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Erneuerbare Energien: Deutscher Solarhersteller gerettet? [Update]
Auf der Sonnenseite – Solarworld kauft sich selbst

Das Ende von Solarworld schien besiegelt. Der deutsche Konzern für Solarstromtechnologie reichte im Mai 2017 einen Insolvenzantrag ein (ep berichtete). Jetzt könnten einige Betriebe gerettet werden. Der frühere Solarworld-Chef Frank Asbeck kauft Reste seiner Solarworld AG – mit einer neu gegründeten Solarworld GmbH. 

Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender Solarworld (Bild: Solarworld)

Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender Solarworld (Bild: Solarworld)

Die Produktionsstätten in Freiberg (Sachsen) und Arnstadt (Thüringen) mit ihren verbliebenen 475 Mitarbeitern sind möglicherweise gerettet. Die bisherige Solarworld AG wird von der neuen, gleichnamigen GmbH aufgekauft, die Asbeck gegründet hat. Am Bonner Verwaltungssitz seiner früheren AG hat Asbeck dagegen kein Interesse. 

Gute Freunde aus Katar

Dass der ex-Chef aus Sentimentalität sein eigenes Unternehmen zurückkauft, ist unwahrscheinlich. Laut unbestätigten Quellen soll Katar am Kauf beteiligt sein. Investor Khalid Al Hajri half Solarworld bereits vor vier Jahren auf die Beine, als Asbecks Firma schon einmal finanziell angeschlagen war. Ein Unternehmen aus dem Emirat, Qatar Solar, hält immer noch 29 Prozent der Solarworld-Aktien. 

Sechs Verlustjahre in Folge hat Solarworld bereits hinter sich. Asbeck sieht das Unternehmen als Opfer globaler Preisstürze und asiatischer Dumping-Angebote. Experten erklärten den Absturz von Solarworld aber auch mit den zu späten Reaktionen Asbecks auf die Marktveränderungen. 

Produktionsstätte in Freiberg, Sachsen (Bild: Solarworld)Übernahme durch Niederländer gescheitert

Nach der Insolvenz war die niederländische Firma Prisma Systems bereit, die Produktionsstätten von Solarworld mit allen Mitarbeitern zu übernehmen. Prisma Systems hätte die gesamte Produktionskapazität benötigt, um an ihren Projekten weiterzuarbeiten. Auf ihr Angebot haben die Niederländer nach eigener Aussage keine Antwort vom Insolvenzverwalter erhalten. 

Durch Asbecks Rückkauf werden 1.200 Arbeiter in Transfergesellschaften übergehen. Knapp 500 Mitarbeiter bleiben vorerst an ihrem Arbeitsplatz – die Produktion der Module läuft bereits langsam weiter. 

Der Kauf durch Asbeck muss von den Solarworld-Gläubigern bestätigt werden. Lehnen sie Asbecks Offerte ab, will Prisma Systems weiterhin für Verhandlungen zur Verfügung stehen. Neben den Niederländern gab es noch andere Kaufinteressenten, die allerdings mehrere Monate für die Prüfung der Unterlagen benötigen würden. Das wäre für eine Entscheidung zu spät gewesen, weil bis dahin kein Geld mehr für die Gehälter verfügbar gewesen sei.

 

Bild unten rechts: Produktionsstätte in Freiberg, Sachsen (Bild: Solarworld) 


Update 17. August 2017

Der Insolvenzverwalter Horst Piepenburg hat den Betrieb der Anlagen an den Produktionsstandorten in Arnstadt und Freiberg an die SolarWorld Industries GmbH übergeben. 

An der Produktionsstätte Freiberg sind heute 294 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur SolarWorld Industries GmbH gewechselt. 596 Beschäftigte haben das Angebot angenommen, in eine Personaltransfergesellschaft zu wechseln. 

181 Beschäftigte am Standort Arnstadt sind ab sofort beim Arbeitgeber SolarWorld Industries GmbH tätig. 477 Mitarbeiter folgten dem Angebot, in eine Personaltransfergesellschaft zu wechseln. 

Am Standort Bonn wechseln 40 Beschäftigte zur SolarWorld Industries GmbH. 

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