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Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Elektrischer Schlag beim Prüfen einer Leiterplatte

Elektrofachkräfte sollten immer mit dem Schlimmsten rechnen. In diesem Fall war der Messtechniker nicht auf die Entladung eines durch einen unbeabsichtigten Vorgang geladenen Kondensators eingestellt.

Vergleichbarer Prüfaufbau für Isolationsmessungen, bei dem der Unfall passierte (Foto: BG ETEM)

Arbeitsauftrag. In einem Elektronikbetrieb sollte ein Messtechniker Isolationsmessungen an Leiterplatten durchführen. Dazu stand ihm ein eigensicheres Isolationsmessgerät zur Verfügung.

Unfallhergang. Der Messtechniker hatte vor Beginn der Isolationsprüfung die Leiterplatte gereinigt. Dabei muss unbeabsichtigt Reinigungsflüssigkeit in das Relais eingedrungen sein. Im Zuge der Isolationsmessung (Bild) kam es dann zu einer Fehlschaltung des Relais, sodass der Kondensator aufgeladen wurde. Dies bemerkte der Messtechniker aber nicht. Nach Abschluss der Messung und Lösen der Anschlüsse für die Isolationsmessung wollte er die Leiterplatte zur Seite legen. Dabei kam er mit seinem Handballen der rechten Hand an die Kontakte des Kondensators und löste einen Kurzschluss aus. Strommarken waren durch den Entladevorgang deutlich zu sehen. Die Kollegen riefen sofort den Rettungsdienst, der ihn zur nächsten Notambulanz brachte.

Unfallanalyse. Da die Leiterplatte einzeln geprüft wurde, fehlte die Entladungseinrichtung des Gerätes. Dies war dem Messtechniker bei den regelmäßigen Unterweisungen mitgeteilt worden. Eine Entladung des Kondensators nach der Isolationsmessung war unterlassen worden, da er nicht von der Fehlschaltung des Relais ausgegangen war. Der Messtechniker beachtete nicht Absatz 2 des § 6 der DGUV Vorschrift 3, wo es heißt: „Vor Beginn der Arbeiten an aktiven Teilen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel muss der spannungsfreie Zustand hergestellt und für die Dauer der Arbeiten sichergestellt werden.“

Autor: J. Jühling

 

Dieser Artikel ist unserem Facharchiv entnommen. 

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