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Photovoltaik: Solar-Fassadenfarbe aus Wasserdampf
Energieerzeugende Wandfarbe könnte Solarmodule ablösen

Australische Wissenschaftler der RMIT University in Melbourne entwickelten eine Fassadenfarbe, die aus feuchter Luft und Sonnenlicht Energie gewinnt. Die kommerzielle Nutzung der neuen Technologie soll in den kommenden fünf Jahren beginnen.

Die Stromversorgung durch erneuerbare Energie wird dank innovativer Technologien immer einfacher – und durch staatliche Förderung auch attraktiver für die Verbraucher. Tesla-Chef Elon Musk stellte im Oktober 2016 Dachziegel mit eingebauten Solarzellen vor (ep berichtete). Die Auslieferung der neuen Solarziegel mit dem Namen Solar Roof soll in den USA noch im Juni 2017 beginnen.

Die neueste Photovoltaik-Innovation kommt derzeit aus Australien. Einem Forscherteam des Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) um Dr. Torben Daeneke und Professor Kourosh Kalantar-zadeh ist es gelungen, eine Technologie zu entwickeln, die zur Erzeugung sauberer Energie genutzt werden kann.

Dabei handelt es sich um Wandfarbe. Sie besteht aus einer Verbindung des bereits in vielen Farben enthaltenen Titanoxids mit einem neu entwickelten synthetischen Molybdän-Sulfid. Letzteres absorbiert Feuchtigkeit und funktioniert ähnlich wie Kieselgel, auch Silicagel genannt, das als Trockenmittel bei vielen neuen Konsumgütern Verwendung findet. Das Molybdän-Sulfid weist halbleitende Eigenschaften auf und katalysiert die Aufspaltung von Wasser.

Einem Bericht auf der Website des RMIT zufolge absorbiert die Kombination aus Titanoxid und Molybdän-Sulfid Solarenergie sowie Feuchtigkeit aus der umgebenden Luft. Anschließend wird das Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der entstandene Wasserstoff kann für den Einsatz in Brennstoffzellen oder für den Antrieb eines Pkw gesammelt werden.

„Titanoxid ist ein weißes Pigment, das bereits in vielen Wandfarben verwendet wird. Durch die Zugabe des neu entwickelten Materials kann eine gewöhnliche Mauer zur Energiegewinnung und Treibstoffproduktion genutzt werden,“ erklärt Dr. Torben Daeneke.

Professor Kourosh Kalantar-zadeh fügt hinzu, dass Wasserstoff die sauberste Energiequelle sei und sowohl in Brennstoffzellen als auch in konventionellen Verbrennungsmotoren als Alternative zu fossilen Brennstoffen eingesetzt werden könne.

Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass die Wandfarbe in einer Vielzahl von Klimazonen Verwendung finden würde. Jedes Gebiet mit Wasserdampf in der Luft – auch weit von Gewässern abgelegene Orte – sei in der Lage, Energie zu erzeugen. Die Farbe kann auf jede bemalbare Oberfläche aufgebracht werden und somit Energie erzeugen – sei es an Schuppen, Zaun oder Hausfassade.

Vergleichbare Technologien gab es bereits zuvor. Das australische Solar-Startup Dyesol arbeitet seit Jahren an der Entwicklung von so genannten Farbstoffsolarzellen. Das Start-up möchte die neuartigen Solarzellen, die sich in nahezu jeder Farbe herstellen lassen, als dünne Schicht auf Fassaden aus Stahl drucken oder auch durchsichtig auf Glasscheiben auftragen.

 

Forscher des RMIT haben eine Solarfarbe entwickelt, die Wasserdampf absorbieren und aufteilen kann, um Wasserstoff zu erzeugen – die sauberste Energiequelle (Video: RMIT)

Bild Mitte rechts: Professor Kourosh Kalantar-zadeh und Dr. Torben Daeneke präsentieren ein mit der Solarfarbe bemaltes Stück Glas (Bild: RMIT)

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