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Wibutler Smart Home
Über Funk-Standard-Grenzen hinweg vernetzen

Im Smart-Home-Bereich erfreuen sich funkbasierte Lösungen seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Der Verzicht auf eine Verkabelung bietet nicht nur bei der Nachrüstung unübersehbare Vorteile.

Wibutler Smart Home

(Bild: Wibutler)

Bei der praktischen Umsetzung einer funkbasierten Lösung steht normalerweise zuerst die Wahl des Geräteanbieters und des entsprechenden Funk-Standards an. Die in Münster beheimatete iExergy GmbH [1] ist ein typisches Technologieunternehmen, ein Start-Up, eine Ausgründung der ortsansässigen Fachhochschule. Im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit des Betriebes steht die Hard- und Softwareentwicklung und die technische Beratung.

Im Ergebnis dieser Aktivitäten wurde u. a. ein Stellantrieb für Heizkörper entwickelt, der neben der Raumtemperaturregelung zugleich eine Erfassung der Raumtemperatur über einen Sensor ermöglicht. Im Mittelpunkt des Angebotes steht aber die Hausautomationslösung Wibutler [2]. Damit können alle für die Hausautomation bedeutsamen Funktionen, wie etwa die Steuerung von Leuchten, Jalousien und Rollläden bis hin zur Heizungsregelung, Funk-Standard übergreifend realisiert werden.

Grundidee und 
Gerätetechnik

Das Wibutler-Konzept (wireless butler) basiert auf der Grundidee, Anlagen zu realisieren, bei denen Sensorik und Aktorik unterschiedlicher Funk-Standards zum Einsatz kommen. Diese Vorgehensweise macht es möglich, die Vorzüge unterschiedlicher Lösungsansätze miteinander zu kombinieren und damit zugleich die aus einzelnen herstellerspezifischen Angeboten resultierenden Begrenzungen zu überwinden.

Gateway und Server

Der Homeserver Wibutler-PRO ist die zentrale gerätetechnische Komponente einer Anlage, Gateway und Server (Bild 1a). Das Gerät unterstützt die derzeit für die Hausautomation bedeutsamen Funk-Standards wie Enocean, Zigbee und Z-Wave sowie darüber hinaus WLAN. Die Gateway-Funktion des Homeservers bezieht sich sowohl auf die Herstellung der Verbindung zwischen der Sensorik und Aktorik unterschiedlicher Funk-Standards als auch deren Verbindung mit dem Heimnetz (WLAN). Der Homeserver ist also Mittler zwischen den Komponenten untereinander und stellt zugleich die Verbindung zum WLAN her (Bild 1b).

Darüber hinaus ist auf dem Homeserver ein programmierbares Anwendungssystem installiert. Die zur Programmierung erforderliche App steht für iOS- und Android-Geräte kostenlos (und ohne Folgekosten) zum Download bereit. Mittels der App erfolgt aber nicht nur die Programmierung einer Anlage, sondern Smartphones und Tablets können auch als universelle (mobile) Bediengeräte eingesetzt werden. Die Verbindung zum Heimnetz gewährleistet zudem den Fernzugriff auf den Homeserver über das Internet.

PRO- und DIY-Produkte

Aktuell wird seitens des Herstellers eine breite Palette von Sensorik und Aktorik unterschiedlicher Hersteller (> 20) unterstützt. Dabei wird zwischen den PRO-Produkten (die eine Installation durch die Elektrofachfachkraft erfordern) und den DIY-Produkten (die eine Installation durch den elektrotechnischen Laien erlauben) unterschieden. Die Unterscheidung in PRO- und DIY-Produkte richtet sich nach der Komplexität der Produkte und dem Vertriebsweg des jeweiligen Herstellers. Zur Kategorie der PRO-Produkte gehören vor allem Komponenten deren Installation mit einem Eingriff in die vorhandene Elektroinstallation verbunden ist oder deren ordnungsgemäße Inbetriebnahme ein vertieftes technisches Verständnis für die jeweiligen Zusammenhänge (z. B. bei der Raumtemperaturregelung) voraussetzt.

