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Fachkräftemangel
Kreative Ideen sollen Bewerber locken

Speziell in der Elektrobranche, aber und auch in vielen weiteren Handwerksberufen macht sich der Fachkräftemangel weiterhin bemerkbar. Einige Unternehmen versuchen Arbeitnehmer mit Geldprämien, Kreuzfahrten und anderen kreativen Boni für ihr Unternehmen zu gewinnen.

Unternehmer versuchen Bewerber mit Geld, Smartphones und anderen Boni zu locken. (Bild: Yordan Russev)

Auch wenn es laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland gibt, werden in einigen Branchen und Regionen händeringend neue Mitarbeiter gesucht. Dazu gehören auch Berufe der Energie- und Elektrotechnik. In Niedersachsen dauert es beispielsweise im Durchschnitt mehr als drei Monate, bis eine freie Stelle in dieser Branche besetzt wird.

Mittelständische Unternehmen am meisten betroffen

Besonders betroffen sind laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) mittelständische Unternehmen. Große Firmen können oftmals mit attraktiveren Standorten und besseren Konditionen punkten. Anreize wie ein neues Smartphone, Fortbildungen oder die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, gehören für sie meist bereits zur Strategie, um neue Mitarbeiter auf sich aufmerksam zu machen. Einige kleine Unternehmen ziehen jetzt nach.

1.000 Euro Wechselprämie für den neuen Mitarbeiter

Holger Wührmann hat den Ein-Mann-Elektrobetrieb seines Vaters in Nordham zu einem 29-Mann-starken Unternehmen ausgebaut und die Geschäfte laufen gut. Allerdings ist die Firma seit drei bis vier Jahren unterbesetzt, wie der Unternehmer dem Onlinemagazin Heise erzählte. Regelmäßige Überstunden der Mitarbeiter und teilweise sogar das Ablehnen neuer Aufträge sind die Konsequenz.

Um neue Mitarbeiter zu finden, hat er bereits mit Bezahlung über Tarif und einem Firmenwagen geworben. Der Erfolg blieb aus. Zuletzt bot er in der Stellenausschreibung eine Wechselprämie von 1.000 Euro und konnte so zumindest einen neuen Mitarbeiter finden. Beworben hatten sich auf die Stellenanzeige, die auch über die Firmenseite auf Facebook ausgeschrieben wurde, trotzdem insgesamt nur drei potenzielle neue Mitarbeiter. Er würde zukünftig auch wieder etwas Neues ausprobieren, um Arbeitskräfte zu finden.

Auszubildende mit Youtube-Video überzeugt

Der Fachkräftemangel beginnt bereits bei   der Suche nach Auszubildenden. Laut Hildegard Sander von den niedersächsischen Handwerkskammern ist die Lage ernst. Verantwortlich seien der demographische Wandel und der Wunsch, lieber Abitur statt einer Lehre zu machen.

Mit Kreativität ging daher auch der Glaser Sven Sterz an die Sache. Um neue Azubis für seinen Betrieb zu finden, postete er auf Facebook ein Video, in dem er in voller Montur eine Glasscheibe zersplittern ließ und den zukünftigen Azubis versprach, immer für sie da zu sein. Das Video wurde mit drei Millionen Klicks zum Hit und Sterz erhielt innerhalb von zehn Tagen 34 Bewerbungen. Ein Vorzeigebeispiel, das zeigt, ungewöhnliche Ideen kommen gut an.

Die Resonanz auf kreative Personalstrategien ist unterschiedlich. Die aktuellen Entwicklungen machen jedoch deutlich, dass sich auch zukünftig Firmen bestimmter Branchen in einigen Regionen weiterhin ordentlich ins Zeug legen müssen, um dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können.

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