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Arbeitsunfälle von Elektrofachkräften
Beim Reinigen einer Mittelspannungsanlage kam es zum Überschlag

Um dem Kollegen einen Gefallen zu tun, begann ein Monteur ohne Auftrag und Absprache mit der Arbeit. Bei diesen Reinigungsarbeiten kam es zu einem elektrischen Überschlag.

Überschlagsspuren am Trafogehäuse, wo sich der Monteur abstützte

Überschlagsspuren am Trafogehäuse, wo sich der Monteur abstützte (Fotoi: BG ETEM)

Arbeitsauftrag: Ein sehr erfahrener Monteur traf nach seinem Urlaub auf seiner Einsatzstelle ein und wollte sich von dem regional zuständigen Monteur zu den zu erledigenden Arbeiten einweisen lassen. Dieser war aber noch mit Reinigungsarbeiten an den Lüftungsgittern einer Trafostation beschäftigt und bat den Kollegen um etwas Geduld.

Unfallhergang: Der Monteur wollte aber nicht so lange warten und seinen Kollegen – ohne dessen Wissen – unterstützen. Ohne einen Auftrag ging er zur gegenüberliegenden Stationstür und öffnete diese. Dann zog er sich Schutzhandschuhe an, nahm einen Putzlappen und kniete sich vor die Stationsöffnung. Hierbei stützte er sich mit der linken Hand auf dem Transformatorgehäuse ab. Mit dem Putzlappen begann er an den Isolatoren auf der 20-KV-Seite des Transformators zu wischen. In diesem Moment kam es zu einem elektrischen Überschlag zwischen der rechten Hand am Isolator zur linken Hand am Transformatorgehäuse. Der Kollege bemerkte den Aufschrei des Kollegen und kam sofort zu Hilfe. Der Verletzte wurde dann mit dem Rettungshubschrauber in die Unfallklinik gebracht.

Unfallanalyse: Ohne die „fünf Sicherheitsregeln“ zu beachten, versuchte der Monteur den Staub von den Hochspannungsisolatoren des Transformators abzuwischen. Er handelte ohne speziellen Auftrag und ohne Wissen des reinigenden Monteurs. Es liegt ein Verstoß gegen DGUV-Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) § 6 in Verbindung mit DIN VDE 0105 Abschnitt 6.2 bzw. 6.3 vor.1

Autor: J. Jühling

1 bezieht sich auf Version: DIN VDE 0105-100 VDE 0105-100:2009-10; aktuelle Version: DIN VDE 0105-100 VDE 0105-100:2015-10

Dieser Artikel ist unserem Facharchiv entnommen.

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