Anzeige

Energiewende: Massiver Zuwachs erneuerbarer Energien
Beginn einer neuen Ära

Im vergangenen Jahr haben erneuerbare Energien mit einem weltweiten Anstieg von 165 Gigawatt zwei Drittel der neu installierten Stromkapazität ausgemacht. Der Zuwachs an PV-Leistung (74 Gigawatt) hat erstmals sämtliche andere Energiequellen übertroffen, verkündet die Internationale Energie Agentur (IEA).

Regenerative Energiequellen hatten 2016 einen Anteil von etwa zwei Drittel am weltweiten Netto-Zubau (Foto: Massimo Cavallo/stock.adobe.com )

Rekordjahr für erneuerbare Energien

Vor fünf Jahren prognostizierte die IEA, dass in den Jahren 2031 bis 2035 weltweit jährlich etwa 170 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energiequellen ins Netz fließen würde. Die Marke wurde bereits 2016 erreicht. Die Experten erwarten, dass bis 2022 die globale Kapazität erneuerbarer Energien um weitere 920 Gigawatt zulegen wird. „Das ist die Hälfte der aktuellen weltweiten Kapazität aus Kohle, deren Aufbau dauerte 80 Jahre”, sagte Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA). Solarenergie sieht er dabei auch in den kommenden Jahren als den vorrangigen Wachstumstreiber. „Wir erleben den Beginn einer neuen Ära von solarer Photovoltaik”, ergänzt Birol.

Komme es nicht zu grundlegenden politischen Richtungsänderungen, werde sich das Wachstum weltweit fortsetzen, heißt es in einem aktuellen Bericht der IEA. Mit einer Abschwächung der Nachfrage sei nicht zu rechnen.

 Sonnenkraft als Wachstumsmotor der weltweiten Energiewende

Dank eines politischen Umfelds, das erneuerbare Energien begünstigt, sind laut IEA vor allem China, Indien und die Vereinigten Staaten die Treiber des Wachstums. Jede zweite neue Solaranlage entstand allein im vergangenen Jahr in China. Während sich der Boom in den genannten Ländern beschleunigt, sieht die Situation in der EU schlechter aus. Hier erwartet die IEA ein um 40 Prozent schwächeres Wachstum als zwischen 2012 und 2017.

Für die kommenden Jahre sei es erforderlich, die Netze flexibler zu machen. Somit könne Energie aus erneuerbaren Quellen leichter eingespeist werden. Bei der Wärmeerzeugung und beim Transport müssten erneuerbare Energien eine größere Rolle spielen. Heute liegt der Anteil alternativer Energiequellen bei Heizungssystemen in der EU bei knapp 20 Prozent.

Die installierte Leistung regenerativer Stromquellen ist allerdings kaum mit der von konventionellen Kraftwerken zu vergleichen. Die Maßeinheit der installierten Leistung beschreibt, wie viel Energie die Solar- oder Windkraftanlagen erzeugen könnten, wenn sie ständig bei maximaler Windgeschwindigkeit arbeiten würden. Diese Leistung wird jedoch nur selten abgerufen. In Deutschland kommen Windkraftanlagen an Land bei 8.760 Jahresstunden nur auf etwa 1.500 bis 2.000 Vollaststunden. Noch schlechter ist das Verhältnis zwischen installierter Leistung und produzierter Energie bei Solaranlagen, da diese nachts ihre Produktion völlig und im Winter weitgehend einstellen. Mit 1.000 Megawatt Leistung produzieren konventionelle Kraftwerke um ein Vielfaches mehr Energie als Solar- oder Windparks derselben Leistung.

Bild Mitte rechts: Stromkapazitätserweiterungen nach Kraftstoffen, 2016 (Foto: IEA)

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Das Dresdner Unternehmen Solarwatt wurde vom Rat für Formgebung für seine Innovationskraft ausgezeichnet.

Weiter lesen

Die IBC SOLAR AG gibt personelle und strukturelle Veränderungen in der Unternehmensführung zum 1. Juli 2018 bekannt.

Weiter lesen

Der Experte für Photovoltaikanlagen am Fraunhofer-Institut in Kassel, Dipl.-Ing Peter Funtan, hat einen komprimierten Leitfaden über das Fachgebiet PV-Sicherungen erarbeitet.

Weiter lesen

Mini-Photovoltaik-Anlagen für Balkone Stecker rein und Sonnenstrom ernten

Balkonmodule dürfen künftig fest oder über spezielle Energiesteckvorrichtungen unter Berücksichtigung der Anforderungen nach DIN VDE 0100-551 und DIN VDE V 0100-551-1 an den Endstromkreis angeschlossen werden.

Weiter lesen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) meint, dass die Ökostrom-Branche in wenigen Jahren ohne Subventionen auskommen wird. Industrie und Ökonomen warnen jedoch vor einem solchen Schritt, wenn die nötigen Rahmenbedingungen fehlen.

Weiter lesen
Anzeige