Anzeige

Normen und Vorschriften
Laden von Elektrofahrzeugen: DIN EN 50620 2017-11 (VDE 0285-620) und DIN EN 62196-2 2017-11 (VDE 0623-5-2)

Die elektrische Sicherheit hat für die Nutzung von Elektrofahrzeugen sowohl im Elektrofahrzeug selbst als auch in der Ladeinfrastruktur, einen hohen Stellenwert. Beim Ladevorgang können deshalb verschiedene Netzformen und Schutzmaßnahmen aufeinander treffen. Um auch hier eine umfassende Sicherheit für den Anwender zu gewährleisten, erfordert dies eine sorgfältige Koordination und Ausführung aller Maßnahmen.

Laden von Elektrofahrzeugen

Laden von Elektrofahrzeugen

DIN EN 506202017-11 (VDE 0285-620) Kabel und Leitungen – Ladeleitung für   Elektrofahrzeuge

Die Norm beschreibt Anforderungen an Aufbauten und Abmessungen von halogenfreien Leitungen mit extrudierter Isolierhülle und Mantel, die für Nennspannungen bis einschließlich 450/750 V ausgelegt und für den flexiblen Einsatz bei schwerer Beanspruchung in Bezug auf die Elektrizitätsversorgung zwischen Netz oder Ladestation und dem Elektrofahrzeug bestimmt sind.

Die Ladeleitung ist ausgelegt für die Übertragung von Energie und gegebenenfalls zur Datenübertragung zu einem Elektrofahrzeug. Die Leitungen sind geeignet für die Lademodi 1 – 3. Für die in dieser Norm behandelten Leitungen mit einer Nennspannung von 300/500 V ist ausschließlich die Ladebetriebsart 1 zulässig.Leitungen müssen eine Ursprungskennzeichnung haben. Diese besteht entweder aus dem Herstellerkennfaden oder aus einer fortlaufenden Kennzeichnung mit dem Namen des Herstellers mit dessen Warenzeichen.

Die Ursprungskennzeichnung erfolgt nach einer der folgenden drei Möglichkeiten:

  • Ein bedrucktes Band in der Leitung.
  • Bedruckung, erhabene Prägung oder Tiefprägung der Isolierhülle auf wenigstens einer Ader. Dabei darf jede Ader gewählt werden.
  • Letzte Möglichkeit ist die Bedruckung, erhabene Prägung oder Tiefprägung des Mantels.

Jede Leitung muss entsprechend den Anforderungen dieser Norm auf dem Mantel fortlaufend mit dem kompletten Bauart-Kurzzeichen gekennzeichnet werden:

  • EVC (en: electric vehicle cable);
  • Bauart-Kurzzeichen: H05BZ5-F, H05BZ6-F, H07BZ5-F oder H07BZ6-F;
  • Anzahl und Nennquerschnitt der Energieadern;
  • zusätzliche Ader mit Anzahl und Nennquerschnitt, falls vorhanden;
  • Nennspannung;
  • Normnummer der Kabelnorm.

Der Leiter entspricht den Anforderungen der Klasse 5 für flexible Kupferleiter. Die Drähte der Leiter müssen blank oder metallbeschichtet sein, zum Beispiel mit Zinn oder Silber. Beschichtete Drähte sind durchgängig mit  einem Metallüberzug zu versehen. Bei der Sichtprüfung mit normaler oder korrigierter Sehstärke dürfen keine Unterbrechungen in der Beschichtung erkennbar sein.Die Adern müssen in der Ladeleitung verseilt sein. Ein Band über dem Verseilverband ist zulässig. Eine Kernader ist nicht zulässig.

Ein Kernelement aus einem geeigneten Werkstoff darf verwendet werden. Die Schlaglänge darf nicht mehr als das Zwanzigfache des Durchmessers des Verseilverbandes betragen.Eine Zwickelfüllung muss die Zwischenräume zwischen den Adern ausfüllen und darf nicht an den Adern haften. Es muss möglich sein, die Zwickelfüllung zu entfernen, ohne die Adern zu beschädigen. Es dürfen keine schädlichen Wechselwirkungen zwischen den Bestandteilen der Zwickelfüllung und der Isolierhülle oder dem Mantel auftreten. Diese Übereinstimmung muss durch Prüfung auf gegenseitige Beeinflussung festgestellt werden.

DIN EN 62196-2 2017-11 (VDE 0623-5-2)

Stecker, Steckdosen, Fahrzeugkupplungen und Fahrzeugstecker – Konduktives Laden von Elektrofahrzeugen – Teil 2: Anforderungen und Hauptmaße für die Kompatibilität und Austauschbarkeit von Stift- und Buchsensteckvorrichtungen für Wechselstrom

Aufgrund der weltweiten Herausforderungen der CO2-Reduzierung und der Energiesicherheit hat die Automobilindustrie die Entwicklung und Vermarktung von Elektrofahrzeugen und Hybrid-Elektrofahrzeugen beschleunigt. Zusätzlich zu den dominierenden Hybrid-Elektrofahrzeugen werden zukünftig batterieelektrische Fahrzeuge, einschließlich Plug-in-Hybridfahrzeuge, in Massenfertigung ange-boten.

