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Erneuerbare Energien
Eon-Innogy-Deal – Deutscher Energiemarkt vor Wende [update]

Seit Bekanntwerden, dass Energieriese Eon die grüne RWE-Tochter Innogy übernehmen soll (ep berichtete), laufen der börsennotierten RWE-Tochter die Kunden davon.

Etwa 80.000 Strom- und Gaskunden verlor Innogy im ersten Quartal 2018. Von Anfang Januar bis Ende März sank das operative Ergebnis (EBIT) leicht um zwei Prozent auf ca. 1,24 Milliarden Euro. Mit 610 Millionen Euro musste der bereinigte Nettogewinn Einbußen von knapp elf Prozent hinnehmen.

Positive Marktentwicklung – nicht für Innogys Vertrieb

Neben der schwindenden Kundenzahl sollen vor allem die höheren Beschaffungskosten aufgrund des kalten Wetters und der daraus resultierende höhere Stromverbrauch verantwortlich sein. Betroffen sind primär die Geschäfte in Deutschland, den Niederlanden sowie Belgien. An der Jahresprognose hält bei Innogy trotzdem fest.  

Das Geschäft mit erneuerbaren Energien und den Netzen entwickelt sich insgesamt in Deutschland positiv. Innogys Vertriebsgeschäft konnte daraus keine umsatzsteigernden Effekte für das Unternehmen erzielen. Die starke Konkurrenz lockt Kunden mit Bonuszahlungen von mehreren Hundert Euro.

Neuausrichtung des Energiemarktes

Überschaubar zeigen bisher die Auswirkungen an der Börse. Anleger müssen sich bislang keine Sorgen machen. Die geplante Neuausrichtung des Energiemarktes hat bisher zu keinen nennenswerten Einbrüchen der Innogy-Aktie geführt. Eon richtet sich künftig eher an konservative Investoren. Die RWE-Aktie bleibt derzeit auf dem aktuellen Niveau, verhält sich jedoch etwas spekulativer.

Mit Übernahme der RWE-Tochter Innogy soll der Energiemarkt in Deutschland neu aufgeteilt werden. Eon soll den gesamten RWE-Anteil von 77 Prozent an Innogy übernehmen. Neben einer Zahlung von RWE in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an Eon, beinhaltet die Transaktion einen „weitreichenden Tausch von Geschäftsaktivitäten und Beteiligungen“. RWE erhält im Gegenzug eine Beteiligung am eigenen Unternehmen von 16,7 Prozent.

Bei Innogy sorgt man sich indes um etwa 5.000 Arbeitsplätze, die durch den Deal wahrscheinlich verloren gehen. Eon rechne jedoch damit, in den kommenden Jahren zehntausende neue Arbeitsplätze zu schaffen und somit den Wegfall nicht nur kompensieren, sondern zusätzliche Stellen schaffen zu können.  

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