Anzeige

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Funktionsweise eines RCD vom Typ B

Wie funktioniert ein RCD vom Typ B?

RCD Typ B (Bild: Doepke)

Frage: Nach welchem physikalischen Prinzip wird der Gleichfehlerstrom im RCD Typ B gemessen? Wie erfolgt die Auslösung bei Gleichfehlerströmen?

Antwort: Allstromsensitive Fehlerstrom-Schutzschalter vom Typ B benötigen generell eine Hilfsversorgung, weshalb ihre Funktionsfähigkeit vom Vorhandensein der Netzspannung abhängig ist. Sie verfügen stets über zwei getrennte Ringkern-Stromwandler, von denen der eine in der herkömmlichen Weise als Summenstromwandler die Auslösung bei Wechselstrom bewirkt.

Für die Auslösung bei Gleichfehlerströmen kommen mehrere physikalische Prinzipien in Betracht: Es gibt Typ-B-Schalter, die mit einer Hall-Sonde ausgestattet sind. Diese besteht im Wesentlichen aus einem Halbleiterplättchen, das in einen Luftspalt in dem zweiten Kern eingebracht ist. Wird dieses Plättchen in Längsrichtung von einem Gleichstrom durchflossen, so wird dieser Stromfluss in Querrichtung – senkrecht zur Stromrichtung und senkrecht zur Richtung des Magnetfeldes – abgelenkt („Drei-Finger-Regel“ oder „UVW-Regel“), sobald in dem Kern, also auch im Luftspalt, ein Magnetfeld erregt wird. So lässt sich an den Längsseiten des Plättchens eine Spannung abgreifen, die ein Maß für die magnetische Feldstärke und damit für den dieses Feld erregenden Strom darstellt.

Ein anderes Verfahren nutzt den Sättigungseffekt in dem zweiten Ringkern: Eine Wicklung wird durch eine Oszillatorschaltung mit einem Wechselstrom beaufschlagt, dessen Scheitelwert den Kern dicht an die Sättigungsgrenze bringt. Wird der Kern gleichzeitig durch einen in der anderen Wicklung fließenden Gleichstrom „vormagnetisiert“, so gerät er in der Summe der Magnetisierung auf der einen Halbschwingung in die Sättigung, wodurch der Wechselstrom aus dem Oszillator asymmetrisch wird. Ähnliches lässt sich beobachten, wenn der Leerlaufstrom eines Ringkern-Transformators einen geringfügigen Gleichstrom-Anteil enthält. Die verzerrte Kurvenform des Stroms kann von einer elektronischen Schaltung entsprechend detektiert werden.

Autor: S. Fassbinder

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Neue Produkte Sicher und smart

Die Strommesszangen 393 und 393 FC ermöglichen Messungen an PV-Anlagen bis 1 500 V.

Weiter lesen

+++ News +++ Mehr Konnektivität in smarten Fabriken Neues Mitglied im Industrie 4.0-Verein

Die Harting Technologiegruppe hat sich auf Lösungen für das Verbinden und Vernetzen spezialisiert. Das Unternehmen ist neues Mitglied des Vereins „SEF Smart Electronic Factory e.V.“  und wird den Zugang zu Industrie 4.0-Lösungen weiter vereinfachen.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Identifizierung von Arbeitsmitteln

Wie und an welcher Stelle sollten Prüfnummern und -plaketten angebracht werden, damit sie Normen und Vorschriften erfüllen?

Weiter lesen

Neue Produkte Variantenreich

Für eine HDMI-Verbindung ist neben der Variante mit Buchse/Buchse-Anschluss nun auch die Buchse/Stecker-Kombination erhältlich.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Elektropraxis Lesen und Verstehen 
eines Messprotokolls (1)

Nach Installation einer passiven Netzwerkverkabelung wird für Gebäude oft eine Dokumentation über die verbauten Strecken in der Anlage gefordert. Das geschieht mittels einer Messung jeder dieser Strecken mit einem Zertifizierungsmessgerät, das eine...

Weiter lesen
Anzeige