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Energietechnik
EU-Beschluss: Aus für Kohle-Subventionen

Der EU-Binnenmarkt für Energie wird reformiert. Darauf einigte sich die Europäische Union, die künftig dem Verbraucher mehr Rechte geben und den grenzüberschreitenden Stromhandel begünstigen will.

Glück auf! Zeche Zollverein Essen

Glück auf! – Zeche Zollverein in Essen (Fotos: privat)

Schicht im Schacht

„Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt ...“ beginnt der Song „Bochum“ von Herbert Grönemeyer – eine Hymne an den Bergbau und die Stahlindustrie im Revier. Doch am 21. Dezember 2018 ging die Ära des Bergbaus „tief im Westen“ zu Ende.

In der Bottroper Zeche Prosper-Haniel fuhren die Kumpel zur letzten Schicht in einem deutschen Bergwerk ein. Mit der symbolischen Förderung des letzten Stücks Kohle wurde der Steinkohlebergbau in Deutschland beerdigt. Der Abschied fiel nicht nur den Bergmännern sichtlich schwer. Eine ganze Region trauerte um das Ende der Industrie, die ihr einst den großen wirtschaftlichen Aufschwung und damit Wohlstand brachte.

Auf Schalke in Gelsenkirchen stand eine Lore vor dem Tunnel, aus dem die Spieler den Platz betraten. Der Spielball lag in künstlichen Flammen auf Kohle in der Lore. Der Spielertunnel der Veltins-Arena erinnert bereits seit 2014 an einen Streb unter Tage und beeindruckt immer wieder die Spieler gegnerischer Mannschaften. Im Stadion wurden alle sieben Strophen des Steigerliedes gesunden und die Spieler von Schalke 04 trugen auf ihren Trikots die Namen von Zechen. Der BVB erinnerte mit der Verbeugung „Danke Kumpel“ auf den Spieler-Trikots im Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach an 200 Jahre Steinkohlebergbau.

EU beschließt Ende der Förderung

So sZeche Zollverein Essenehr der Abschied von der Steinkohle im Revier schmerzt, muss dennoch der Blick in die Zukunft der Energieerzeugung gerichtet werden. Die EU-Mitgliedsstaaten einigten sich auf eine Reform des Energiemarktes. Unter anderem sollen die Möglichkeiten staatlicher Unterstützung für Kohleenergie beschränkt werden. EU-Länder dürfen nur noch bis 2025 Beihilfen für Kohlekraftwerke auszahlen.

Für Verbraucher gibt es ebenfalls gute Nachrichten. Der grenzüberschreitende Handel mit Energie soll erleichtert werden, was den Wettbewerb fördert. Für EU-Bürger dürfte es künftig deutlich einfacher werden, den Stromanbieter zu wechseln und somit für sich den günstigsten Strom zu finden. Sonnenenergie vom eigenen Dach selbst zu nutzen und zu vermarkten, wird EU-Bürgern ebenfalls erleichtert. Preisvergleichsmöglichkeiten und intelligente Stromzähler helfen den Verbrauchern, Energie und Kosten zu sparen.

Eine grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Netzanbietern innerhalb der EU soll das schwankende Angebot auf dem Strommarkt abfedern. Die EU will außerdem mit Milliarden-Investitionen erneuerbare Energien stärken. Die Maßnahmen sollen den Weg für den EU-weiten Ausstieg aus der Kohle bis 2025 bereiten. Bis 2030 will man innerhalb der EU mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als noch im Jahr 1990.

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