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Leseranfrage
Erdverlegung von Kabeln in Waldböden

Welche Techniken gibt es für die Verlegung von Kabeln innerhalb eines ehemals bewaldeten Grundstücks? Und welche davon ist effizient und günstig?

Erdleitungen

(Foto:Christian Schwier/stock.adobe.com)

Frage: Mein Kunde hat ein stark bewaldetes Grundstück mit einem großzügigen Einfamilienhaus erworben und saniert. Das Grundstück wurde nun gerodet und bis auf eine Tiefe von 20 cm durchfräst. Nun sollen diverse Außenleuchten, Kameras, Teichpumpen etc. installiert werden. Jetzt ist die Frage, wie können die Kabel ohne schweres Gerät unterirdisch verlegt werden? Ist eine Verlegung unter Schutzkappen, Steinen oder in Alurohr bei einer Einbautiefe von 20-30 cm zu verantworten? Lässt sich durch eine bestimmte Verlegeart die Erdkabelverlegung an die vor Ort gegebenen Umstände anpassen?

Antwort: Die angestrebte Verlegetiefe von 20-30 cm ist nicht zu verantworten. Sie ist einerseits nicht frostfrei (je nach Objektlage zwischen 0,8 und 1,5 m) und andererseits in einem Bereich, in dem ggf. schon einfache Gartenarbeiten zu Schäden führen können (Spatentiefe bei Schutzkappen).

Im Bereich entlang der gerodeten Fläche stehen offensichtlich noch Bäume. Je nach Baumart, hier ist die Gruppe der Flachwurzler angesprochen, werden sich in den gerodeten Bereich nach und nach Wurzeln ausbreiten, die eine nicht zu vernachlässigende zerstörerische Kraft genau in der Lage entwickeln werden, in der der Anfragende die Kabel verlegen will.

Ein Bagger birgt das Risiko, dass im Randbereich der gerodeten Fläche Wurzelwerk beschädigt wird, das zu den noch vorhandenen Bäumen gehört, wodurch es zur Reduzierung der Standfestigkeit dieser Bäume kommen kann und in der Folge ggf. mit weitreichenden Schäden am Grundstück und dessen Einrichtungen zu rechnen ist.

Je nach Größe des Grundstücks, der Menge der zu verlegenden Kabel und der finanziellen Situation des Kunden besteht die Möglichkeit, mittels sogenannter Erdraketen die Kabel mit einem entsprechenden Schutzrohr in einer frostfreien Tiefe von Punkt zu Punkt zu verlegen. Diese Technik ist erheblich preisgünstiger und schneller, als einen Bagger einzusetzen. Die Technik wurde bereits in ep 9/14 [1] und ep 10/14 [2] ausführlich beschrieben.

Da der Anfragende von der Installation u. a. von Leuchten und Kameras spricht, sei darauf hingewiesen, dass die für die Bohrtechnik notwendigen geringfügigen Aushübe an den Ausgangspunkten nach der Verlegung der Kabel mit Schutzrohr der Einbringung von Mastfundamenten dienen.

Empfehlenswert ist in jedem Fall (je nach Verlegebereich), den Kunden darauf hinzuweisen, dass trotz der Rodung im Laufe der Zeit sich Wurzelwerk in diesen Bereich ausbreiten und zu Schäden führen kann. Dazu gehört ein Hinweis, dass der Anfragende fachlich weder in der Lage ist, die geologischen Gegebenheiten des Bodens zu beurteilen, noch die botanischen Bedingungen des verbleibenden Waldes.

Autor: A. Kraheck

Literatur:

[1] Kraheck, A.: Erdverlegung von Kabeln – Teil 1: Konventionell, Erdraketen und Mini-Spülbohrtechnik. Elektropraktiker, Berlin 68 (2014) 09; S. 734–736.

[2] Kraheck, A.: Erdverlegung von Kabeln – Teil 2: Grundodrill-Bohrsystem und grabenloser Kabeltausch. Elektropraktiker, Berlin 68 (2014) 10; S. 861–863.

Dieser Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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