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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Gebäudetechnik ermöglicht 
auch Wassermanagement

Wasserschäden sind ein oft unterschätztes Risiko: Rund die Hälfte der europäischen Haushalte hat bereits mindestens einmal einen Schaden durch austretendes Wasser erfahren [1]. Obwohl in 93 % der Fälle ein Wasserschaden hätte verhindert werden können, sind Wassersicherheitssysteme anders als Rauchmelder oder Alarmanlagen eine Seltenheit in Haushalten.

Der Sensor lässt sich frei positionieren und erfasst Wasseransammlungen (Quelle: Grohe)

Zudem fehlt in Wohngebäuden oft die Transparenz beim Wasserverbrauch: Weit weniger als die Hälfte der Europäer wissen, wie viel Wasser sie verwenden.

Statistische Untersuchungen zeigen, dass alle 30 Sekunden in Deutschland ein Rohr platzt, sich eine Dichtung löst oder eine Armatur leckt [2]. Dabei werden 41 % der Rohrbrüche nicht sofort bemerkt und führen dazu, dass große Mengen an Wasser ausfließen und verschwendet werden [3]. Auch die wirtschaftliche Dimension ist enorm: In Deutschland belaufen sich die Reparaturkosten infolge von Wasserschäden auf durchschnittlich 3 200 Euro. Neben den Kosten besteht auch ein Gesundheitsrisiko durch Wasserschäden, denn aufgrund der entstehenden Feuchtigkeit kann sich bereits nach 24 Stunden Schimmel bilden, der Atemwegsbeschwerden, Asthma und Allergien auslösen kann [4].

Intelligentes
 Wassersicherheitssystem

Zwei Jahre ist es her, dass Grohe dem Einsatz von Wasser in den eigenen vier Wänden eine digitale Dimension verlieh: Auf der ISH 2017 in Frankfurt am Main, der weltweit größten Messe für neue und innovative Wassertechnologien, stellte das Unternehmen erstmals seine Smart Home-Lösung gegen Wasserschäden der Öffentlichkeit vor.

Mit dem intelligenten Wassersicherheitssystem Sense lassen sich selbst Mikroleckagen in Wasserrohren entdecken; im Fall eines Rohrbruchs unterbricht Sense Guard automatisch die Wasserzufuhr.

Bei Sense handelt es sich um einen Sensor, der Wasseransammlungen frühzeitig erkennt. Konkret befinden sich auf der Unterseite des Sensors zwei vergoldete Stifte. Wenn diese durch Wasserfluss verbunden werden, wird ein Stromkreis geschlossen und sowohl ein optischer als auch akustischer Alarm ausgelöst. Zudem kann über die Sense App eine Warnung auf dem Smartphone empfangen werden.

Der Wassersensor Sense (Bild) kann im Keller, im Waschraum, im Badezimmer oder in der Küche installiert werden – überall dort, wo ein Wasserleck und Schäden denkbar sind. Die frühzeitige Erkennung von Wasserlecks ermöglicht es schnell zu handeln und kostspielige und aufwändige Schäden oder gar eine Überschwemmung zu vermeiden. Zudem misst der Sensor die Raumtemperatur und Feuchtigkeit und warnt, wenn die Werte ungewöhnlich hoch oder niedrig sind.

Der batteriebetriebene Sensor lässt sich frei und ohne Montage auf der zu überwachenden Fläche positionieren. Für schwierig zu erreichende Stellen, beispielsweise unter einer Waschmaschine oder Badewanne, gibt es ein Verlängerungsset.

Die intelligente Wassersteuerung Sense Guard geht noch einen Schritt weiter: An der Hauptwasserleitung installiert, erkennt das Produkt selbst kleine Wasserlecks und stellt die Wasserzufuhr automatisch ab. Hierfür überwacht das Gerät rund um die Uhr Durchfluss, Wasserdruck und Systemtemperatur. Die sogenannte Aqua-IQ-Funktion erlernt das Wasserverbrauchsverhalten eines Haushaltes und kann so Unregelmäßigkeiten identifizieren. Das Risiko eines Frostschadens wird ebenfalls verringert, da Sense Guard die Wassertemperatur misst und eine Warnung ausgibt, sobald die Gefahr besteht, dass das Wasser gefriert.

Darüber hinaus schaltet Sense Guard mit der Home/Away-Assist-Funktion von Nest die Wasserzufuhr automatisch ab, wenn Nutzer das Haus verlassen, und bei Rückkehr wieder ein.

Besonders nachhaltig ist, dass so auch der Wasserverbrauch eines Hauses oder einer Wohnung genau nachvollziehbar ist und Kunden mit Eingabe ihrer Wasser- und Energiepreise eine konkrete Aufstellung ihrer Kosten erhalten. Dies sorgt nicht nur für eine vollständige Kontrolle über die wertvolle Ressource Wasser, sondern bietet auch die Möglichkeit, das eigene Nutzungsverhalten anzupassen und bewusster mit Wasser umzugehen.

Lösung für Kalt- und 
Heizwasser

Auf der diesjährigen ISH hat das Unternehmen nun den Launch einer neuen Generation der IoT-Lösung angekündigt. Sense Guard Pro ist ein intelligentes Wasserschutzsystem, das sich sowohl in Kalt- als auch in Heißwasserleitungen einsetzen lässt. Dadurch kann die Schutzfunktion von Sense Guard auch auf Mehrfamilienhäuser und große Gebäude, beispielsweise Hotels, ausgeweitet werden. Wasserschäden können damit in 90 % des Immobilienmarktes drastisch reduziert werden. Die ersten Pilotprojekte mit Sense Guard Pro starten voraussichtlich Mitte 2020.

Die nächste Generation des Wassersensors Sense ist der Sensor Sense Flex, der mit einem Sensorkabel ausgestattet ist und auf seiner gesamten Länge austretendes Wasser erkennen kann. Ein großes Plus: Wasser muss nicht erst an den Sensor auf der Unterseite des Produkts gelangen, um einen Alarm auszulösen. So lassen sich Schäden noch frühzeitiger und in einem größeren Radius erkennen. Anders als Sense fokussiert sich dieses Produkt auf seine Kernfunktionalität: das Erkennen von Wasseraustritten.

Sense Plus ist der große Bruder von Sense, der über ergänzende innovative Funktionen verfügt und noch mehr Kontrolle bietet. Über ein Netzteil betrieben erübrigt das Gerät nicht nur den Batteriewechsel, sondern ermöglicht eine präzise Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung und die Übertragung der Daten in Echtzeit an die App. Als besonderes Smart Home-Feature sind alle neuen Sense-Produkte mit Sense Guard verbunden, sodass die Wassersensoren Sense Guard auch ohne WLAN-Verbindung abschalten können.

Autor: A. Bußmann

Literatur:

[1] The ConsumerView, Januar 2017, Quantitative Bewertung Europa.

[2] Engelage, H.; Prellberg, M.: Leitungswasserschäden – Unter Druck; Positionen-Magazin, 01.06.2017; Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV); (www.gdv.de/de/themen/positionen-magazin/unter-druck-39356).

[3] The ConsumerView, Mai 2017, Quantitative Bewertung Europa.

[4] WHO guidelines for indoor air quality: dampness and mould, 2009.

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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