Zur Unterstützung der Verbreitung solcher Fahrzeuge stellt die vorliegende Norm die Konfigurationen der Standardschnittstelle von Fahrzeugsteckvorrichtungen für Wechselstrom bereit, welche beim konduktiven Laden von Elektrofahrzeugen verwendet werden, wobei die am häufigsten auftretenden Ladesituationen berücksichtigt werden.Diese Norm beschreibt hierfür Stecker, Steckdosen, Fahrzeugkupplungen und Fahrzeugstecker mit Stiften und Buchsen von genormter Bauform.

Bezeichnet werden diese als Steckvorrichtungen. Sie haben eine Bemessungsnennspannung von nicht mehr als 480 V Wechselspannung, 50 Hz bis 60 Hz, und einen Bemessungsstrom von nicht mehr als 63 A Drehstrom oder 70 A Einphasenstrom zur Verwendung beim konduktiven Laden von Elektrofahrzeugen. Die Steckvorrichtungen sind für den Einsatz in Stromkreisen geeignet.

Sie können mit unterschiedlichen Spannungen und Frequenzen betrieben werden und können auch Kleinspannung (ELV) und Kommunikationssignale mit einbeziehen. Fahrzeugstecker und Fahrzeugkupplung nach der vorliegenden Norm sind für die Ladebetriebsarten 1, 2 und 3, Fälle B und C, bestimmt.

Die in dieser Norm behandelten Steckdosen und Stecker sind nur für die Ladebetriebsart 3, Fälle A und B, bestimmt.Für die Verbindung zwischen der Stromversorgung und dem Elektrofahrzeug darf eine Basisschnittstelle die Bemessungsstromstärken bis 63 A Drehstrom und 70 A Einphasenwechselstrom bereitstellen.

Die Basisschnittstelle darf bis zu sieben Strom- oder Signalkontakte mit einer eindeutigen mechanischen Anordnung der Kontaktpositionen für Einphasen- oder Drehstrom enthalten. Dabei darf jeder Fahrzeugstecker nur mit der entsprechenden Fahrzeugkupplung zusammenpassen. Jeder Stecker darf nur mit der entsprechenden Steckdose zusammenpassen.Die Steckvorrichtungen, vom Typ 1, 2 oder 3, sind wie folgt bemessen:

  • Anordnung Typ 1, Fahrzeugsteckvorrich-tung, bemessen mit 250 V, 32 A Einphasenstrom.
  • Anordnung Typ 2, Fahrzeugsteckvorrich-tung, Steckdose und Stecker, bemessen mit:
  • 250 V, 13 A oder 20 A oder 32 A oder 63 A oder 70 A Einphasenstrom;
  • 480 V, 13 A oder 20 A oder 32 A oder 63 A Drehstrom;
  • Anordnung Typ 3, Fahrzeugsteckvorrichtung, Steckdose und Stecker, bemessen mit:
  • 250 V, 16 A oder 32 A Einphasenstrom;
  • 480 V, 32 A oder 63 A Drehstrom.                       

bfe-TIB1

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.   


1Normeninformationsdienst des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik, Oldenburg,  Tel.:0441 340920  Fax: 0441 34092129

 

 

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Die erste Norm stellt dem Betreiber und Planer von Rechenzentren ein Werkzeug zur Verfügung, das eine strukturierte Verkabelung ermöglicht.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis Elektrische Speicher im Niederspannungsnetz

Elektrische Batteriespeichersysteme in Wohngebäuden haben sich im Markt etabliert. Der Zuwachs lag 2016 über den Erwartungen, inzwischen sind schätzungsweise über 60 000 Systeme in Deutschland installiert.

Weiter lesen

Diese Normen enthalten besondere Festlegungen anwendungsneutraler Kommunikationskabelanlagen, die bei industriell genutzten Standorten sowie in Wohnungen (Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern) anzuwenden sind.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis Gleichzeitiges Laden von verschiedenen E-Mobilen

Im Sommer 2016 wurde an der Technischen Hochschule Bingen (THB) an einem Nachmittag eine große Anzahl an E-Mobilen geladen.

Weiter lesen

Die Norm legt die allgemeinen Anforderungen und Prüfungen zur Sicherheit von Leuchten fest,die elektrische Lichtquellen zum Betrieb an Versorgungsspannungen bis einschließlich 1.000 Volt enthalten. Im Wesentlichen wird durch die Norm die...

Weiter lesen
Anzeige