Anzeige

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Außenleiteranordnung bei Verlängerungen

Ist es möglich, beim Anliegen eines falschen Drehfeldes an einer Maschine eine Korrektur mittels Kupplung vorzunehmen?

(Bild: Eduard Vladimirovich//stock.adobe.com)

Frage:
Das Fazit der Leseranfrage [1] in ep 02/17 interpretiere ich so, dass jede Drehstromverlängerung, deren Außenleiteranordnung nicht L1-L1, L2-L2, L3-L3 entspricht, bei der Prüfung zu verwerfen ist. Aus meiner Sicht müssten dann aber sehr viele solche Verlängerungen verworfen werden, da es in der Praxis sehr oft vorkommt, dass an einer Maschine ein falsches Drehfeld anliegt. Ist es nicht zulässig, in einem solchen Fall eine Korrektur in der Kupplung vorzunehmen?

Antwort:
Wenn an einer Maschine ein falsches Drehfeld anliegt, lässt sich dieses auf sichere Art und Weise ändern. Entweder wird die Steckdose richtig angeschlossen oder die Maschine. Für den Fall, dass die Maschine selbst ortsveränderlich ist, gibt es Anschlussstecker mit Phasenwender.

Unter Punkt 3.6, Erproben, der DGUV-Information 203-070 [2] heißt es: „Ein Erproben der Funktion(en) des Prüflings oder seiner Teile ist nur insoweit vorzunehmen, wie es zum Nachweis der Sicherheit erforderlich ist. Dazu können gehören: [...] Drehfeld.“

DIN VDE 0701-0702 (VDE 0701-0702) [3] fordert eine Funktionsprüfung, soweit es zum Nachweis der Sicherheit erforderlich ist.

Eine Drehstromverlängerung ist ortsveränderlich, und kann auch an anderen Maschinen eingesetzt werden und durch eine falsche Außenleiteranordnung zu einer Gefährdung führen.

Sollte der Anfragende dennoch der Meinung sein, dass ein Links-Drehfeld „Sicher“ ist, sollten er das sehr gut begründen können und diese Begründung schriftlich festhalten.

Fazit. Ob die befähigte Person für ein Betriebsmittel entscheidet „Prüfung bestanden“ oder „Prüfung durchgefallen“ ist allein ihre Entscheidung. Sie bestätigt, dass das geprüfte Betriebsmittel in Ordnung und sicher ist.

Autor: K. Rohlof

Literatur:

[1] Rohlof, K.: Anordnung der Außenleiter bei Drehstromverlängerungen, Leseranfragen, Elektropraktiker, Berlin 71 (2017) 2, S. 98-99.

[2] DGUV Information 203-070 Wiederkehrende Prüfungen ortsveränderlicher elektrischer Arbeitsmittel; Ausgabe: Dezember 2016.

[3] DIN VDE 0701-0702 (VDE 0701-0702):2008-06 Prüfung nach Instandsetzung, Änderung elektrischer Geräte – Wiederholungsprüfung elektrischer Geräte.

Dieser Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Neue Produkte Schmales Modul

Der Sammelschienentrenner der KETO-Baureihe-000 ist 53 mm schmal.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Abgeschlossener elektrischer Betriebsraum

Wird ein für Schalt- und Verteilungsanlagen vorgesehener Raum nach Normen bzw. Vorschriften als abgeschlossener elektrischer Betriebsraum angesehen?

Weiter lesen

Der posirot PRAS1 Winkelsensor in Stabbauform misst nur 10,6 mm im Durchmesser bei einer Länge von 53 mm.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Zusätzlicher Potentialausgleich

Wie und unter Anwendung welcher Normen bzw. Vorschriften erfolgt der Potentialausgleich im Sanitärbereich ohne vorhandenen Hauptpotentialausgleich aber mit kunststoffumhüllten Metallrohren?

Weiter lesen

Das Scotchcast-2123-Kabelharz schützt elektrische Anschlussdosen in Außen- und Nassbereichen vor Wasser, Feuchtigkeit, Stößen und Vibrationen.

Weiter lesen
Anzeige