Aus technischer Sicht ist dabei eine Fokussierung auf Enocean-Produkte unübersehbar. Die Ursachen hierfür sind sicher in den technischen Vorteilen dieses Funksystems zu suchen. Bezüglich der Bauform handelt es sich dabei sowohl um UP- und AP-Komponenten als auch um REG-Geräte für den Einbau in Verteilungen. Bei den Herstellern findet man bekannte Namen wie etwa BEGA, PEHA, Eltako, Thermokon und Afriso. Bei den DIY-Produkten sind es vor allem die Zigbee-Produkte aus den Sortimenten Philips Hue und Osram Lightify. Darüber hinaus werden einige Funktaster, Handsender und Zwischenstecker angeboten. Dazu zählt man auch die Eigenentwicklung eines Profiltaster mit 4 Kanälen.

Einarbeitung und 
Programmierung

Wibutler ist als Angebot für den Handwerker konzipiert und wendet sich vor allem an jene Fachkollegen, die bereits über erste Erfahrungen mit funkbasierten Hausautomationssystemen verfügen. Wer dabei an die Grenzen herstellerspezifischer Angebote gestoßen ist, wird die neuen Möglichkeiten zu schätzen wissen. Bei der Einarbeitung in das System sind Kenntnisse im Umgang mit Funksystemen (und ggf. eigene Erfahrungen) bezüglich der Platzierung der Komponenten und deren Reichweiten von Vorteil. Für Interessenten werden seitens des Herstellers Handwerker-Schulungen angeboten. Die Bedienung der bereitgestellten App wird der im Umgang mit Tablets und Smartphones erfahrenen Elektrofachkraft kaum Schwierigkeiten bereiten.

Die Anlagenprogrammierung erfolgt durchgängig menügeführt über diese App. Dabei wird zwischen den PRO- und den DIY-Produkten unterschieden. Die PRO-Produkte können ausschließlich durch den Fachhandwerker programmiert werden. Die Programmierung beginnt mit dem Anlernen der Geräte, also der Anmeldung beim Server einschließlich der automatischen Adresszuweisung und der Vergabe von Bezeichnungen. Die Verknüpfung zwischen der Sensorik (Taster, Handsender, Temperatursensoren usw.) und der Aktorik (Schaltaktoren, Dimmer, Heizungsregeler usw.) erfolgt über Wenn-Dann-Regeln (Bild 2b). Weitere Programmiermöglichkeiten bietet die Vereinbarung von Zeitregeln (Bild 2a). Damit lassen sich Tages-, Wochen- und Jahrespläne vereinbaren. Zur Erleichterung der Anlagenbedienung können Profile (anderswo auch Szenen genannt) wie etwa „Unterwegs“ oder „Zuhause-Tag“ vereinbart werden. Zur Vereinfachung der Bedienung lassen sich Grundrisse anlegen und zur Visualisierung von Systemzuständen nutzen. Wibutler-Anlagen können mit oder ohne Verbindung zum Internet betrieben werden. Bei Verzicht auf eine Internetverbindung lassen sich Smartphones und Tablets nach wie vor lokal zur Bedienung nutzen, ein Fernzugriff steht in diesem Fall aber nicht zur Verfügung.

Fazit

Mit Wibutler steht dem Elektrohandwerker ein herstellerunabhängiges funkbasiertes Hausautomationssystem zur Verfügung, das für die Nachrüstung ebenso wie für den Neubau geeignet ist. Mit überschaubarem Einarbeitungsaufwand lassen sich anspruchsvolle und ausbaufähige Lösungen realisieren, die ggf. auch den einen oder anderen Folgeauftrag nach sich ziehen. Mit der Kombination von PRO- und DIY-Produkten innerhalb einer Anlage wird ein Weg beschritten, der insbesondere für technikbegeisterte Kunden von Interesse sein dürfte.

Autor: H. Möbus

Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.


Literatur:
[1] Firmenhomepage der iExergy GmbH: www.iexergy.com.
[2] Wibutler-Produkthomepage: www.Wibutler.com.

Wibutler Smart Home
Bild 1
Wibutler App
Bild 2

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