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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
E-Check einer Nachtspeicheranlage

Wie lässt sich an einer Nachtspeicheranlage ein E-Check durchführen?

Typischer Nachtspeicher-Zimmerofen von Siemens (Bild: Wikipedia)

Frage:
Und gibt es für diesen E-Check passende Referenzen oder Beispiele aus der Praxis für zu erwartende Messwerte? Sollte die Prüfung im warmen oder eher im kalten Zustand durchgeführt werden? Müssen die Nachtspeicher zur Prüfung von der Anlage getrennt werden? In meiner Anlage vor Ort gibt es darüber hinaus einen RCD mit 30 mA, der aus Brandschutzgründen installiert wurde und bei höchster Leistung (7 KW) bei ca. 80 % Ladung auslöst. Welche Ursache könnte das haben?

Antwort:
Aus meiner Erfahrung sind mir keine Referenzen oder Beispiele von Heizpatronen aus Nachtspeicheröfen bekannt. Es gibt beim Prüfen keine Universallösung. Jeder Prüfling sollte als Einzelfall betrachtet werden. Vorweg, ich würde immer im warmen Zustand messen. Nachfolgend zu den einzelnen Prüfungen:

R-Low-Messung: Wie allgemein üblich, wird mit dieser Prüfung begonnen. Hier hängt der Wert von der Leitungslänge sowie dem Querschnitt ab. Dabei ist darauf zu achten, dass der Widerstand 1 Ω nicht überschreitet. Der Widerstandwert ist also Anlagenabhängig.

R-Iso-Messung: Hier kommen wir zu dem Teil, der im Allgemeinen Prüfenden Sorgen bereitet. In der Regel ist es so, dass sich die Heizdrähte in keramischen Haltern befinden. Diese haben die Eigenschaft Feuchtigkeit zu binden. Dies erfolgt dann, wenn das Gebläse nach dem Erkalten der Speichersteine weiterhin „kalte“ Umluft durch den Speicher schickt. Die Luft kondensiert dann an den Speichersteinen, mit der Konsequenz, dass der Isolationswiderstandswert schlechter wird.

Ableitstrommessung: Eine gute Alternative bietet hier die Ableitstrommessung, um eine Aussage zu treffen. Hier lassen sich die Differenzstrommessung sowie die Schutzleiterstrommessung anwenden. Die Höhe des Ableitstromes gibt der Hersteller vor. Es kann, konstruktionsbedingt, durchaus Geräte geben, deren Ableitstrom den in der Norm erwähnten Wert von 3,5 mA übersteigt. Hier wäre der Hersteller zu kontaktieren. Gerade bei Wärmegeräten lässt die Norm ja größere Werte, (1 mA/kW) bis 10 mA, zu.

Durchführung der Prüfung. Hier entscheidet allein der Prüfende, als befähigte Person, wie er als Fachkraft nachweist, dass der Prüfling den Normen entspricht. Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, den Ofen aus der Verteilung zu prüfen, wenn gewährleistet ist, dass der Prüfling komplett erfasst wird. Bei einer Prüfung aus der Verteilung ist auch die Ofenzuleitung mit zu prüfen.

Zum verbauten RCD. Der Anfragende hat einen RCD 30 mA erwähnt, der aus Brandschutzgründen installiert wurde. Hier sei zu sagen, dass RCDs mit 30 mA aufgrund der Feinfühligkeit den Brandschutz zwar mit abdecken, jedoch eigentlich für den Personenschutz gedacht sind. Für den Brandschutz würde ein RCD 300 mA völlig ausreichen.

Leider hat der Anfragende nicht den tatsächlichen Auslösestrom genannt. RCD dürfen ab 50 % des Bemessungsdifferenzstroms I∆N auslösen. Besteht die Anlage beispielsweise aus fünf Öfen mit einem Ableitstrom von jeweils 3 mA, würde in Summe ein Ableitstrom von 15 mA fließen, was ausreichen könnte, um den besagten RCD auszulösen. Hier würden konkrete Messwerte das Finden der Ursache erleichtern.

Bezüglich der Ursachen für eine Auslösung des RCD bei einer Ladung von 80 % kann meiner Meinung nach nur eine messtechnische Untersuchung vor Ort Aufschluss geben. Eine ganz banale Ursache könnte ein Isolationsfehler sein, der erst bei Erwärmung auftritt.

Autor: K. Andersen

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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