Anzeige

Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Elektrischer Schlag beim Ziehen einer Datenleitung

Bei Arbeiten in neuen Büroräumen wurde der Installateur durch einen Stromschlag verletzt. Glücklicherweise konnte er sich selbst aus dem Stromkreis befreien.

Beim Einziehen von Leitungen in Ständerbauwerke von Trockenbauwänden ist besonders auf Isolationsschäden zu achten (Bild: Pavel Losevsky/ Fotolia.de)

Arbeitsauftrag. Eine Projektierungsfirma hatte sich neue Büroräume angemietet. Vor dem Einzug benötigte sie aber in den neuen Räumen für die Vielzahl an Computern ein eigenes Datennetz. Sie beauftragte deshalb eine Installationsfirma mit dem Verlegen der Datenleitungen.

Unfallhergang. Die Büroräume waren gerade erst am Vortag durch den Vermieter übergeben worden, als der Installateur mit dem Ziehen der Datenleitungen (Bild) begann. Ein Teil der Datenleitungen musste durch eine Leichtbauwand geführt werden, von der zu diesem Zeitpunkt nur die Metallständer montiert waren. Beim Berühren der Metallständer erlitt der Installateur einen Stromschlag, konnte sich aber zum Glück selbst aus dem Stromkreis befreien. Eine Mitarbeiterin der im Einzug befindlichen Firma leistete Erste Hilfe und verständigte den Notruf. Der Installateur wurde zur Notambulanz gebracht, konnte aber nach kurzer Zeit das Krankenhaus wieder verlassen.

Unfallursache. Bei der Suche nach der Unfallursache stellte sich heraus, dass beim Einziehen der Leitungen für die Unterverteilungen nicht ausreichend sorgsam umgegangen worden war. Eine Leitung war beim Ziehen durch einen Metallständer der Trockenbauwand so stark beschädigt worden, dass die Mantel- und Aderisolierungen ausgerechnet dieser Phase defekt waren und sie Kontakt mit dem Ständerbauwerk hatte.

Unfallanalyse. Auf Nachfrage musste der Vermieter eingestehen, dass er vor der Übergabe noch keine Prüfung der neuen Installation der Büroräume hatte durchführen lassen. In der Verantwortung gegenüber der BG steht erst einmal der Unternehmer der Projektierungsfirma, der sich die Erstprüfung hätte bestätigen lassen müssen. Im § 5 der DGUV Vorschrift 3, Absatz 1, heißt es: „Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden

1. vor der ersten Inbetriebnahme und nach einer Änderung oder Instandsetzung

2. vor der Wiederinbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft ...“. Dennoch steht auch der Vermieter in der Verantwortungskette, da er den Mietgegenstand nicht ordnungsgemäß übergeben hatte.

Autor: J. Jühling

Dieser Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

+++ News +++ Elektrohandwerk und -industrie in der Pandemie Elektronikfertigung im Lockdown: Limtronik gibt Einblicke in die Praxis

In vielen Branchen ist Home-Office-Arbeit in Corona- bzw. Lockdown-Zeiten das bevorzugte Modell. Dies ist jedoch in der Fertigung nicht möglich. Der Elektronikfertiger Limtronik gibt einen Einblick in den derzeitigen Arbeitsalltag. Das Unternehmen...

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Abgeschlossener elektrischer Betriebsraum

Wird ein für Schalt- und Verteilungsanlagen vorgesehener Raum nach Normen bzw. Vorschriften als abgeschlossener elektrischer Betriebsraum angesehen?

Weiter lesen

Der posirot PRAS1 Winkelsensor in Stabbauform misst nur 10,6 mm im Durchmesser bei einer Länge von 53 mm.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Zusätzlicher Potentialausgleich

Wie und unter Anwendung welcher Normen bzw. Vorschriften erfolgt der Potentialausgleich im Sanitärbereich ohne vorhandenen Hauptpotentialausgleich aber mit kunststoffumhüllten Metallrohren?

Weiter lesen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Zählung von 2011) wurde etwa die Hälfte aller Wohngebäude in Deutschland vor 1970 gebaut. Allein der Anteil von Wohngebäuden der Baujahre 1960 bis 1989 beträgt fast 40 % des Gebäudebestandes. Seit Jahren...

Weiter lesen
Anzeige