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Elektromobilität
Imageprobleme, Zurückhaltung und viele Diskussionen

Das scheidende Jahr war ein Jahr voller Versprechungen von Politik und Wirtschaft. Doch die Imageprobleme der Elektromobilität konnten nicht gelöst werden.

(Bild: estations/stock.adobe.com)

Spät haben deutsche Konzerne das Potenzial der Stromer erkannt, doch nun will man aufholen und überholen. Automobilhersteller und deren Tochterunternehmen forschen gemeinsam an Batteriezellen (ep berichtete). Bei Skoda, BMW und Daimler schickt man sich an, Tesla hinter sich zu lassen und den Batterie-Markt aus Asien nach Deutschland zu holen, wo die wichtigste Komponente für Elektroautos derzeit produziert wird.

Neues Jahr, alte Probleme

Auf dem Nürburgring jagen Elektroautos Rundenrekorde um Rundenrekorde. Der Mercedes SLS AMG Coupé Electric Drive unterbot als erstes serienmäßiges E-Auto im Jahr 2013 die Acht-Minuten-Marke. Doch spätestens seit 2017 sieht Mercedes nur noch das Heck des asiatischen Rivalen Nio EP9, der vom Rennprofi Peter Dumbreck in 7:05,12 Minuten über die Distanz von 20,832 Kilometer getreten wurde.

Doch vor allem der Druck auf die Politik wächst. Nachdem sich die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Mai von ihrem ehrgeizigen Plan, bis 2020 eine Million Elektroautos auf unsere Straßen zu bringen, verabschieden musste, ist der Handlungsbedarf größer denn je. Die Kanzlerin versprach weitere finanzielle Hilfen, um die Elektromobilität attraktiver zu machen. Passiert ist wenig bis gar nichts.

Stattdessen streitet man weiter über den Ausbau der Ladesäulen und steht sich mit alten Gesetzen selbst im Weg. Der Verbraucher fühlt sich über den Tisch gezogen, wenn er an den vom Steuerzahler finanzierten Ausbau der Ladeinfrastruktur denkt, denn er zahlt nicht nur die Ladesäulen, sondern auch den Strom, den er aus ihnen tankt. Das kann für den Endverbraucher teuer werden, sind vor allem Stromkonzerne in den Kampf um die Ladesäulen involviert.

Attraktive Konzepte müssen her

Seinen Wagen in zwei Minuten volltanken, bleibt bei Elektroautos weiterhin Utopie. Die geringen Reichweiten sind das zweite Problem, mit dem sich deutsche Autofahrer nicht anfreunden wollen. Sie haben Angst, es nicht bis zur nächsten Stromtankstelle zu schaffen. Vor allem in ländlichen Gegenden sieht die Versorgung mit ausreichenden Ladesäulen eher mau aus. So bleiben weiterhin die Skepsis beim Verbraucher und die Ziele der Industrie und Politik unerreicht.

Diskutiert wird über Sinn und Unsinn der Elektromobilität, dabei stellt sich diese Frage langfristig nicht. Klar ist, es muss etwas geschehen, will man die Treibhausgase merklich reduzieren. Klar ist auch, Elektromobilität ist die derzeit am weitesten entwickelte, klimafreundlichste Technologie im Straßenverkehr. Die Politik muss umdenken und die Nutzung der Elektroautos fördern, statt deren Anschaffungskosten mit 4.000 Euro zu subventionieren. Vor allem bei der Nutzung steht der Verbraucher vor der Frage, ob sich die Anschaffung tatsächlich lohnt oder zu einem unkalkulierbaren Finanzrisiko wird. Dort muss die Politik ansetzen und konkrete Pläne vorlegen, die Verbrauchern die Angst nehmen.

Zu den konkreten Vorschlägen, Elektromobilität attraktiver zu machen, gehört eine höhere Besteuerung der Benziner und Diesel, deren Steuersätze seit 2003 konstant blieben. Die Mehreinnahmen könnten an alle Bürger durch eine Senkung der Umsatzsteuer zurückgegeben werden. Das Mobilitätsverhalten der Verbraucher ändert sich nur, wenn aktuelle technische Trends die Möglichkeit zum Geldsparen bieten. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Elektromibilität 2018 entwickeln wird.

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