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Elektromobilität
Batteriezellenfertigung – Varta bietet asiatischer Konkurrenz die Stirn

Nach wie vor bereitet die Batteriezellenproduktion Deutschland Schwierigkeiten. Das soll nun der traditionsreiche Konzern Varta AG ändern.

Nissan Leaf Elektroauto

Nissan Leaf Elektroauto (Foto: Pixabay)

Im Jahr 1887 wurde das Unternehmen im westfälischen Hagen gegründet, produzierte erfolgreich Batterien und zählt heute zur deutschen Industriegeschichte. Der Name Varta stand und steht für Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren und vor allem für Qualität „Made in Germany“. In den 1990er-Jahren erfolgte die Zerschlagung durch den Verkauf der Autobatterien an den US-Konzern Johnson Controls und den der Haushaltsbatterien an Spectrum Brands.

Nach der Zerschlagung zurück an die Spitze

Im Jahr 2011 kaufte für rund 30 Millionen Euro die österreichische Montana Tech Components die Mikrobatterien und die Rechte am Namen Varta AG. Im Herbst 2017 ging Varta mit 17,50 Euro pro Aktie an die Börse – ein riesen Geschäft, das den finanziellen Weg für Innovationen ebnete. Der Kurs der Aktie liegt derzeit bei knapp 40 Euro pro Stück. Varta ist zurück.

Im schwäbischen Ellwangen forschen 200 der rund 900 Mitarbeiter an der stetigen Verbesserung der Batteriezellen, die Varta derzeit vor allem für Hörgeräte und schnurlose Kopfhörer produziert. Während man bei den Hörgeräten bereits Weltmarktführer ist, ist man bei den Kopfhörern auf dem Weg dorthin. Seit 2015 baut man Lithium-Ionen-Akkus.

Doch das reicht dem Unternehmen nicht. In Ellwangen hat man die Zeichen der Zeit erkannt und setzt auf internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das Geld aus dem erfolgreichen Börsengang fließt vor allem in die Forschung und den Ausbau der Produktion der kleinen Lithium-Ionen-Batterien. Vor allem im Hinblick auf Elektromobilität hat Deutschland reichlich Nachholbedarf und ist bisher vor allem von asiatischen Herstellern und Zuliefern abhängig. Um das zu ändern, muss hierzulande die Innovation vorangetrieben werden. So liegen die Hoffnungen vor allem bei der Firma Varta.

1 Milliarde Euro aus dem Bundeswirtschaftsministerium

Die Nachfrage nach Batterien von der schwäbischen Alb aus Asien steigt, vor allem aus China. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Forscher die Leistungsfähigkeit der Zellen in den vergangenen Jahren um 20 bis 30 Prozent erhöhen konnten. Bei den Batterien für schnurlose Kopfhörer liegt sie sogar 30 Prozent über der Leistung der Konkurrenz. Und man ist sich sicher, das Potenzial liegt insgesamt bei 40 bis 50 Prozent.

Der Blick richtet sich nun auf die Automobilindustrie. Der Ausbau der Elektromobilität soll durch die Bundesregierung vorangetrieben werden, wozu man u. a. größere Zellformate benötigt. Bislang beherrschten die Asiaten den Markt der Batteriezellenfertigung für E-Autos. Allein Daimler hatte kürzlich für 20 Milliarden Euro Zellen bei asiatischen Herstellern bestellt. Bei Varta sieht man die Chance, erfolgreich in das Marktgeschehen einzugreifen und Deutschland als Standort für Forschung und Produktion von Batteriezellen für Elektroautos zu etablieren. Das Know-how für größere Zellformate ist vorhanden, zeigt man sich bei Varta überzeugt.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Branche mit einer Finanzspritze von bis zu einer Milliarde Euro unterstützen, für die sich auch Varta beworben hat. Mit der Varta AG könnte Deutschland endlich die Lücke zu den asiatischen Batteriezellenherstellern schließen und erfolgreich selbst produzieren.


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