Anzeige

Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Körperdurchströmung beim Auswechseln 
eines Lichtschalters

„Blinder Eifer schadet nur“ könnte man dem Auszubildenden mit auf den Weg geben -  begann dieser mit den Installationsarbeiten ohne ausdrückliche Anweisung durch den Elektromonteur und beachtete auch nicht die fünf Sicherheitsregeln. Aber auch der Elektrohandwerksbetrieb verstieß gegen Regeln.

Teildemontierter Lichtschalter (Foto: BG ETEM/Rothweiler)

Arbeitsauftrag. Ein Elektrohandwerksbetrieb hatte den Arbeitsauftrag, einen defekten Lichtschalter in einem Privathaushalt auszutauschen. Mit den Arbeiten wurden ein Elektromonteur und ein Auszubildender beauftragt.

Unfallhergang. Nachdem der Kunde den beiden Mitarbeitern des Elektrohandwerksbetriebs die Lage des defekten Lichtschalters gezeigt hatte, bemerkte der Elektromonteur, dass der erforderliche neue Lichtschalter noch im Servicefahrzeug lag. Der Monteur ging daraufhin zurück zum Fahrzeug, um den Schalter zu holen. Ohne auf die Rückkehr des Monteurs zu warten, begann der Auszubildende sofort mit der Demontage des defekten Lichtschalters. Er schaltete den Lampenstromkreis nicht frei und stellte auch die Spannungsfreiheit nicht fest. Beim Herausziehen der zweiten Ader aus dem Schalter (Bild) berührte der Auszubildende die bereits herausgezogene spannungsführende Ader mit dem Handrücken und erlitt dabei eine Körperdurchströmung. Im Anschluss an den Unfall wurde der Auszubildende ins Krankenhaus gebracht. Es wurde eine Hautrötung an der linken Hand festgestellt und vom Arzt eine EKG-Überwachung veranlasst.

Unfallanalyse. Der Auszubildende begann ohne ausdrückliche Anweisung durch den Elektromonteur mit der Arbeit. Dabei wendete er nicht die fünf Sicherheitsregeln an. Ein Arbeiten unter Spannung war nicht erforderlich. Dadurch verstieß der Auszubildende gegen § 6 der DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“. Im Rahmen der Unfallanalyse wurde festgestellt, dass der Elektrohandwerksbetrieb keine Gefährdungsbeurteilung erstellt hatte. Des Weiteren waren der Auszubildende und der Elektromonteur noch nie unterwiesen worden. Dadurch verstieß der Unternehmer gegen § 3 und § 4 DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“.

 Autor: D. Rothweiler


Dieser Artikel ist unserem Facharchiv entnommen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Beim Arbeiten mit „sperrigen“ und unter Spannung stehenden Gegenständen ist besondere Vorsicht geboten. Andernfalls kann es zu Elektrounfällen kommen.

Weiter lesen

Die Normen gelten für für die Planung und Errichtung von Hochspannungs-Freileitungen mit AC/DC-Hybrid-Systemen sowie für Windenergieanlagen.

Weiter lesen

Die Normen gelten für Brandwarnanlagen (BWA) für Kindertagesstätten, Heime, Beherbergungsstätten und ähnliche Nutzungen – Projektierung, Aufbau und Betrieb sowie für Energieversorgungen (EV) von Einbruch- und Überfallmeldeanlagen (EMA/ÜMA), die in...

Weiter lesen

Absolute Sicherheit gibt nicht es. Für viele Gefahren des Lebens gibt es nicht nur Versicherungen, die im Schadensfall Hilfe gewähren, sondern technische Apparate zur Gefahrenminderung.

Weiter lesen

Wie sind im Unternehmen die Verantwortlichkeiten verteilt? Welche Mittel und Möglichkeiten hat eine VEFK um elektrotechnisch notwendige Änderungen und Anpassungen auch gegenüber Führungskräften durchzusetzen?

Weiter lesen
Anzeige