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Normen und Vorschriften
EMV und Arbeitsschutz – DIN EN 50647 2018-07 (VDE 0848-647)

Die Basisnorm für die Evaluierung der beruflichen Exposition gegenüber elektrischen und magnetischen Feldern ausgehend von Komponenten und Anlagen zur Erzeugung, Übertragung und Verteilung elektrischer Energie wird ausführlich erläutert. 

(Bild: zerbor/stock.adobe.com)


In diesem niedrigen Frequenzbereich sind die elektrischen und magnetischen Felder voneinander unabhängig (entkoppelt) und daher müssen beide Felder bei der Beurteilung der Exposition berücksichtigt werden. Bei der Konformitätsbewertung mit Hilfe der vorliegenden Norm wird die Exposition daher getrennt (einzeln) und nicht additiv betrachtet.

Die EN 50647:2017 nimmt auf die Europäische Arbeitsschutz-Richtlinie 2013/35/EU Bezug und besitzt die Rolle einer spezifischen Arbeitsplatz-Norm. Sie berücksichtigt den nicht bindenden Anwendungsleitfaden zur Umsetzung der genannten Richtlinie und legt die für die Elektrizitätsversorgungsunternehmen anwendbaren Beurteilungsverfahren und Konformitätskriterien fest. Hierbei wird auch das Arbeiten unter Spannung, d. h. an eingeschalteten Versorgungsnetzen, berücksichtigt. Da elektrische Betriebsmittel (Geräte, Einrichtungen) für die Erzeugung, Übertragung und Verteilung von elektrischer Energie stark standardisiert bzw. genormt sind, können einige wenige allgemeine Bewertungen viele Betriebsorte bzw. Standorte abdecken, an denen ähnliche Betriebsmittel sowie Arbeitspositionen vorhanden sind. Daher ist eine systematische und gründliche Bewertung jedes einzelnen Betriebsortes bzw. Standortes, der elektrische Betriebsmittel enthält, nicht erforderlich. Für einen gegebenen Betriebsort bzw. Standort sollte die Risikobewertung auf sämtliche spezifische Betriebsmittel (Geräte, Einrichtungen) sowie Arbeitspositionen beschränkt werden, die von den allgemeinen Bewertungen nicht abgedeckt werden.

Für die Bewertung der Exposition von Arbeitnehmern/innen gegenüber Feldern der in den Anwendungsbereich dieser Norm fallenden Komponenten, Leitungen und Anlagen wird ein allgemeines Verfahren zur Verfügung gestellt. Beurteilungen der Feldexposition können durch Messung oder Berechnung durchgeführt werden. Die entsprechenden Verfahren werden in der vorliegenden Norm beschrieben. Hierbei werden auch Oberschwingungen der Felder berücksichtigt.

Weiterhin berücksichtigt diese Norm die Exposition gegenüber magnetischen Gleichfeldern und betrachtet auch Kontaktströme, die beim Berühren eines leitfähigen, in einem Feld befindlichen Objekts entstehen können.

Zusätzliche Anforderungen nach dieser Norm ergeben sich durch den besonderen Schutz von besonders gefährdeten Arbeitnehmern/ -innen, zu denen entsprechend der Europäischen Richtlinie 2013/35/EU Schwangere und Arbeitnehmer/innen mit implantierten oder am Körper getragenen medizinischen Geräten gezählt werden.

Die EN 50647:2017 führt auch Situationen auf, in denen aufgrund der entsprechenden Betriebsspannungen und Abstände der Leiter zum Boden davon ausgegangen werden kann, dass die Expositionsgrenzwerte eingehalten werden und eine weitergehende Bewertung nicht erforderlich ist. Die Bewertung der Exposition muss aktualisiert werden, wenn irgendeine Änderung der Anlage, der Arbeitsumgebung oder der Arbeitsverfahren die EMF-Expositionsbedingungen bedeutsam beeinflusst. In den Anhängen werden weitere Informationen gegeben u. a. zur Bewertung von in Magnetfeldern vorhandenen Oberschwingungen (Anhang A), zu 50-Hz-Magnetfeldquellen in der Umgebung der Komponenten und Anlagen (Anhang B) oder zu Verfahren für die Ableitung der dem Expositionsgrenzwert äquivalenten Felder (Anhang D). Ferner werden Beispiele für die Anwendung der verschiedenen in dieser Norm festgelegten Bewertungskriterien im Anhang C gegeben.

Der vollständige Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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