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Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Körperdurchströmung durch Kondensatoraufladung

Während des nachträglichen Umbaus eines Wechselrichters einer Photovoltaikanlage erlitt ein Mitarbeiter eine Körperdurchströmung.

(Bild: Ingo Bartussek/stock.adobe.com)

An den fertig installierten Wechselrichtern einer Photovoltaikanlage sollte nachträglich eine Datenleitung installiert werden. Dabei waren die Wechseltrichter von der Netzseite getrennt. Ein Mitarbeiter betätigte dazu den DC-Schalter (Stellung „0“) und trennte damit die Stromzufuhr von den PV-Elementen.

Als er nun versuchte die Datenleitung an die Anschlusselemente anzulegen, spürte er eine Körperdurchströmung, versuchte jedoch trotzdem weiterzuarbeiten. Starker Schwindel und Übelkeit veranlassten ihn jedoch nach kurzer Zeit seine Arbeit abzubrechen. Der Mitarbeiter musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
Wie sich herausstellte, war die Ursache für die Körperdurchströmung ein nicht entladener Kondensator des Wechselrichters. Der Mitarbeiter hatte die nötige Wartezeit für die Entladung des Kondensators nicht eingehalten. Zu beachten ist, dass bei Wechsel- und Umrichtern durch die entladenen Kondensatoren im Gerät noch hohe Berührungsspannungen vorliegen können, auch wenn sie freigeschaltet sind. In der Bedienungsanleitung des Kondensators war eine Entladezeit von 30 Minuten für die Kondensatoren angegeben.

Der nicht entladene Kondensator war die Ursache für den Unfall. Bevor an einem Wechselrichter gearbeitet wird, müssen die Kondensatoren entladen sein bzw. ist die angegebene Wartezeit einzuhalten. Bei Nichteinhaltung kann eine Berührung der unter Spannung stehenden Teile zu einer elektrischen Körperdurchströmung führen. Sicherheitshinweise und Bedienungsanleitungen müssen vor Beginn der Arbeiten sorgfältig gelesen und Beschäftigte unterwiesen werden. Zu beachten ist auch, dass Arbeiten an Wechselrichtern nur von Elektrofachkräften durchzuführen sind.

Quelle: bgetem.de

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