkomitee habe ich vor kurzem die Auskunft erhalten, dass die beteiligten Hersteller festgelegt haben, von der Festlegung in der Pilotnorm DIN EN 60445 (VDE 0197) [1] abzuweichen. Begründet wurde diese Abweichung damit, dass es logistisch nicht vertretbar wäre, für alle „Anschlussvarianten“ unterschiedliche kochfeldinterne Leitungen vorzusehen.

Somit darf die Elektrofachkraft nach den Vorgaben der jeweiligen Hersteller Kochfelder und ähnliche Einrichtungen anschließen, auch wenn ein grauer Leiter oder ein grauer Leiter gebrückt mit einem blauen Leiter vom Kochfeld mit dem blauen Leiter von der Herdanschlussdose verbunden werden muss. Was zum Thema Strombelastbarkeit gilt. Es ist sicher zutreffend, dass bei einem Anschluss über zwei Außenleiter – unterschiedliche Außenleiter vorausgesetzt – der Strom im Neutralleiter normalerweise, außer bei Oberschwingungen, nicht größer sein kann als der größte Strom in einem Außenleiter. So betrachtet wäre es also möglich, den grauen Leiter nicht als Neutralleiter zu verwenden, allerdings würde dann dem Kochfeld ein Neutralleiter fehlen, da ja die Kochfelder intern einmal gegen den blauen Neutralleiter und einmal gegen den grauen Neutralleiter angeschlossen sind.

Autor: W. Hörmann

Literatur
[1] DIN EN 60445 (VDE 0197):2011-10 Grund- und Sicherheitsregeln für die Mensch-Maschine-Schnittstelle – Kennzeichnung von Anschlüssen elektrischer Betriebsmittel, angeschlossenen Leiterenden und Leitern.
[2] DIN VDE 0100-510 (VDE 0100-510):2014-10 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-51: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Allgemeine Bestimmungen.


Diese und weitere Leseranfragen finden Sie in unserem Facharchiv.

Der vollständige Artikel ist in der Fachzeitschrift ep Elektropraktiker 06/2017 erschienen.

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