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+++ News +++ Windenergie
Kleinwindanlagen als neuer Trend

Lohnen sich kleine Mini-Windkraftanlagen für Privathaushalte, die auf dem Dach oder im Vorgarten angebracht werden?

Bild: Axel Bueckert/123rf

Private Haushalte waren schon in den zurückliegenden Jahrzehnten die Treiber der Energiewende. Lange bevor sich die Erkenntnis in der Politik durchsetzte, dass Photovoltaik und Windkraft die Hauptrolle in der Energieerzeugung zukommt, haben sie die Hälfte des regenerativen Stroms geliefert. Beim Versuch, möglichst jedes Potential auszuschöpfen, fällt der Blick auf kleine Anlagen wie Stecker-PV-Geräte („Balkon-Kraftwerke“) und kleine Windanlagen.
Eine Photovoltaik-Anlage passt auf, an oder neben die meisten Häuser und liefert einen guten Ertrag. Bei geeigneten Standorten für Kleinwindanlagen sieht es hingegen deutlich schlechter aus. Ein Windrad braucht vor allem ordentlich Wind, um viel Strom zu erzeugen: So liefert ein guter Standort den achtfachen Ertrag gegenüber einem schlechten Standort mit einer nur halb so hohen mittleren Windgeschwindigkeit.

Während bei großen Windanlagen an guten Standorten ein hoher Mast den Rotor in eine Höhe bringt, wo an sehr vielen Tagen im Jahr brauchbare Windgeschwindigkeiten anzutreffen sind, herrscht auf den typischen 10 m  Maximalhöhe von Kleinanlagen auf Privatgrundstücken die meiste Zeit Flaute.

Photovoltaik und Windkraft spielen die Hauptrolle in der Energieerzeugung


Die Energieberatung der Verbraucherzentrale rät ernsthaft Interessierten, zunächst zu prüfen, in welcher Windzone sie ihr Windrad aufstellen können. Generell ist Küstennähe oder eine Höhenlage von Vorteil, aber auch freie Flächen vor und hinter dem Windrad müssen vorhanden sein. Denn jeder Strauch und jedes Haus in der Hauptwindrichtung sind nachteilig. Schon ein Wäldchen in 50 m Entfernung macht den Standort ungünstig. Der Wind sollte mit wenig Widerstand „Anlauf nehmen“ können.

Das Gleiche gilt für die zunehmend beworbenen Anlagenkonzepte, die eine Montage am Giebel des Hauses oder in Dachrinnennähe vorsehen: Das Gebäude selbst verwirbelt die Windströmung und das Resultat ist ein schlechter Ertrag. Am Wohnhaus können sich außerdem Vibrationen der Rotoren im Betrieb sehr störend bemerkbar machen.

Bevor man zum Bauamt geht und klärt, ob am geplanten Standort ein kleines Windrad zulässig ist, sollte Klarheit über diese Bedingungen herrschen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass kleine Windräder pro W Leistung gut dreimal so teuer sind wie die technisch ausgereiften Megawatt-Maschinen aus der Großserie. Insofern ist der Betrieb einer Kleinwindanlage ein sehr respektables Hobby, aber als Geldanlage taugt eine Kleinwindanlage nicht – zu diesem Zweck könnte eher ein finanzieller Anteil an einer großen Anlage oder einem Windpark lukrativer sein, wäre jedoch auch mit höheren Risiken verbunden.

Vor der Anschaffung, sollte man sich Zeit nehmen und beispielsweise einen Energieberater hinzuziehen beim Vergleich verschiedener, angebotener Windräder: Hier ist wiederum entscheidend, ob sie zum Windangebot des Standortes passen und bei welchen Windgeschwindigkeiten die im Herstellerprospekt angegebene Nenn-Leistung gemessen wurde: Denn im Garten inmitten der Apfelbäume nützt es wenig, wenn die Anlage eine gute Wahl für die kahle Bergspitze wäre.

Wer alle Hürden erfolgreich nimmt und auch bereits eine PV-Anlage betreibt, wird belohnt mit mehr Unabhängigkeit – im Sommer vor allem durch Photovoltaik, im Winter durch viel Wind: Eine gute Kleinwindanlage von 1,5 kW Nennleistung kann an einem Standort mit gutem Wind (mittlere Windgeschwindigkeit 4 m/s) etwa 1.500 kWh Strom pro Jahr erzeugen.

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