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Elektromobilität: 100-Millionen-Förderprogramm für Ladesäulen
DDIV fordert Millionen für Ausbau privater Infrastrukturmaßnahmen

Im Rahmen des Forums Elektro-Mobilitäts-Kongresses in Berlin stellte der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e. V. (DDIV) seine Überlegungen zur Förderung privater Ladeinfrastrukturen in Wohnungseigentümerschaften vor.

Elektroauto an öffentlicher Ladestation

Bis 2020 sollten laut Bundesregierung eine Million Elektro-Fahrzeuge über Deutschlands Straßen rollen. Von ihrem hochgesteckten Ziel musste sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jedoch vor einigen Wochen verabschieden.

Grund für das schwache Interesse der Deutschen sind vor allem die geringe Reichweite der Fahrzeuge und eine fehlende Ladeinfrastruktur. Der aktuelle Stand der technologischen Entwicklung deutscher E-Autos und zu weit auseinander liegende Ladepunkte konnten Autofahrer bisher nicht vom Kauf eines elektrisch getriebenen Pkws überzeugen.

Die Bundesregierung verabschiedete im Februar ein Förderprogramm mit 300 Millionen Euro für den Ausbau der Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum (lesen Sie hierzu: Kampf um die Ladesäulen). Der DDIV bemängelt, dass dabei private Ladepunkte im Gebäudebestand nicht berücksichtigt wurden.

Besitzer von Eigentumswohnungen lehnen bislang den Kauf eines Elektroautos ab. Zum einen sei die Rechtslage hinsichtlich baulicher Maßnahmen und Modernisierung laut DDIV nicht eindeutig. Zum anderen fürchtet man die Überlastung des Stromnetzes, wenn mehrere Mieter gleichzeitig einen Stromer laden.

DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler sagte auf dem Kongress: „Wir empfehlen unseren Immobilienverwaltungen derzeit nicht, dieses Thema zu forcieren. Zu ungewiss und zu hoch sind die Folgekosten für Wohnungseigentümergemeinschaften, wenn einzelne Eigentümer oder deren Mieter einen Ladeanschluss wünschen“.

Um Eigentumswohnungsbesitzer vom Kauf eines Elektroautos zu überzeugen und gleichzeitig vor unkalkulierbaren Kosten zu schützen, empfiehlt der DDIV, die Errichtung privater Ladestationen in Mehrfamilienhäusern mit 100 Millionen Euro zu fördern. Damit könnten auch Zweifel jener Anwohner ausgeräumt werden, die kein Interesse an einem Stromer haben. Auch für sie blieben die Kosten durch eine Förderung überschaubar.

„Eigentümer scheuen diese Kosten, wenn sie selbst kein E-Auto nutzen. Hier müssen Hemmschwellen abgebaut werden. Wir fordern daher ein Anreiz- oder Sofortprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro für die private Infrastruktur in privaten Wohngebäuden. Bei geschätzten mehr als vier Millionen Stellplätzen bundesweit in privaten Mehrfamilienwohnhäusern wird die Dimension sichtbar. Nach der Bundestagswahl sollte die neue Bundesregierung schnell handeln, sonst gerät Deutschland bei der Neuzulassung von E-Autos noch mehr ins Hintertreffen”, ist sich Martin Kaßler sicher.

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