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Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Brematic Pro – 
Smarthome zum Nachrüsten

Hausautomation war lange Zeit eher ein Thema für Fachleute und besser betuchte Bauherren. Inzwischen sind Smarthome-Lösungen nahezu für Jedermann bezahlbar und erfreuen sich einer breiten Akzeptanz.

Gateway – zentrale programmierbare Komponente (Quelle: Brennenstuhl)

Während im Neubau und in großen Zweckbauten vorzugsweise leitungsbasierte Systeme zum Einsatz kommen, haben in Wohnbauten funkbasierte Lösungen „die Nase vorn“ – 
vor allem dort, wo nachgerüstet werden soll.

Die in Tübingen beheimatete Brennenstuhl GmbH & Co. KG wurde vor mehr als 60 Jahren gegründet und hat sich zu einer weltweit tätigen Unternehmensgruppe entwickelt. Die Firma ist in den Bereichen Stromverteilungen, Leuchten sowie Haus- und Sicherheitstechnik aktiv. Darüber hinaus werden typische Baumarktprodukte wie etwa Kabelroller, Verlängerungsleitungen, diverse Steckdosenleisten, aber auch verschiedene Geräte für Werkstatt, Haus und Garten gefertigt. Unter dem Markennamen Brematic hat das Unternehmen schon seit einigen Jahren verschiedene per Funk (433,92 MHz) ansteuerbare Schaltadapter und Steckdosenleisten im Angebot. Mit Brematic Pro (eigene Schreibweise des Unternehmens: brematicPRO) wird jetzt eine funkbasierte Lösung zur Hausautomation angeboten, die insbesondere für die Nachrüstung in Wohnungen, Eigenheimen und kleinen Zweckbauten geeignet ist.

 

 

Systemkonzept

Brematic Pro basiert auf einem herstellerspezifischen bidirektionalen Funksystem mit einer Frequenz von 868,3 MHz. Zentrale Komponente einer Anlage ist das Gateway, welches einerseits eine Verbindung zwischen der Sensorik und Aktorik der Smarthome-Anlage herstellt und andererseits mit dem LAN/WLAN verbunden ist. Über die Zentrale können auch Funkkomponenten eingebunden werden, die mit einer Frequenz von 433,92 MHz arbeiten. Die Programmierung erfolgt mittels einer App, die auch für die Bedienung genutzt werden kann. Bei Bedarf lässt sich auch ein Fernzugriff über das Internet unter Nutzung einer Cloud einrichten.

Gerätetechnik

Seitens des Herstellers wird das Gerätesortiment anwendungsorientiert angeboten. Das beginnt mit den Startersets für spezielle Anwendungen wie

  • Sicherheit,
  • Überwachung,
  • Schalten und
  • Komfort

sowie der Zuordnung von Komponenten zu den Bereichen

  • Sicherheit und Überwachung,
  • Komfort,
  • Licht und Energie sowie
  • Heizung und Temperatur.

Darüber hinaus wird im Rahmen der Offerte auf kompatible 433-MHz-Produkte hingewiesen, vor allem Schaltadapter und Steckdosenleisten.

Gateway als Zentrale

Basis eines Smarthomes ist die Zentrale (Bild). Diese Komponente ist sowohl Gateway zwischen den Funknetzen der Heimautomation (433 und 868 MHz) und dem LAN/WLAN als auch die programmierbare Komponente. Die Zentrale wird netzversorgt und in das WLAN eingebunden. Da alle Komponenten mit der Zentrale kommunizieren müssen, sollte diese auch möglichst mittig installiert werden. Für räumlich ausgedehntere Installationen lässt sich ein zweites Gateway installieren und in das WLAN einbinden.

Bediengeräte

Das vorgestellte System ist zwar vorzugsweise für eine Bedienung per Smartphone oder Tablet konzipiert, aber darüber hinaus können mit dem Einbauwandschalter und Wandtaster ganz klassische Bedienkonzepte realisiert werden. Der Einbauwandschalter ist Bediengerät und Aktor zugleich und kann Lasten von bis zu 1 000 W schalten. Mit der Fernbedienung stehen 5 Tastenpaare zur Ansteuerung von Jalousien/Rollläden oder zur Aktivierung von Szenen usw. zur Verfügung.

