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Erneuerbare Energie
Energiewende in Nordafrika – 1,8-GW-Solarpark

Erneuerbare Energien erfreuen sich in den arabischen Ländern wachsender Beliebtheit. In Ägypten entsteht derzeit das größte Solarkraftwerk der Welt.

Symbolfoto (Bild: Chungking/stock.adobe.com)

In einem abgelegenen Wüstenkomplex hat der nordafrikanische Staat die erste
64-MW-Anlage von 32 geplanten Werken eingeweiht. Nach Fertigstellung will der Staat bis zu 1,8 GW Leistung aus der Sonne erzeugen – genauso viel wie der weltberühmte Nasser-Staudamm am anderen Ende von Assuan und dreimal so viel wie die derzeitigen Solarrekordhalter in Kalifornien, Indien und Marokko. Das Projekt soll 2019 für 2,8 Milliarden Dollar abgeschlossen werden.

Erste Phase abgeschlossen

Die Energie der durchschnittlichen vertikalen Sonneneinstrahlung beträgt in Ägypten zwischen 2.000 und 3.200  kWh je Quadratmeter. In Zusammenarbeit mit dem lokalen Unternehmen Infinity Solar Systems entwickelte die deutsche Ib Vogt GmbH die Anlage im oberägyptischen Benban bei Assuan. Den Angaben des Ib Vogt Vorstandsvorsitzenden, Anton Milner, zufolge begann sie im Dezember 2017 mit der Versorgung des nationalen Netzes.

„In dieser Anlage haben wir 200.000 Solarmodule und 780 Sonnennachführsysteme, mit denen sich die Module den ganzen Tag über in Richtung Sonnenstand bewegen können", sagte Amine el-Edghiri, Projektleiterin von Ib Vogt, während einer Medientour durch die Anlage 650 Kilometer südlich von Kairo am Rande der nubischen Wüste.

Die Photovoltaikmodule erstrecken sich über 95 Hektar und sind in der Lage, 20.000 Haushalte mit Strom zu versorgen, sagte el-Edghiri.

Ägypten setzt auf Ökostrom

Nach Angaben der „International Renewable Energy Agency“ (Irena) deckt Ägypten derzeit seinen Strombedarf bis zu 94 Prozent aus fossilen Brennstoffen. Lediglich 1,3 Prozent stammen aus erneuerbaren Energien, weitere 4,7 Prozent aus Wasserkraft.

Zusammen mit anderen geplanten Projekten soll der Benban-Solar-Park dazu beitragen, dass Ägypten seine Nutzung von Kohlenwasserstoffen verringert. Das Land am Nil möchte bis zum Jahr 2020 20 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugen.

Bei der Energieversorgung entwickelt sich ein massives Umdenken bei den arabischen Nationen. Vor allem im Solarsektor löste dies einen Aufschwung aus. Bisher galt Marokko als regionaler Vorreiter. Bereits im Jahr 2016 ging mit seiner ersten Ausbaustufe Noor I das Solarkraftwerk Ouarzazate im Süden Marokkos in Betrieb. Gemeinsam mit Noor II und Noor III produziert die Anlage eine Leistung von 580 MW.

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