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Gebäudeautomation
Haussteuerung – leistungsstark und ohne großen Aufwand programmierbar

EIB/KNX hat sich über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten zum weltweiten Standard in der Haus- und Gebäudeautomation entwickelt.

(1) Easy – KNX-basiert und ohne aufwendige Schulung programmierbar

Bild 1: Easy – KNX-basiert und ohne aufwendige Schulung programmierbar (Grafik: Hager)

Der Erfolg des Systems resultiert nicht zuletzt aus der Tatsache, dass der KNX-Standard den Herstellern vielfältige Möglichkeiten zur Umsetzung eigener Ideen und Konzepte bietet. Besondere Bedeutung haben dabei die unterschiedlichen Programmiermöglichkeiten erlangt.

Firma Hager gehört zu den führenden Anbietern von Installationstechnik im deutschsprachigen Raum. Die Angebote des Unternehmens und der ebenfalls zur Gruppe gehörenden Marken Berker und Elcom umfassen die gesamte Breite von der Energieverteilung über die Leitungsführung bis hin zur Gebäudesteuerung und Türkommunikation für Wohn- und Zweckbauten. Mit KNX-basierten Produkten zur Haus- und Gebäudesteuerung hat Hager bedeutende Beiträge zum Siegeszug dieses Systems geleistet. Das aktuelle Angebot „Easy“ [1] ist eine konsequente und folgerichtige Weiterentwicklung des über Jahre erfolgreichen Produktes Tebis TX [2]. Bezüglich der verfügbaren Funktionalität und der möglichen Anlagengröße ordnet der Hersteller Easy zwischen den Angeboten Quicklink und den klassischen KNX-Lösungen ein (Bild 1). Die „Easy-Aktoren decken mit rund 40 Prozent der ETS-Funktionalität etwa 80 Prozent aller ETS-Anwendungen ab“ und „das bei einem Kostenvorteil von rund 30 Prozent.“ Aus der Sicht des Installateurs dürfte aber die Tatsache, dass eine Easy-Anlage statt mit der ETS mit einem deutlich überschaubarerem Konfigurationstool in Betrieb genommen werden kann, der entscheidende Vorzug dieses Angebotes sein. Der Aufwand zur Einarbeitung in dieses Werkzeug ist ungleich geringer als die Einarbeitung in die Handhabung der ETS.

Systemarchitektur

Easy basiert auf dem KNX-Standard. Um die Konfiguration (d. h. die Programmierung/Parametrierung) einer Anlage möglichst effektiv zu gestalten, kommen einerseits Komponenten mit einem reduzierten Funktionsumfang zur Anwendung. Andererseits gibt es bezüglich der Größe einer Anlage eine bestimmte Grenze. Basis ist eine KNX-Linie mit 64 Busteilnehmern. Diese Linie kann durch den Einsatz von bis zu 3 Linienverstärkern erweitert werden. Auf diesem Wege lassen sich bis zu 255 drahtgebundene Komponenten in eine Anlage integrieren. Die Verkabelung der Komponenten erfolgt mit der standardisierten EIB/KNX-Leitung, also einem 4-adrigem TP-Kabel. Über ein TP/Funk-Gateway können – bei Bedarf – bis zu 255 zusätzliche Funkkomponenten eingebunden werden (Bild 2). Damit ist das System nicht nur in Wohnbauten, sondern im breiten Umfang auch in Zweckbauten einsetzbar.

Gerätetechnik

Zur Realisierung von Gebäudesteuerungsanlagen bietet Hager ein breites Sortiment an Komponenten. Dazu zählen Bediensysteme, Sensoren und Aktoren sowie eine Reihe von Systemgeräten. Die Easy-Komponenten werden – je nach Anwendungszweck – als REG-, UP- oder AP-Geräte angeboten. Damit können alle in Wohn- und Zweckbauten üblicherweise zu realisierenden Funktionen umgesetzt werden, insbesondere die Lichtsteuerung, die Beschattung und die Heizungsregelung.

Bediengeräte

Zur Bedienung einer Easy-Anlage können „klassische“ Tastsensoren (1-, 2-, 3- und 4-fach) in verschiedenen Designvarianten genutzt werden. Die Verbindung mit dem KNX-Bus erfolgt über einen Busankoppler. Darüber hinaus stehen optisch anspruchsvolle Bediengeräte wie Temperaturregler, Raumcontroller und Touch-Panels zur Verfügung.

Sensoren

Um Steuerungsvorgänge weitgehend zu automatisieren, gibt es diverse Sensoren. Dazu gehören neben Bewegungs- und Präsenzmeldern, eine Wetterstation mit GPS-Anbindung, eine Wochen-Zeitschaltuhr (optional mit DCF-Empfänger), ein Dämmerungsschalter sowie ein Messwertgeber zur Erfassung von Leistungs-/Verbrauchsdaten. Weitere Melder lassen sich über verschiedene Schnittstellen-Module mit Binäreingängen einbinden. Neben den 2- bzw. 4-fach UP-Modulen für potentialfreie Eingänge, gibt es 4- und 6-fach REG-Module für 230 V Eingangsspannungen und ein 6-fach REG-Modul für wahlweise potentialfreie Eingänge oder Melder mit Signalspannungen von 24 bis 230 V.

