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Einbruch bei neuen Windenergieanlagen von bis zu 82 %

Innerhalb von 4 Jahren gingen der Windkraft-Branche in der Bundesrepublik Schätzungen zufolge etwa 60.000 Arbeitsplätze verloren.

Bild: www.wette.de; Datengrundlage: Deutsche WindGuard

Wurden in Deutschland im Jahr 2020 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 219 MW neu installiert, sorgten die Neuinstallationen 2019 noch für 1.223 MW. Und obgleich es bei dem Ausbau der Onshore-Windkraft einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr zu verbuchen gibt, büßt der Windkraft-Ausbau in Summe an Tempo ein. Wie aus einer neuen Infografik von Wette.de hervorgeht, befindet sich die Bundesrepublik aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr auf der Spitzenposition.

Zwischen 1997 und 2007 war Deutschland das Land mit der weltweit größten Installation an Windkraftanlagen. Hiervon kann mitnichten mehr eine Rede sein: während China inzwischen auf eine ans Netz angeschlossene Windenergieleistung von 288.320 MW kommt, beläuft sich der Wert in der Bundesrepublik auf 62.850 MW. Gewiss: setzt man den Wert in Relation zur Einwohnerzahl, dann ergibt sich ein anderes Bild, und doch gab es in den vergangenen Jahren kontraproduktive Weichenstellungen, welche dem Windkraft-Standort Deutschland geschadet haben, so zahlreiche Marktbeobachter.

Die Entwicklung fordert ihren Tribut: Waren 2016 noch 160.200 Beschäftigte in Deutschland in der Windkraft-Branche tätig, sind es inzwischen nur noch etwa 100.000. Die Geschäfte verlagern sich mehr und mehr ins Ausland, und jene, die noch in der Bundesrepublik produzieren, exportieren zunehmend in Länder wie England, Taiwan oder die Niederlande.

Akteure aus der Windkraft betonen, dass der Branche das hin und her an politischen Vorgaben geschadet habe. Auch die “Not in my backyard”-Mentalität habe dazu beigetragen: Windkraft ja, doch nicht in meiner Umgebung, so die Haltung zahlreicher Bürger.

Bis dato wurden im Jahr 2021 240 Windenergieanlagen in Deutschland zugebaut. Zum Vergleich: noch 2017 wurden 1.792 neue Anlagen gebaut – und während Deutschland das Tempo des Ausbaus drosselt, drückt nicht zuletzt China aufs Gaspedal.

Während klagende Nachbarn und andere Akteure durchaus eine Rolle bei dem schleppenden Ausbau der Onshore-Windkraft spielen können, gilt dies für Offshore-Windparks nur bedingt – und gerade in diesem Bereich ließ Deutschlands Ausbaugeschwindigkeit zuletzt drastisch nach.

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