Sensoren

Um Automatikfunktionen zur Erhöhung von Sicherheit und Komfort sowie eines sorgsamen Umganges mit Energie zu realisieren, verfügt das System über alle für den Wohnbereich wichtigen Sensoren. Das beginnt mit dem bereits ohnehin obligatorischen Hitze-/Rauchwarnmelder. Dazu zählen aber auch ein

  • Bewegungssensor,
  • Helligkeits-/Lichtsensor,
  • Temperatur- und Feuchtigkeitssensor sowie
  • Wassermelder.

Ein Tür-/Fensterkontakt komplettiert das Sensorik-Sortiment. Die Sensoren werden über Batterien gespeist.

Aktoren

Mit den verfügbaren Aktoren können alle im Wohnbereich üblichen Verbraucher angesteuert werden. Für den Einbau in UP-Dosen gibt es einen Rollladen-Aktor mit einer Schaltleistung von 300 W und einen Schaltaktor mit einer Schaltleistung von 1 000 W. Ein weiterer UP-Schaltaktor mit Schalteranbindung kann eine vorhandene Lichtschalter-Installation nahezu problemlos in das System integrieren und Lasten von bis zu 400 W schalten. Ohne jeglichen Eingriff in die vorhandene Installation können elektrische Anlagen mit Schaltadaptern nachgerüstet werden. Die Schaltadapter verfügen über Schaltleistungen von 3 600 W und sind daher nicht nur zur Ansteuerung von Leuchten geeignet. Mit einer speziellen Variante dieser Adapter kann der Stromverbrauch des angeschlossenen Gerätes gemessen werden. Zur Aktorik gehört im weitesten Sinne auch die Alarmsirene. Das für die Installation im Außenbereich (IP44) in einem wetterbeständigen Gehäuse untergebrachte Gerät dient der Alarmierung vor Ort durch akustische und optische Signalisierung. Im Unterschied zu den anderen Aktoren wird die Alarmsirene durch Batterien gespeist. Das Angebot an Aktorik auf der Basis des 868-MHz-Funksystems wird durch diverse Schaltadapter und Steckdosenleisten ergänzt, die mit 433-MHz arbeiten. Hierzu gehört auch ein Heizkörperthermostat.

IP-Kamera, Sprachsteuerung und 
Fernzugriff

Der realisierbare Funktionsumfang lässt sich durch Einbindung einer IP-Kamera und die Einrichtung einer Sprachsteuerung deutlich erweitern. Gleiches gilt für die Einrichtung eines Fernzugriffes.

Inbetriebnahme und 
Programmierung

Für die Inbetriebnahme und Programmierung steht eine leistungsfähige und weitgehend intuitiv bedienbare App für Android- und iOS-Geräte zur Verfügung. Die Handhabung dieser Software wird in einer als PDF-Datei vorliegenden Anleitung ausführlich beschrieben. Das beginnt mit der Integration der Zentrale in das heimische WLAN und dem Anlernen der Sensorik, geht über die Anlage von Räumen bis hin zur Vereinbarung von Szenen und Tasks. Als Tasks werden automatisierte Aktionen bezeichnet, die zeit- oder ereignisgesteuert ablaufen und für deren Vereinbarung logische Verknüpfungen (UND/ODER) genutzt werden können. Wer alle mit dem System gegebenen Möglichkeiten nutzen möchte, sollte nicht nur mit den aktuellen Mobilgeräten (Smartphones und Tablets) umgehen können, sondern sollte auch über solide Netzwerkkenntnisse und Grundkenntnisse in der Automatisierungstechnik verfügen.

Um Einsteigern die Entscheidung für diese Smarthome-Variante zu erleichtern, werden seitens des Herstellers verschiedene Startersets angeboten.

Fazit

Mit Brematic Pro bietet das Unternehmen Brennenstuhl eine zeitgemäße Smarthome-Lösung, mit einem deutlich über dem normalerweise im Baumarktbereich zu erwartenden Leistungsumfang. Das System ist noch vergleichsweise neu am Markt und es ist durchaus davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit weitere Komponenten (z. B. ein Dimmer) angeboten werden. Der Einstieg ist vergleichsweise einfach, wer jedoch die weitergehenden Möglichkeiten nutzen möchte, sollte über einschlägige Fachkenntnisse verfügen.

Autor: H. Möbus

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

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