Aktoren

Zur Ansteuerung von Leuchten, Jalousien/Rollläden sowie sonstigen Verbrauchern (z. B. Lüfter) stehen diverse Schaltaktoren, Schalt-/Jalousieaktoren, Rollladen-/Jalousieaktoren sowie Universal-Dimmaktoren zur Verfügung. Die REG-Schalt-/Jalousieaktoren gibt es in Varianten mit 4, 6, 8, 10, 16 und 20 Ausgängen. Damit können – je nach Last – Ströme bis zu 16 A und Leistungen bis zu 2300 W geschaltet werden. Die Geräte sind zur Ansteuerung (Schalten und Dimmen) aller in Gebäuden üblicherweise zum Einsatz kommenden Lampen geeignet. Für die Rollladen-/Jalousiesteuerung steht neben einem UP-Aktor und den 4- und 8-fach Aktoren auch ein 12-fach REG-Jalousieaktor zur Verfügung. Zur Heizungssteuerung/-regelung gibt es KNX-Stellantriebe (mit und ohne Temperaturregler) zur Ansteuerung einzelner Heizkörper und Verteiler. Eine andere Lösungsmöglichkeit bieten der Einsatz eines 6-fach-Heizungsaktors und die ebenfalls zum Sortiment gehörenden thermoelektrischen Stellantriebe.

Systemgeräte

Zu den Systemgeräten zählen zunächst einmal verschiedene Spannungsversorgungen, ein Linien-/Bereichskoppler sowie ein Inbetriebnahme-Tool. Zentrale Komponente des in einem transportablen Koffer untergebrachten Inbetriebnahme-Tools ist ein Konfigurationsserver, der sowohl über einen KNX-Busanschluss als auch einen LAN-Anschluss (2 x RJ45) verfügt. Über einen WIFI-USB-Stick kann der Server in das WLAN eingebunden werden. Der Konfigurationsserver stellt die Verbindung zwischen dem KNX-Automationsnetz und dem LAN/WLAN her. Für einfache Anlagen wird dieser Server nur zur Inbetriebnahme benötigt. Soll eine Visualisierung (Touch-Panel) erfolgen oder der Fernzugriff eingerichtet werden, wird der Server im Verteilerschrank installiert. Darüber hinaus gehören ein KNX-TP/Funk-Gateway sowie ein KNX-Funk-Repeater zu den Systemgeräten. Gateway und Repeater (nur bei Bedarf) werden aber nur beim Einsatz von Funkkomponenten benötigt.

Domovea-Server

Eine auf Easy basierende Anlage kann mittels der ebenfalls von Hager angebotenen Visualisierungslösung Domovea aufgerüstet werden. Gerätetechnische Basis ist der Domovea-Server. Werden die im Easy-Server erkannten Sensoren bei der Programmierung beschriftet und einem angelegten Raum zugeordnet, können diese direkt in den Domovea-Server exportiert werden. Die programmierten Funktionen können dann sofort über die App ausgeführt werden.

Der Domovea-Server erlaubt zudem die Einrichtung eines Fernzugriffes. Die Erstellung von Visualisierungs-/Automatisierungslösungen und die Einrichtung eines Fernzugriff setzen aber eine gut qualifizierte (Programmier- und Netzwerkkenntnisse) und erfahrene Inbetriebnahmefachkraft voraus.

Einarbeitung und 
Programmierung

Das System verfügt über ein recht umfangreiches, aber dennoch überschaubares und für das vorgesehene Einsatzspektrum völlig ausreichendes Gerätesortiment. Wer über KNX-Grundkenntnisse verfügt – und das sollte inzwischen jede Fachkraft sein – wird sich mit vergleichsweise geringem Aufwand einen Überblick über das verfügbare Gerätesortiment verschaffen können. Ein optimaler Anlagenentwurf erfordert aber auch hier mehr als nur Grundkenntnisse, vor allem wenn es um Anlagen geht, bei denen auch Funkkomponenten Verwendung finden. Das gilt aber sicher auch für Anlagen mit einer 3-stelligen Anzahl von Komponenten und Anlagen mit Visualisierung und Fernzugriff. Entscheidende Vorteile bietet der Verzicht auf die Programmierung mittels ETS. Das Programm zur Anlagenkonfiguration bedarf sicher auch einer Einarbeitung. Der Aufwand hierfür ist aber – für die Mehrzahl der Praktiker – um Größenordnungen geringer als der Aufwand zur (Wieder-)Einarbeitung in die ETS. Das Programm ist unter Android, IOS und Windows lauffähig und orientiert auf die Verwendung von Tablets. Ein nicht zu unterschätzender Vorzug, wenn man bedenkt, dass diese Geräte doch wesentlich baustellentauglicher sind als Laptops und Notebooks. Die Einarbeitung in die Handhabung des Systems wird seitens des Herstellers durch verschiedene Seminarangebote und ein Web Based Training unterstützt.

Fazit: Hager Easy ist ein rundum gelungenes Angebot und verdeutlicht einmal mehr die Kompetenz des Anbieters in Sachen Gebäudeautomation. Das Angebot setzt neue Maßstäbe in Sachen Hausautomation. Die geschickte Kombination von überschaubarem Gerätesortiment und unkomplizierter Programmierung sind das entscheidende Merkmal dieses Angebotes. Neue Maßstäbe werden zudem durch die Nutzung von Tablets zur Anlagenkonfiguration gesetzt.

Literatur:
[1] Smart Home leicht gemacht – Hager Easy Intelligente Haussteuerung für Neubau und Modernisierung. Hager Vertriebsgesellschaft Blieskastel 2016.
[2] Möbus, H.: Tebis TX – Gebäudesystemtechnik auf KNX-Basis. Elektropraktiker-Sonderheft Gebäudeautomation 11/2009, S. 26–28.n

Autor: H. Möbus

Bild 2: Maximal 510-Komponenten pro Anlage – Easy eignet sich für Wohnbauten sowie für kleine und mittlere Zweckbauten (Grafik: Hager)

Dieser Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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