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Aus dem Facharchiv: Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Kurzschluss beim Wechsel eines Zählers im Kindergarten

Trotz unvollständiger Schutzausrüstung nahm ein Monteur die Hilfe eines Laien an, ohne ihn ausreichend schützen zu können - die Folge: ein Elektrounfall.

Zähleranschlussschrank im Keller des Kindergartens (Bild: BG ETM)

Arbeitsauftrag. In einem Kindergarten musste der Zähler gewechselt werden. Der beauftragte Monteur war allein unterwegs.

Unfallhergang. Nach dem Eintreffen an der Arbeitsstelle wollte der Zählermonteur zuerst die Anlage außer Betrieb setzen. Er schaltete den Hauptschalter im Zählerraum (Bild) aus. Wegen der Dunkelheit hatte der Monteur zur Beleuchtung der Arbeitsstelle im Keller eine mitgebrachte Taschenlampe aufgestellt. Eine im Kindergarten tätige Küchenhilfe kam wegen der Außerbetriebsetzung in den Keller und erkannte dabei die schlechte Beleuchtung durch die abseits stehende Taschenlampe. Sie bot aus eigenem Antrieb ihre Hilfe an. Der Zählermonteur nahm das Angebot an, da nach seiner Meinung keinerlei Gefährdung für Dritte vorlag. Nach dem Herausziehen der Netzanschlussleitungen aus dem Zählerklemmblock mussten die Adern mit Adernkennzeichnungen versehen werden. Die Mitarbeiterin des Kindergartens sollte die Markierungen zum Kennzeichnen der Adern vom Trägerpapier abziehen. Beim Anbringen der Markierungen durch den Monteur wurden unbeabsichtigt zwei Leiter kontaktiert und dadurch ein Kurzschluss mit Lichtbogen ausgelöst. Die Küchenhilfe und der Monteur erlitten Augenverblitzungen.

Unfallanalyse.
Das Wechseln eines Zählers kann auch unter Spannung erfolgen, jedoch müssen hierzu entsprechende Schutzausrüstungen und Abdeckungen Verwendung finden (§§ 7, 8 BGV A 3). Übliche isolierende Aderendhülsen, die die blanken Leiter sicher abgedeckt hätten, kamen nicht zum Einsatz. Zudem setzte der Monteur auch nicht die erforderliche persönliche Schutzausrüstung ein. Abgesehen von den genannten Fehlern, dürfen Laien nicht mit elektrotechnischen Arbeiten beauftragt werden. So nett das Angebot der Küchenhilfe auch war, der Monteur hätte sie nicht in den Gefährdungsbereich der Arbeitsstelle kommen lassen dürfen.

Autor: J. Jühling

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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