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Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Anforderungen an Hausanschlusswand

Um DIN 18012, Absatz 5.5.3.1 zu entsprechen, wurde ein Hausanschluss nicht auf der selben Wand montiert, durch die das Hausanschlusskabel geführt wird. Ist das richtig?

Beispiel eines Hausanschlussraums mit Anordnung der Anschluss- und Betriebseinrichtungen (Quelle: ep)

Frage:
Mit Bezug auf DIN 18012, Absatz 5.5.3.1 [1],„Die Hausanschlusswand muss in Verbindung mit einer Außenwand stehen, durch die die Anschlussleitungen geführt werden“, wurde ein Hausanschluss nicht auf der selben Wand montiert, durch die das Hausanschlusskabel geführt wird. Ist das korrekt?

Antwort:
Ja, Hausanschlusskästen können nicht auf der gleichen Wand montiert werden, durch die das Kabel in das Gebäude eingeführt wird (Bild). Dies hat technische Gründe, die sich auf das Hausanschlusskabel beziehen.

Für Kabel und Leitungen müssen entsprechend der Norm DIN VDE 0276-603 (VDE 0276-603) [2] Mindestbiegeradien eingehalten werden, um Beschädigungen der Leiter und/oder der Isolation zu verhindern.

Von der Stromnetz Berlin GmbH beispielsweise, einem Tochterunternehmen von Vattenfall, werden abhängig von der Hausanschlussgröße zwei Kabeltypen mit unterschiedlichen Leiterquerschnitten verlegt.

Für Hausanschlüsse Typ 100 A wird als Kabel NAYY-J mit massiven Aluminiumleitern 4 × 35 mm2 Leiterquerschnitt und einem Außendurchmesser von 31 mm und für Hausanschlüsse Typ 250 A Kabel NA2XY mit massiven Aluminiumleitern 4 × 150 mm2 Leiterquerschnitt und einem Außendurchmesser von 45 mm verlegt.

Nach der genannten Norm beträgt der einzuhaltende Mindestbiegeradius jeweils 12 × dem Außendurchmesser des Kabels, also 372 mm oder 540 mm.

Das Biegen der Kabel im rechten Winkel, um den Hausanschlusskasten auf der Außenwand, durch die das Kabel in das Gebäude geführt wird, ist somit nicht möglich.

Autor: T. Haubner

Literatur:

[1] DIN 18012:2018-04 Anschlusseinrichtungen für Gebäude – Allgemeine Planungsgrundlagen.

[2] DIN VDE 0276-603 (VDE 0276-603):2010-03 Starkstromkabel – Teil 603: Energieverteilungskabel mit Nennspannung 0,6/1 kV.

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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