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Elektromobilität: Autogipfel in Stuttgart
Kanzlerin Merkel verabschiedet sich vom Millionen-Plan

Bis 2020 sollten eine Million E-Autos über Deutschlands Straßen rollen. So zumindest stellte sich das die Bundeskanzlerin Angela Merkel urpsünglich vor.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: Armin Linnartz, Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Doch offenbar kann die Industrie die ehrgeizigen Ziele der Kanzlerin nicht erfüllen, wie die Tagesschau berichtet. Nicht nur die Automobilhersteller zeigen sich inzwischen sehr skeptisch, denn auch die Politik rudert nun zurück.

Anfang der Woche sagte Merkel bei einem Fraktionskongress: „"So, wie es im Moment aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen". Kaufprämie und Steuererleichterungen gaben bisher nicht die nötigen Impulse, um die Autofahrer von der Attraktivität eines Elektroautos zu überzeugen.

Alte Probleme – keine Lösungen

Die Probleme liegen vor allem in der zu gering empfundenen Reichweite der Fahrzeuge, in der fehlenden Ladeinfrastruktur und in den Kosten, die bisher für den Endverbraucher schwer kalkulierbar sind. Gerade im Hinblick auf die Ladesäuleninfrastruktur und die Kosten für eine Tankfüllung ist die Politik gefragt (lesen Sie hierzu unseren Bericht: Kampf um die Ladesäulen).

Doch man steht sich selbst im Weg und blockiert mit alten Gesetzen den Ausbau der Ladepunkte. Die Politik muss dringend handeln, um den Autofahrer vom Kauf eines Elektroautos zu überzeugen. Lösungen sind bisher jedoch nicht in Sicht.

Industrie reagiert zu träge

Neben den durch die Politik verschleppten Problemen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur, geht auch die technologische Entwicklung im Land der Autobauer nur zögernd voran. Der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla hat bislang die Nase vorn. In der Reichweite und in der Leistung liegen die Modelle derzeit uneinholbar an der Spitze.

Um den technischen Rückstand aufzuholen, haben sich deutsche Automobilkonzerne, die sonst in Konkurrenz zueinander stehen, zusammengeschlossen. Sie forschen gemeinsam an neuen Batteriezellen (ep berichtete), die als Herz alternativer Antriebe gelten. Anlass war unter anderem der Abgasskandal bei VW, weshalb man sich nun stärker auf Elektromobilität konzentrieren wolle. 

Bislang sind etwa 100.000 Elektroautos auf unseren Straßen unterwegs. Der Druck auf Politik und Industrie wächst.

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